St. Wendel erhöht Hundesteuer – Bürger üben Kritik

hund schwimmt im see
Symbolbild

Viele Hundehalter in der Kreisstadt St. Wendel reagieren mit Unverständnis auf die beschlossene Erhöhung der Hundesteuer. Nach mehr als drei Jahrzehnten werden die Steuersätze rückwirkend zum 1. Januar 2026 deutlich angehoben. Die Verwaltung verweist dagegen auf den Vergleich mit anderen saarländischen Kommunen sowie auf die angespannte Haushaltslage.

Die letzte Anpassung der Hundesteuer in St. Wendel erfolgte im Jahr 1992. Die nun beschlossene Erhöhung geht auf einen Vorschlag zur Haushaltskonsolidierung und -optimierung zurück, der dem Finanzausschuss am 10. Februar 2026 vorgelegt worden war.

Künftig werden für den ersten Hund 84 Euro statt bisher 51 Euro fällig. Für den zweiten Hund steigt die Steuer von 66 auf 124 Euro, für jeden weiteren Hund von 81 auf 173 Euro jährlich.

Hund Bisher Neu
1. Hund 51 € 84 €
2. Hund 66 € 124 €
3. und jeder weitere Hund 81 € 173 €

Nach Angaben der Stadt sind derzeit 1.215 Hunde in der Kreisstadt gemeldet. Durch die höheren Steuersätze rechnet die Verwaltung mit zusätzlichen Einnahmen von rund 50.000 Euro pro Jahr.

Die Stadt verweist außerdem darauf, dass St. Wendel trotz der Erhöhung im saarländischen Vergleich weiterhin nicht zu den teuersten Kommunen gehört. Für den ersten Hund werden künftig 84 Euro erhoben. In Homburg liegt der Satz bei 96 Euro, in Ottweiler bei 73,20 Euro und in Neunkirchen ebenfalls bei 84 Euro. Saarlandweit erhebt lediglich die Gemeinde Freisen für den ersten Hund einen noch niedrigeren Steuersatz als St. Wendel bisher.

Vor allem bei mehreren Hunden fällt die Erhöhung jedoch deutlich aus. Während für den zweiten Hund künftig 124 Euro und für den dritten Hund 173 Euro fällig werden, empfinden zahlreiche Hundehalter die Steigerungen als zu hoch und kritisieren insbesondere die rückwirkende Geltung zum Jahresbeginn.

Dennoch wächst der Protest. Eine Bürgerin wandte sich in einem offenen Beitrag an die CDU-Mehrheitsfraktion im Stadtrat und kritisierte, dass die Erhöhung überraschend gekommen sei. Nach ihren Angaben gingen bei ihr „stündlich Beschwerden“ ein. Besonders beanstandet werde, dass viele Betroffene vorab nicht informiert worden seien und die Steuer für den ersten Hund um rund 65 Prozent, für den zweiten Hund sogar nahezu verdoppelt werde.

Mit der Anpassung will die Kreisstadt ihre Einnahmen verbessern und einen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung leisten.

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