Am gestrigen Montag, dem 15.12.2025, hat der Kreistag St. Wendel den Haushalt für das kommende Geschäftsjahr 2026 beschlossen. Das Gesamtvolumen des Haushalts wird mit 209 Millionen Euro einen neuen Höchstwert erreichen, und auch die Kreisumlage verzeichnet neue Spitzenwerte.
Der Ursprung dieses hohen Gesamtvolumens ergibt sich größtenteils aus den Bereichen Jugendhilfe, Pflege und Sozialkosten. Letztere allein belaufen sich mittlerweile auf 129 Millionen Euro. Landrat Udo Recktenwald konkretisiert:
“ …dies bedeutet wir geben 1465€ pro Einwohner an Sozialkosten aus. Bundesweit gesehen waren dies vor 30 Jahren noch 759€ pro Einwohner, jetzt sind es bundesweit 1675€ mehr als doppelt so viel… Dies zeigt das der Sozialstaat schon ein stückweit aus dem Ruder läuft.“
Die Bereiche Bildung und ÖPNV folgen mit jeweils rund 15 Millionen Euro. Gerade in den Bereichen Bildung und Infrastruktur soll im kommenden Jahr schwerpunktmäßig investiert werden. Geplant sind Projekte wie der Neubau der Akademie für Erzieher am sozialpflegerischen Bildungszentrum mit einem Volumen von rund 4,8 Millionen Euro, der Bau einer Einfeld-Sportanlage am Wendalinum-Gymnasium sowie zusätzliche Klassenzimmer und Erweiterungsbauten, etwa an der Gemeinschaftsschule Theley. Auch im Bereich des Katastrophenschutzes wird weiter investiert: Im Zentrum Hoffeld-Mauschbach soll ein zusätzlicher Schulungsbereich eingerichtet werden.
Die dramatische finanzielle Lage der Kommunen spitzt sich derweil weiter zu. Der Kreisumlagesatz steigt im kommenden Jahr auf den bisher zweithöchsten Wert von rund 63,75 Prozent. Konkret bedeutet dies, dass 63 Cent von jedem Euro einer Gemeinde oder der Stadt St. Wendel an den Kreis abgeführt werden müssen. Damit erhöht sich die Gesamtsumme der Abführungen von bisher 93,8 Millionen Euro auf 99,41 Millionen Euro. Ein neuer Rekord, der vor allem die durch die Rüstungsindustrie wirtschaftlich gewachsenen Gemeinden wie Freisen und Nonnweiler besonders stark trifft.
Durch die erhöhte Finanzkraft infolge der angesiedelten Rüstungsindustrie erhält der Landkreis im kommenden Jahr jedoch keinerlei Schlüsselzuweisungen. Diese fehlenden Zuweisungen schlagen sich vor allem in der Höhe der Kreisumlage nieder. „Nur weil wir im Verhältnis zu andern Kreisen wirtschaftlich stärker geworden sind, heißt das noch lange nicht, dass wir wirtschaftlich, also auch tatsächlich finanzstark sind.“, so der Landrat.
Landrat Udo Recktenwald betont: „Wir sind nun an einem Punkt der Finanzlage angekommen wo es so nicht mehr weitergehen kann.“ Den Kommunen werden stetig mehr Aufgaben zugewiesen, für die sie jedoch keine finanzielle Unterstützung erhalten. Sie tragen mittlerweile 29,7 Prozent der staatlichen Ausgaben, erhalten jedoch lediglich 13,9 Prozent des Gesamtsteueraufkommens. Auch die Summe aller Kreisumlagen der Gemeindeverbände des Saarlandes – mehr als eine Milliarde Euro – kann im kommenden Jahr erstmals nicht mehr durch den kommunalen Finanzausgleich in Höhe von rund 901 Millionen Euro gedeckt werden.



