Orchestre Symphonique SaarLorraine spielt Werke des gebürtigen St. Wendelers zum 250. Geburtstag

Die Kreisstadt St. Wendel richtet zum 250. Geburtstag des Komponisten und Dirigenten Philipp Jakob Riotte ein besonderes Konzert aus. Der gebürtige St. Wendeler, der am 16. August 1776 das Licht der Welt erblickte und am 20. August 1856 in Wien verstarb, wird mit einer musikalischen Darbietung am 16. August 2026 um 17 Uhr im Saalbau gewürdigt. Das Orchestre Symphonique SaarLorraine tritt unter der Leitung von Götz Hartmann auf.

Das Konzertprogramm umfasst drei ausgewählte Werke: Wolfgang Amadeus Mozarts Sinfonie Nr. 32 KV 318 G-Dur, die als Ouvertüre im italienischen Stil bekannt ist, sowie zwei Kompositionen von Riotte selbst – sein Konzert für Klarinette und Orchester B-Dur op. 24 und die Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 25.

Bürgermeister Peter Klär zeigt sich erfreut über die Initiative: „Ich freue mich sehr, dass der Dirigent des Orchestre Symphonique SaarLorraine, Götz Hartmann, mit dem Vorschlag an uns herangetreten ist, ein Konzert anlässlich des 250. Geburtstags des, in St. Wendel geborenen, Komponisten und Dirigenten Philipp Jakob Riotte, einzustudieren und aufzuführen. Sehr gerne haben wir dies aufgegriffen, um den, zu Lebzeiten vielbeachteten und insbesondere in Wien sehr erfolgreichen, Sohn unserer Stadt zu ehren. Wir wollen unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern und allen Musikliebhaberinnen und –liebhabern damit die Gelegenheit geben, sich einen Eindruck von seinem Schaffen zu machen. Leider sind seine Werke überwiegend in Vergessenheit geraten und kommen nur selten zur Aufführung, obwohl einige seiner Werke in Kritiken hoch gelobt werden und denen anderer, bis heute bekannterer Zeitgenossen, in nichts nachstehen.“

Die Stadt St. Wendel hat bereits mehrfach ihren berühmten Sohn geehrt. Im August 1956 wurde am Geburtshaus am Fruchtmarkt 3 eine Gedenktafel angebracht. Im April 2016 enthüllte die Stadt eine Bronzeskulptur des Bildhauers Kurt Tassotti vor dem Geburtshaus. Trotz fehlender zeitgenössischer Portraits orientierte sich Tassotti an Darstellungen der Epoche und einem erhaltenen Bild von Riottes Bruder, um eine Vorstellung des Dirigenten zu schaffen.

Als Solist für das technisch anspruchsvolle Klarinettenkonzert konnte Tiande Ji gewonnen werden. Der 1996 geborene Musiker wird nach seinem Masterstudiengang an der Hochschule für Musik Saar bald sein Konzertexamen ablegen. Nach einem Bachelorstudium in Peking sammelte Ji bereits zahlreiche Auszeichnungen bei internationalen Musikwettbewerben.

Das ausführende Orchestre Symphonique SaarLorraine ging 1994 aus dem Zusammenschluss des saarländischen Orchesters „Tritonus“ und dem lothringischen „Orchestre de Sarreguemines“ hervor. Seit 2001 leitet Götz Hartmann das Ensemble, das er von einem reinen Streichorchester zu einer vollständigen sinfonischen Besetzung mit etwa 50 Musikerinnen und Musikern ausbaute. Hartmann selbst blickt auf eine langjährige Karriere zurück: Nach seinem Studium der Violine und Kammermusik gehörte er von 1979 bis 2014 dem Rundfunk-Sinfonie-Orchester Saarbrücken an, ab 1989 als Stimmführer der zweiten Violinen. Diese Position behielt er auch nach der Fusion zur Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern bei.

Karten für die Veranstaltung kosten 18 Euro, ermäßigt 12 Euro für Schüler, Studierende und Schwerbehinderte ab 50 Prozent Minderung der Erwerbsfähigkeit. Kinder bis 14 Jahre erhalten kostenlosen Eintritt. Der Vorverkauf läuft über alle Ticket Regional Verkaufsstellen – in St. Wendel bei Klein Buch + Papier in der Bahnhofstraße und der Stage Tanzschule und Eventlounge in der Eisenbahnstraße – sowie online unter www.ticket-regional.de. Veranstalter ist die Kreisstadt St. Wendel.

Bürgermeister Klär empfiehlt Konzertbesuchern, den Besuch mit einer Besichtigung des Geburtshauses und der Riotte-Skulptur zu verbinden: „Auf dem Weg vom Saalbau zum Fruchtmarkt können Sie dann gleich noch zwei weitere Skulpturen von Kurt Tassotti entdecken, die bekannte Persönlichkeiten darstellen und eng mit der Geschichte von St. Wendel verbunden sind, nämlich Lenchen Demuth und Nikolaus von Kues (Cusanus).“

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