Kreistag St. Wendel beschließt Bestandsaufnahme zu Starkregenvorsorge und Hitzeschutz

Foto: Sitzung des Kreistags Fotograf: Lukas Kowol

Bei der Kreistagssitzung des Landkreises Sankt Wendel am 31. August 2026 fanden CDU- und SPD-Fraktion auf ungewöhnlichem Weg zueinander: Beide hatten unabhängig voneinander Anträge zu den Themen Klimaanpassung, Starkregenvorsorge und Hitzeschutz eingereicht. Da sich die Inhalte gegenseitig ergänzten, entschieden sich die Fraktionen kurzerhand, einen gemeinsamen Antrag daraus zu formulieren. Dieser wurde anschließend einstimmig verabschiedet.

Der Beschluss verpflichtet die Kreisverwaltung, sämtliche laufenden und geplanten Maßnahmen, Projekte und Konzepte im Bereich Klimaanpassung zusammenzutragen, zu bewerten und in der nächsten Sitzung vorzustellen. Darüber hinaus soll dargelegt werden, wie der Landkreis seine Kommunen unterstützen kann und welche Förderprogramme für gewerbliche und private Maßnahmen verfügbar sind. Aus dieser Bestandsaufnahme soll hervorgehen, wo zusätzlicher Handlungsbedarf besteht. Außerdem erhielt die Verwaltung den Auftrag, die Zuständigkeiten verschiedener Ämter – darunter Bevölkerungsschutz, Gebäudemanagement, Schul- und Gesundheitsamt – zu überprüfen und stärker miteinander zu verzahnen.

Thematisch passend standen drei weitere Punkte zum Bevölkerungsschutz auf der Tagesordnung, die allesamt einstimmig beschlossen wurden. Der Kreistag bewilligte außerplanmäßige Finanzmittel für den Ausbau des Katastrophenschutzzentrums, genehmigte die Anschaffung eines geländegängigen Pick-up-Fahrzeugs und stimmte der Fortführung des Programms KliGas zu – einem Frühwarnsystem bei Hochwasser und Starkregen.

Ebenfalls ohne Gegenstimmen votierte das Gremium für eine Neustrukturierung der Bosener Mühle am Bostalsee. Die kreiseigene Liegenschaft beherbergt sowohl ein verpachtetes Café als auch einen Kulturort mit Atelier, Ausstellungsräumen und einem vielfältigen Kursprogramm des Landkreises. Das Kursangebot verursacht jedoch ein jährliches Defizit von rund 150.000 Euro. Hinzu kommen anstehende Investitionen wie die Erneuerung der Heizungsanlage und der Bau einer Toilettenanlage. Um den Standort wirtschaftlicher zu gestalten, soll die Verwaltung nun ein Konzept für einen vergrößerten Gastronomiebetrieb erarbeiten, der über eine Ausschreibung und einen Erbbaurechtsvertrag einem Betreiber überlassen werden könnte. Gleichzeitig soll geprüft werden, wie ein reduziertes Kursprogramm weiterhin angeboten werden kann. Dabei soll der Charakter der Bosener Mühle als kulturelles Kleinod und Kunst- und Kulturort erhalten bleiben.

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