Krankenhäuser befürchten Versorgungslücken: Marienhaus Kliniken protestierten mit Absperrbändern

Die drei Marienhaus Kliniken in Neunkirchen, Saarlouis und St. Wendel haben am Freitagmorgen ihre Haupteingänge für zwei Stunden mit Absperrbändern blockiert. Mit dieser symbolischen Aktion protestierten die Mitarbeitenden gegen die angespannte Finanzlage der Krankenhäuser und die geplanten Sparmaßnahmen der gesetzlichen Krankenversicherung. Während der Protestaktion verteilten sie Informationsmaterial an Patienten und Besucher. Die medizinische Versorgung lief während des gesamten Zeitraums ohne Einschränkungen weiter.

Die Aktion erfolgte im Rahmen eines koordinierten Protesttages mehrerer Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Die Kliniken sehen sich durch die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken angekündigten Stabilisierungsmaßnahmen für die gesetzliche Krankenversicherung bedroht. Sie befürchten zusätzliche finanzielle Belastungen zu den bereits bestehenden wirtschaftlichen Problemen. Gestiegene Personal- und Sachkosten, hohe bürokratische Anforderungen sowie die laufende Krankenhausreform belasten die Häuser bereits jetzt erheblich. Da die Vergütungen gesetzlich festgelegt sind, können die Kliniken nicht auf Kostensteigerungen reagieren.

„Wir unterstützen notwendige Reformen im Gesundheitswesen ausdrücklich. Was wir jedoch brauchen, sind verlässliche Rahmenbedingungen und eine auskömmliche Finanzierung der Krankenhausversorgung. Andernfalls drohen Versorgungslücken, die letztlich die Patientinnen und Patienten treffen“, erklärte Lucas Merschbächer, Kaufmännischer Direktor des Marienhaus Klinikums Neunkirchen und St. Wendel-Ottweiler. Natalie Hirschauer, kaufmännische Direktorin des Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Saarlouis, fügte hinzu: „Krankenhäuser sind kein Kostenfaktor, den man beliebig reduzieren kann. Sie sind Teil der kritischen Daseinsvorsorge. Wer hier dauerhaft Mittel entzieht, gefährdet langfristig die medizinische Versorgung der Menschen vor Ort.“

Freigemeinnützige Krankenhäuser wären von weiteren Kürzungen besonders stark betroffen, da sie im Gegensatz zu kommunalen Einrichtungen keine Defizitausgleiche durch Städte oder Landkreise erhalten können. Ein Wegfall von Krankenhausstandorten würde die wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung erheblich beeinträchtigen. Die Mitarbeitenden wiesen während der Aktion auch auf die Petition „Krankenhaus – Lichter aus!“ hin, die von den Arbeitsgemeinschaften Katholischer Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz und im Saarland gestartet wurde. Die Online-Petition unter https://www.openpetition.de/petition/online/krankenhaus-lichter-aus soll Politik und Öffentlichkeit für die Konsequenzen einer mangelhaften Krankenhausfinanzierung sensibilisieren. „Wir unterstützen euch gern. Wir wollen ja weiterhin so gut versorgt werden von euch“, sagte eine Patientin auf dem Weg in die Klinik. Die symbolische Sperrung sollte deutlich machen, dass bei einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die verlässliche und wohnortnahe medizinische Versorgung in der Region gefährdet ist.

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