Mit Handwerk Klimakatastrophen vorbeugen – Schüler*innen der GemS Türkismühle bauen Pegelstandmessgeräte

Dirk Schäfer, Leiter des Katastrophenschutzamtes (Foto: Tobias Scheid)

„Das Handwerk stärken und Klimakatastrophen vorbeugen“, so könnte das Motto der Klassenstufe 8 der Gesamtschule Türkismühle lauten. Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Sabrina Brixius tüfteln die Schüler und Schülerinnen nämlich an sogenannten Pegelstandmessgeräten. Diese sollen zu Testzwecken an mehreren Stellen rund um den Bostalsee installiert werden, um ansteigende Wasserpegel zu messen und damit rechtzeitig vor Hochwassersituationen zu warnen.

Für das Projekt haben sich neben der Schule auch Handwerksbetriebe, der Ausbildungs- & Fortbildungsförderverein, kurz AFFV e.V., sowie das Katastrophenschutzamt des Landkreises St. Wendel zusammengetan. Die Anleitung zum Bau der Messgeräte stammte vom Umweltcampus Birkenfeld. Dort haben Forscher das System zur Messung von Pegelständen an Gewässern entwickelt. Gefördert wird das Projekt „Hände hoch für’s Handwerk“ durch Leadermittel.

Dirk Schäfer, Leiter des Katastrophenschutzamtes, besuchte die Klassenstufe vor Ort, um über die Wichtigkeit des Projektes aufzuklären. Dabei zeigte er eindrucksvolle Bilder aus seinem Hilfseinsatz im Ahrtal, das im Sommer 2020 von einer historischen Hochwasserkatastrophe heimgesucht wurde. Umso eindringlicher plädierte Schäfer für ein funktionierendes und flächendeckendes Messnetzwerk im Landkreis St. Wendel. „Um Haaresbreite wäre die Flut auch bei uns gewesen“, so Schäfer.

Neben dem Schutz vor Naturkatastrophen hat Schäfer noch weitere Anliegen: „Wir wollen natürlich junge Leute auch für die Hilfsorganisationen begeistern“. Auch Stefan Kunz, Vorsitzender des AFFV e.V., sieht weitere Vorteile im Projekt: „Dadurch, dass die Jugendlichen die Pegelstandmessgeräte zusammenbauen, haben sie nicht nur Verantwortung für den Schutz der Region, sondern lernen dabei auch etwas handwerklich zu erschaffen. So wollen wir auch für die handwerkliche Profession werben“. 

Insgesamt haben die Schüler und Schülerinnen sieben Geräte gebaut, die nun für einen Modellversuch am Bostalsee installiert werden. In der Folge soll ein Maßnahmenkatalog für bestimmte Warn- und Alarmstufen entwickelt werden. Sollte das vielversprechende Projekt Erfolg haben, haben schon weitere Katastrophenschutzämter aus dem Bundesgebiet ihr Interesse bekundet.

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