Smart Village Remmesweiler: Projekt zur Sicherung der Nahversorgung offiziell gestartet

Die Bewohner von Remmesweiler stehen vor einem Problem. Seit letztem Jahr hat das 900-Seelen-Dorf in der Nähe von St. Wendel
keinen Dorfladen mehr. Vor allem für ältere Menschen ist die schnelle Lebensmittelversorgung zu einem Hindernis geworden.

 

Das soll sich jetzt ändern. Am Donnerstag wurde im Dorfgemeinschaftshaus der offizielle Startschuss für die Testphase des Projektes „Zukunft Dorf – Smart Village Remmesweiler“ – das im Rahmen des Bundesmodellvorhabens „Land(auf)Schwung“ gefördert wird – gegeben. Nun gibt es für die Einwohner des Ortes einen digitalen Lieferservice für Lebensmittel. Derzeit wird das System auf Herz und Nieren getestet und erforscht, wie sich dieses Projekt zukünftig auch auf weitere Dörfer übertragen lässt. Die Einwohner von Remmesweiler können sich ab sofort im Dorfgemeinschaftshaus treffen und dort gemeinsam einkaufen. Lieferanten für die Produkte sind der Globus-Markt in St. Wendel und der Wendelinushof. Ausgeliefert werden die Waren jeden Donnerstag durch die Kreisstadt St. Wendel. Die Lieferung ist kostenfrei und die Lebensmittel kosten online genau so viel, wie im Laden vor Ort. Für die älteren Generationen, die sich mit dem Internet nicht gut oder gar nicht auskennen, gibt es sogenannte „Dorfcoaches“, um die Bestellungen mit ihnen durchzuführen.

 

Den offiziellen Startschuss gaben Landrat Udo Recktenwald und Reiner Cullmann von der WZB gGmbH, der Träger des Projektes ist. Der Landrat überreichte dem Projektverantwortlichen vom Wendelinushof R. Cullmann einen symbolischen Förderscheck in Höhe von 76.352 EUR und er wünschte dem Projekt und allen Beteiligten viel Erfolg.

Udo Recktenwald stellte fest, dass die Projektbeteiligten die vielfältigen Chancen der Digitalisierung sinnvoll umsetzen können. Er lobte das deutschlandweit einzigartige Projekt in seiner Rede. R. Cullmann betonte die Regionalität. „Bevor wir alles in die Hände von Großkonzernen im digitalen Handel geben, müssen wir was unternehmen. Und damit haben wir mit diesem Projekt begonnen.“ In einem von Hugo Kern moderierten Podiumsgespräch diskutieren die Projektbeteiligten Dr. Joachim Meier (Geschäftsführer WVW St. Wendel), Reiner Cullmann (Leiter Wendelinushof), Andreas Winkler (Geschäftsführer Globus St. Wendel), Uwe Luther (Vorsitzender Vereinsgemeinschaft Remmesweiler), Leander Alles (Ortsvorsteher Remmesweiler), Randolf Jobst (Geschäftsführer CEMA UG) und Peter Klär (Bürgermeister der Kreisstadt St. Wendel) über die Zukunft der Nahversorgung im ländlichen Raum.

Dabei fiel der Vergleich mit Großstädten wie Hamburg oder Berlin. „Wir dürfen ruhig etwas selbstbewusster werden hier auf dem Land“, erklärte Dr. Meier. Mit Projekten wie diesem könne man gut mit Städten mithalten. Auch Winkler sieht die Chance, Dörfer mit diesem Projekt fit für die Zukunft zu machen. „Großes entsteht eben im Kleinen“, ergänzte er in Bezug auf das 900-Seelen-Dorf Remmesweiler. Ortsvorsteher Alles zeigte sich stolz, dass das Projekt so gut von den Einwohnern angenommen wurde. Die Digitalisierung bringe Segen und Fluch zugleich mit sich. Hier habe man die Chance ergriffen und sie für sich genutzt. „Ich kann Ihnen Remmesweiler nicht erklären, man muss es erleben“, schloss er das Podiumsgespräch ab.

Weitere Informationen findet man online.

Hintergrund: Mit dem Modellvorhaben Land(auf)Schwung werden strukturschwache ländliche Regionen dabei unterstützt, mit dem demografischen Wandel vor Ort aktiv umzugehen, die regionale Wertschöpfung zu erhöhen und die Beschäftigung im ländlichen Raum zu sichern. Die 13 Förderregionen erhalten jeweils 2,25 Millionen Euro für eigene Projektideen. Damit stärkt das Bundeslandwirtschaftsministerium die ländlichen Räume und macht sie attraktiver für die Zukunft.

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