Sporthallendiskussion: CDU-Politiker weisen SPD-Kritik scharf zurück

Landrat Udo Recktenwald

St. Wendel. Als kleinkarierte Neiddiskussion hat der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald (CDU) die Kritik der SPD am geplanten Neubau der Sporthalle in St. Wendel abgetan. Die Saarbrücker SPD-Chefin und Landtagsvizepräsidentin Isolde Ries hatte die Finanzspritze des Innenministeriums in Höhe von fünf Millionen Euro für eine neue Sportarena in St. Wendel scharf gerügt und Minister Bouillon vorgeworfen, seiner Heimatstadt unverhältnismäßig hohe Gelder zuzuschustern. Recktenwald äußerte dazu, er habe Verständnis, dass es der SPD schwer falle, mit dem Wahlergebnis umzugehen, es sei aber der falsche Weg, den gestärkten Innenminister in seinen Kompetenzen beschneiden zu wollen. Hier von Spielgeld zu reden, sei völlig indiskutabel und werde seiner Verantwortung nicht gerecht. „Ich habe meine Zweifel, ob die SPD dies bei einem SPD-Innenminister auch so sehen würde.“ Der Minister habe sich in den letzten Jahren als fairer Sachwalter kommunaler Interessen im ganzen Saarland gezeigt und in allen Regionen, auch in Saarbrücken und Saarlouis und unabhängig von Parteifarben, mit erheblichen Mitteln Infrastruktur gefördert. Das sei weder beliebig noch intransparent. Es sei daran zu erinnern, dass auch die Kommunen im Landkreis St. Wendel über die beträchtliche Kulturabgabe etwa das Staatstheater in Saarbrücken mitfinanzierten – ein kulturelles Juwel, das keiner in Frage stelle.

 

Udo Recktenwald: „Eine Politik, die fordert, mit der Gießkanne übers Land zu ziehen, um keinem auf die Füße zu treten, verkennt in Zeiten der interkommunalen Zusammenarbeit, dass es Schwerpunkte gibt. Die Forderung nach einem Landesplan für Hallen ist daher nicht zielführend, weil sie alles über einen Kamm schert. Es lässt sich eben nicht überall der gleiche Maßstab anlegen. Wir hinterfragen auch nicht die Millionen, die der Minister in anderen Landkreisen zur Förderung der Infrastruktur zur Verfügung stellt. Dies zu entscheiden, ist seine Kompetenz und die Wahrnehmung politischer Verantwortung.“ St. Wendel habe sich den Ruf einer agilen und überregional anerkannten Sportstadt erarbeitet. Daher sei diese Halle für hochkarätige Sportveranstaltungen, aber auch für Vereine und Schulen unverzichtbare Leitinvestition und kein Luxus, schon gar kein Monster.“ Solche Formulierungen seien ein Schlag ins Gesicht der Vereine und Schulen, die diese Halle für den Sport nutzen. Allein fünf Kreisschulen bräuchten diese Halle für den Schulsport, ansonsten müsste der Kreis eine eigene Halle bauen. Wenn die SPD den Innenminister nun gar auffordere, sich um die Schulen und Kitas im ganzen Land zu kümmern, sei dies wohl die Bereitschaft, ihm auch noch die Kompetenzen des Kultusministers zu übertragen. „Diese Forderung ist nicht gerade ein Lob für den amtierenden Kultusminister.“

Auch die beiden CDU-Landtagsabgeordneten Hermann Scharf und Ruth Meyer wießen die Kritik des Koalitionspartners mit deutlichen Worten zurück: „Die Halle ist für die vielen Vereine und den Schulsport in St. Wendel dringend notwendig. Bedarfszuweisungen sind nun einmal Sache des Innenministeriums. Die Vorwürfe an Klaus Bouillon, er schustere seiner Heimatstadt Millionen zu, sind haltlos und absolut daneben. Für eine Sporthalle in Bexbach hat die Landesregierung ebenfalls 4,58 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.“

Scharf und Meyer kritisieren auch die Wortwahl der SPD: „Zuerst dachten wir, es handele sich um einen Aprilscherz. Von einer ‚Monsterhalle’ in St. Wendel zu sprechen, ist lachhaft. Das Land hat ein millionenschweres Programm für Hallen aufgelegt, das Geld daraus wird gleichmäßig auf die Landkreise verteilt. Es ist doch im Interesse von uns allen, dass es auch im ländlichen Raum gute Sportstätten gibt. Genau dafür sorgt das Innenministerium mit seinen Bedarfszuweisungen – egal ob in St. Wendel, Bexbach oder Saarlouis!“

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