Nach rund 40 Stunden ist der große Waldbrand zwischen Kastel und Primstal endgültig gelöscht. Bei einer Lagebesprechung am Samstagmorgen um 7 Uhr meldete die Einsatzleitung offiziell „Feuer aus“. Damit endet einer der größten Feuerwehreinsätze der vergangenen Jahrzehnte im Saarland.
Seit dem Brandausbruch waren mehr als 500 Einsatzkräfte aus dem gesamten Saarland, den Landkreisen St. Wendel und Merzig-Wadern sowie dem Landkreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz im Einsatz. Unterstützt wurden sie unter anderem von einem Polizeihubschrauber der Bundespolizei aus Koblenz, dem Deutschen Roten Kreuz, den Maltesern und der Polizei Nordsaarland.
Am Freitag wurde die rund fünf Hektar große Brandfläche nochmals großflächig bewässert. Vor allem Glutnester an Baumstämmen wurden gezielt gelöscht. Besonderes Augenmerk galt den Randbereichen, um ein erneutes Aufflammen des Feuers zu verhindern. Sowohl in der Nacht von Donnerstag auf Freitag als auch in der folgenden Nacht sicherten Brandwachen das Gebiet und kontrollierten es fortlaufend auf verbliebene Glutnester. Da in der vergangenen Nacht nur noch wenige Glutnester entdeckt wurden, konnte der Einsatz am Samstag offiziell beendet werden.
Ganz abgeschlossen sind die Arbeiten jedoch noch nicht. Die Feuerwehr Kastel wird in den kommenden Tagen das Brandgebiet weiterhin regelmäßig kontrollieren. Alle zwei Stunden wird ein Trupp mit sogenannten Waldbrandrucksäcken, die jeweils 20 Liter Wasser fassen, das Gelände nach möglichen Glutnestern absuchen. Deshalb kann es auch in den nächsten Tagen vereinzelt zu kleineren Rauchentwicklungen kommen, die unmittelbar gelöscht werden.
Vor Ort zeigt sich inzwischen das ganze Ausmaß der Zerstörung. Deutlich erkennbar ist der Weg der Flammen, die sich den steilen Hang hinauf fraßen – zunächst auf der linken Seite der Autobahn in Richtung Primstal und anschließend auf der rechten Seite in Richtung Kastel. Für beide Ortschaften bestand nach Angaben der Einsatzleitung während des gesamten Einsatzes keine unmittelbare Gefahr. Durch das Anlegen einer Brandschneise und den Einsatz eines Löschhubschraubers konnte die weitere Ausbreitung des Feuers gestoppt werden.
Besonders schwer getroffen wurde eine Wiederaufforstungsfläche. Erst im Frühjahr 2023 waren auf dem rund zehn Hektar großen Hang insgesamt 8.150 Jungbäume gepflanzt worden. Zum Schutz vor Wildverbiss erhielten sie Kunststoff-Schutzhüllen. In den vergangenen drei Jahren hatte sich dort eine junge Schonung entwickelt. Für die Aufforstung investierte die Gemeinde Nonnweiler einen hohen fünfstelligen Betrag. Nach ersten Schätzungen wurde etwa die Hälfte der jungen Bäume durch den Brand zerstört.
Nach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich um den schwersten Waldbrand in der Gemeinde Nonnweiler und im Saarland seit rund 50 Jahren. Die Ursache des Feuers ist weiterhin unklar. Wie die Polizei Nordsaarland mitteilte, werden derzeit unter anderem aufgefundene Reste von Feuerwerkskörpern sowie Zeugenaussagen ausgewertet. Andere mögliche Brandursachen werden ebenfalls geprüft.
Die Einsatzleitung weist zudem darauf hin, dass entgegen einzelner Berichte nicht 100 Hektar Wald verbrannt sind. Tatsächlich umfasst die Brandfläche rund fünf Hektar.




