Die Fleischindustrie im Landkreis St. Wendel steht vor wichtigen Tarifverhandlungen. Während die 220 Beschäftigten der Branche unter harten Arbeitsbedingungen jährlich rund 4.500 Tonnen Fleisch für den lokalen Verzehr produzieren, kämpft die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) für bessere Löhne. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei 51,6 Kilogramm pro Jahr, was etwa 140 Gramm täglich entspricht, wie Zahlen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft belegen.
„Wer Tiere schlachtet oder Grillwürste verpackt, verdient selbst nur einen Hungerlohn. Oft sogar nur den gesetzlichen Mindestlohn – aktuell also 12,82 Euro pro Stunde. Nur wer Glück hat, liegt ein paar Cent drüber“, kritisiert Tobias Wolfanger, Geschäftsführer der NGG Saar. Die Gewerkschaft fordert daher einen Branchen-Mindestlohn von mindestens 14,50 Euro pro Stunde.
Die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie seien besonders belastend. Ein Zerleger bewegt während einer Schicht mehr als 200 Schweinekeulen mit einem Gewicht zwischen 5 und 10 Kilogramm. Hinzu kommen extreme Temperaturbedingungen: Die Beschäftigten arbeiten bei konstanten 2 bis 3 Grad in Kühlhäusern oder sind Hitze und Nässe in anderen Bereichen ausgesetzt. Die Tarifverhandlungen für die Fleischindustrie beginnen am 6. Februar 2025.




