Die gestiegenen Energie- und Finanzierungskosten infolge des Iran-Kriegs belasten die saarländische Wirtschaft erheblich. Dies zeigen aktuelle Umfrageergebnisse der IHK Saarland unter rund 300 Unternehmen mit über 90.000 Beschäftigten. Der Erwartungsindikator für die kommenden sechs Monate sank um 3,9 Punkte auf minus 10,8 Zähler. Gleichzeitig verbesserte sich der Lageindikator um 2,8 Punkte auf 3,0 Zähler – den höchsten Stand seit Oktober 2024.
Die aktuelle Geschäftslage bewerten 25 Prozent der Unternehmen als gut oder sehr gut, 53 Prozent als befriedigend und 22 Prozent als schlecht. Im Verarbeitenden Gewerbe entwickelt sich die Bauwirtschaft positiv, während Branchen wie das Ernährungsgewerbe, der Stahlbau, Maschinen- und Anlagenbau, die Medizintechnik, Elektroindustrie und Teile der Automobilzulieferindustrie eine befriedigende Lage melden. Unter Druck stehen weiterhin die Gummi- und Kunststoffindustrie, Gießereien, Metallerzeuger und die Stahlindustrie. Im Dienstleistungssektor berichten 78 Prozent von guten oder befriedigenden Geschäften. IT-Branche und Versicherungswirtschaft verzeichnen gute Geschäfte, während Banken und unternehmensnahe Dienstleister überwiegend befriedigende Ergebnisse melden. Handel sowie Hotel- und Gaststättengewerbe leiden unter Konsumzurückhaltung und hohen Kosten.
IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé warnt vor den Folgen des Iran-Kriegs: „Die Konjunkturampel steht auf Gelb – aber sie flackert bedenklich. Die aktuelle Geschäftslage vermittelt ein stabileres Bild, als es die Erwartungen tatsächlich hergeben.“ Er kritisiert, dass der Aufwärtstrend hauptsächlich durch staatliche, kreditfinanzierte Impulse getragen werde, während privater Konsum und Investitionen zurückblieben. Für die nächsten sechs Monate erwarten nur fünf Prozent der Unternehmen bessere Geschäfte, 16 Prozent rechnen mit Verschlechterungen, 79 Prozent mit Stagnation. Thomé fordert grundlegende Reformen bei Energiepreisen, Steuern, Planungsverfahren und Bürokratie: „Der Iran-Krieg droht der Saarwirtschaft einen schweren Schlag zu versetzen.“ Er mahnt ein enges Reformfenster bis zum Frühsommer an, das die Bundesregierung nutzen müsse, um Deutschland wieder auf einen stabilen Wachstumspfad zu führen.



