Die Vorstellung des neuen Sprachförderprogramms „Startklar Deutsch“ durch das Bildungsministerium hat im Saarland eine politische Kontroverse ausgelöst. Während die SPD das Konzept als bildungspolitischen Fortschritt bewertet, spricht die CDU von einem verspäteten Kurswechsel.
Für die SPD-Landtagsfraktion erklärte die bildungspolitische Sprecherin Martina Holzner, mit „Startklar Deutsch“ werde die frühe Sprachförderung neu aufgestellt. Künftig sollen Kinder bereits im Alter von vier bis viereinhalb Jahren – also zwei Jahre vor der Einschulung – gezielt in den Blick genommen werden. Sprache entscheide darüber, wie sicher und selbstbewusst ein Kind in die Schule starte.
Holzner betonte, das Konzept stehe für eine Bildungspolitik, die vom Kind aus gedacht werde. Jedes Kind solle unabhängig vom Elternhaus die Chance erhalten, seine Fähigkeiten zu entfalten. Sie verwies zudem auf die schrittweise Abschaffung der Kita-Beiträge bis zur vollständigen Gebührenfreiheit ab 2027. Beides bedeute für das Land eine erhebliche finanzielle Kraftanstrengung, entlaste Familien jedoch spürbar und investiere zugleich in die Zukunft der Kinder.
Deutliche Kritik kommt hingegen von der CDU-Landtagsfraktion. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecherin Jutta Schmitt-Lang sprach von einem „verspäteten Eingeständnis jahrelangen Nichtstuns“. Seit vier Jahren fordere die CDU verpflichtende Sprachstandstests vor der Einschulung sowie verbindliche Fördermaßnahmen. Diese Vorschläge seien von der SPD wiederholt abgelehnt worden.
Schmitt-Lang kritisierte insbesondere die frühere Streichung des Sprachförderprogramms „Früh Deutsch lernen“, für das es bis heute keinen gleichwertigen Ersatz gebe. Dass nun ein Modellversuch gestartet werde, dessen Ergebnisse Grundlage für ein späteres Gesetzgebungsverfahren sein sollen, werfe zusätzliche Fragen zur konkreten Umsetzung auf.
Die CDU betont, wer in die Schule komme, müsse Deutsch können. Die SPD hingegen sieht in dem neuen Konzept einen konsequenten Schritt hin zu mehr Chancengerechtigkeit. Die politische Debatte über die Ausgestaltung und Umsetzung der Sprachförderung dürfte damit weitergehen.



