Der Kreisfeuerwehrverband St. Wendel ehrte seinen Vorsitzenden Günter Burkholz bei der jährlichen Delegiertenversammlung im Dorfgemeinschaftshaus Berschweiler mit dem Silbernen Ehrenkreuz des Landesfeuerwehrverbandes Saarland. Die Auszeichnung überreichte Vizepräsident Claus Kürsteiner unter dem Applaus der anwesenden Delegierten und Ehrengäste.
Der Verband vertritt nach Angaben von Burkholz etwa 1.800 Mitglieder der Einsatzabteilungen, 550 Angehörige der Alters- und Ehrenabteilungen sowie 900 junge Menschen in den Jugendfeuerwehren des Landkreises. „Von der Basis, für die Basis“ betonte er als Leitspruch der Organisation.
Staatssekretär Torsten Lang vom saarländischen Ministerium für Inneres, Bauen und Sport kündigte umfangreiche Investitionen in den Brand- und Katastrophenschutz an. Im Rahmen des Doppelhaushalts 2026/2027 sollen vor allem Feuerwehrgerätehäuser gefördert und eine neue Landesfeuerwehrschule errichtet werden. Die Feuerwehren im Landkreis bezeichnete er als „starke Gemeinschaft“.
Der neue Referatsleiter für Brandschutz, Dr. Dominik Lorenz, stellte sich erstmals der Versammlung vor. „Die Freiwilligen Feuerwehren sind das Rückgrat des Bevölkerungs- und Zivilschutzes“, erklärte er und versprach, die Rahmenbedingungen für das Ehrenamt zu verbessern. In seiner neu gebildeten Abteilung werden künftig Katastrophenschutz, zivile Verteidigung, der Schutz kritischer Infrastrukturen sowie die zivil-militärische Zusammenarbeit koordiniert.
René Rohner, Erster Beigeordneter der Gemeinde Marpingen, würdigte die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehren als tragende Säule des Bevölkerungsschutzes. Die Gemeinde werde ihre Verpflichtung zur Unterhaltung einer leistungsfähigen Feuerwehr weiterhin erfüllen.
Kreisbrandinspekteur Dirk Schäfer informierte über eine geplante Kooperation mit den Nachbarlandkreisen Merzig-Wadern und Neunkirchen. „Um den zunehmenden Anforderungen wirksam zu begegnen, die Bevölkerungs- und Zivilschutz nach sich ziehen, sind wir mit den Nachbarlandkreisen Merzig-Wadern und Neunkirchen übereingekommen, ein gemeinsames Konzept zu entwickeln“, erläuterte Schäfer.
Der Tätigkeitsbericht des Verbandes zeigte eine aktive Nachwuchsförderung auf. Im vergangenen Jahr wurden elf Feuerwehrangehörige zu Rettungsschwimmern ausgebildet und 70 Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft durchgeführt. „Diese Jubilare haben unsere Feuerwehren im vergangenen Jahrhundert aufgebaut“, würdigte Burkholz die Geehrten.
Besondere Anerkennung erhielt der Fachausschuss Brandschutzerziehung unter Leitung von Lea Weiß, dessen Arbeit saarlandweit Beachtung findet. Rita Schreier wurde zur neuen stellvertretenden Leiterin des Ausschusses ernannt.
Marcus Gierend, stellvertretender Verbandsvorsitzender, verwies auf die digitale Präsenz des Verbandes. „Alle Löschbezirke haben hier die Möglichkeit, sich medial darzustellen“, erklärte er bezüglich der Facebook- und Instagram-Auftritte.
Die Kassenprüfer Christoph Wolf und Jochen Becker bestätigten eine ordnungsgemäße Kassenführung und solide Finanzlage. Die Versammlung erteilte dem Vorstand Entlastung und verabschiedete den Haushalt für das laufende Jahr.
Landesbrandmeister Heiko Schäfer warnte vor neuen Herausforderungen im Heimat- und Katastrophenschutz und dankte besonders den Betreuern der Jugendabteilungen für ihre Nachwuchsarbeit. Kürsteiner ergänzte, dass die Feuerwehren bereits eng mit der Bundeswehr zusammenarbeiten und dankte der Landesregierung für ihre Unterstützung dieser Kooperation.
Die nächste außerordentliche Delegiertenversammlung mit Neuwahlen findet am 26. September 2026 um 11 Uhr in der Mehrzweckhalle Marpingen-Urexweiler statt. Um 14 Uhr folgt dort der Kreisseniorentag. Die ordentliche Versammlung ist für den 6. März 2027 in der Kurhalle Nonnweiler geplant.



