Im Kreis St. Wendel kämpfen Reinigungskräfte gegen die finanziellen Auswirkungen der Inflation. Ute Langenbahn, Bezirksvorsitzende der Gewerkschaft IG BAU Saar-Trier, bringt das Problem auf den Punkt: Trotz steigender Lebenshaltungskosten, von Lebensmitteln bis zur Miete, erhalten die Beschäftigten in der Gebäudereinigung keinen Inflationsausgleich. Dies betrifft rund 110 Menschen, die in zehn Betrieben des Landkreises tätig sind und täglich Schulen, Büros und Arztpraxen sauber halten.
Langenbahn kritisiert die Arbeitgeber der Branche scharf. Sie wirft ihnen vor, seit Monaten zu zögern, den Beschäftigten in dieser schwierigen Zeit finanziell zu helfen. Die IG BAU Saar-Trier betont, dass die meisten Reinigungskräfte ohnehin nur einen Niedriglohn erhalten und von der Inflation besonders hart getroffen werden.
Die Gewerkschaft warnt vor einem Anstieg der Kündigungsrate in der Branche, da der finanzielle Druck auf die Beschäftigten stetig wächst. Vollzeitkräfte und Mini-Jobber könnten laut Langenbahn problemlos in anderen Sektoren wie der Gastronomie oder dem Einzelhandel Arbeit finden, was die Situation für die Reinigungsbranche verschärft.
Auch die neuesten Daten vom Statistischen Bundesamt (Destatis) zeigen ein düsteres Bild: eine Inflationsrate von 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und ein Anstieg der Lebensmittelpreise um über 27 Prozent in nur zwei Jahren. Diese Entwicklung ist für die Reinigungskräfte, die bereits mit einem knappen Budget auskommen müssen, besonders besorgniserregend.
Die IG BAU Saar-Trier appelliert an die lokalen Bundestagsabgeordneten, den „Warn-Notruf der Gebäudereinigung“ nach Berlin zu tragen. Angesichts der anhaltenden Krise und des drohenden Endes der Strompreisbremse am Jahresende fordert die Gewerkschaft staatliche Unterstützung. Solange sich die Arbeitgeber in der Gebäudereinigungsbranche nicht verantwortungsvoll verhalten, bleibt den Beschäftigten nur der Ruf nach Hilfe von der Regierung.




