Saarländische Beschäftigte fehlten 2025 seltener im Job – Landkreis Neunkirchen verzeichnet höchste Ausfallzeiten

Symbolbild

Die Beschäftigten im Saarland waren im vergangenen Jahr etwas seltener krankgeschrieben als noch 2024. Das geht aus einer repräsentativen Auswertung der Krankenkasse BARMER hervor, die Daten von rund 48.000 im Saarland versicherten Erwerbspersonen analysiert hat. Der Krankenstand lag demnach 2025 bei 7,0 Prozent – nach 7,1 Prozent im Vorjahr. Konkret bedeutet das: An einem durchschnittlichen Kalendertag waren von 1.000 Beschäftigten 70 arbeitsunfähig gemeldet. Damit belegt das Saarland nach Mecklenburg-Vorpommern (73) und Sachsen-Anhalt (71) den dritthöchsten Wert aller Bundesländer. Im Schnitt war jede Erwerbsperson 25,4 Tage krankgeschrieben, im Vorjahr waren es noch 25,9 Tage.

Hauptgrund für die Fehlzeiten waren psychische Erkrankungen wie Depressionen. Auf sie entfielen durchschnittlich 6,2 Tage pro Erwerbsperson – mehr als in jedem anderen Bundesland und ein Anstieg gegenüber 2024 (5,9 Tage). Auf Platz zwei folgten Atemwegserkrankungen wie Grippe, Husten und Schnupfen mit 4,4 Tagen (2024: 4,7 Tage). Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen schlugen mit 4,3 Tagen zu Buche (2024: 4,5 Tage), Verletzungen wie Bänderrisse und Verstauchungen mit 2,5 Tagen (2024: 2,6 Tage). „Unternehmen, die in die Gesundheit ihrer Beschäftigten investieren, tragen zur Vermeidung von Fehlzeiten durch die Verringerung gesundheitlicher Belastungen bei. Zugleich steigern sie der Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit von Mitarbeitenden“, meint Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Innerhalb des Saarlands zeigen sich teils erhebliche regionale Unterschiede. Die höchsten Fehlzeiten verzeichnete der Landkreis Neunkirchen mit 26,8 Krankheitstagen je Erwerbsperson – über zwei Tage mehr als im Regionalverband Saarbrücken, der mit 24,6 Tagen den niedrigsten Wert aufwies. Auch bei psychischen Erkrankungen führte Neunkirchen die Statistik an (6,8 Tage), während der Landkreis St. Wendel mit 5,6 Tagen die wenigsten Ausfalltage wegen seelischer Leiden verzeichnete. „Auch kleine und mittlere Unternehmen können von einem betrieblichen Gesundheitsmanagement profitieren. Hier lassen sich gesundheitsfördernde Strukturen oft leichter umsetzen als andernorts“, erklärt Kleis. Betriebliche Gesundheitsförderung könne zur Beschäftigungs- und Zukunftssicherung von Unternehmen beitragen. „Gesunde und motivierte Mitarbeitende können Herausforderungen besser meistern. Das ist gerade in dynamischen Zeiten ein entscheidender Wettbewerbsvorteil“, so Kleis weiter. Investitionen in ein betriebliches Gesundheitsmanagement seien zudem imagefördernd nach innen und außen.

Hintergrund: Seit Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) im Jahr 2021 werden Krankmeldungen vollständiger und digital erfasst. Besonders kurze Fehlzeiten fließen seitdem deutlich häufiger in die Statistik ein als zuvor, da Krankschreibungen früher zwar am Arbeitsplatz vorgelegt, aber teils nicht an die Krankenkasse übermittelt wurden. Die BARMER-Auswertung umfasst sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld I. Die Daten wurden standardisiert und auf Grundlage von Angaben des Statistischen Bundesamtes auf die Erwerbsbevölkerung hochgerechnet.

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