„Hauptamt stärkt Ehrenamt“ hilft Vereinen auch in der Corona-Pandemie

Fotocredit: Hauptamt stärkt Ehrenamt

Seit Januar ist das Projekt „Hauptamt stärkt Ehrenamt“ bereits am Start. Mit dem Projekt soll modellhaft erprobt werden, wie auf Landkreisebene erfolgversprechende und nachhaltige Strukturen zur Stärkung und Begleitung des Ehrenamts aufgebaut und verbessert werden können. Seit Januar konnten schon 276 Personen aus unterschiedlichen Vereinen in Vereinsgesprächen beratschlagt werden. Außerdem wurden 21 Qualifizierungsangebote zu verschiedenen Themen durchgeführt.

Denn das Ehrenamt ist unverzichtbare Komponente des örtlichen Sozial- und Gemeinschaftslebens. „Vereine sind, wie es der aus Alsweiler stammende Journalist Klaus Brill treffend auf den Punkt brachte, in unserer Region Lebenselixier, ein wichtiges Stück Heimat. Sie sind das soziale Kapital. Ehrenamtliches Engagement ist von entscheidender Bedeutung für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und für die Vermittlung von Werten. Die Arbeit der rund 1400 Vereine im Landkreis ist mit Geld nicht aufzuwiegen“, so Landrat Udo Recktenwald.

Das erkannte auch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, die dem Landkreis im Projekt „Hauptamt stärkt Ehrenamt“ eine Summe von 450.000€ zur Verfügung stellen, die in 3 Jahren abgerufen werden können.



„Unser Ziel ist es, Begleitstrukturen aufzubauen, zum Beispiel durch Information, Beratung, Qualifizierung und Vernetzung, um somit auf verschiedene Weise die wertvolle Arbeit der Ehrenamtlichen zu unterstützen“, fasst Projektleiterin Tina Noack die Aufgaben des Projekts zusammen.

Hier bekommen Vereinsmitglieder schnelle Antworten

Dass man das Projekt dringend benötigt, zeigte sich bereits deutlich. Durch die schwierige Situation im Ehrenamt waren hauptamtliche Ansprechpersonen besonders 2020 sehr wichtig. Ob es um finanzielle Unterstützungen ging, Auslegungen der geltenden Verordnungen, Entwicklung digitaler Möglichkeiten um das Vereinsleben weiter aufrechterhalten zu können oder andere Fragen rund um die Corona-Pandemie. Dazu wurde im Frühjahr kurzerhand die FAQ-Seite der Homepage vereinsplatz-wnd.de mit vielen nützlichen Corona-Infos gefüttert. Die Webseite bietet eine wichtige Wissensplattform für Vereine, um sich zu verbinden, Informationen zu erhalten oder Ansprechpartner zu ermitteln.

Neben dieser Wissensdatenbank wurde aber auch weiterhin Wissen direkt vermittelt. In zahlreichen Seminaren konnten Interessierte bereits Expert*innen zu den unterschiedlichsten Themen Fragen stellen und so wichtigen Input für das Vereinsleben gewinnen. Während der Corona-Pandemie wurden die Seminare dezentral als Webinare angeboten. Die Expert*innen gehen bei diesen Webinaren individuell auf die Vereinsbelange und die Vorstellungen der Anwesenden ein und streben einen „Blick über den Tellerrand“ an.

Digitalisierte Vereinsarbeit

Dass es vor allem in einem Ehrenamtshilfe-Projekt von Nöten ist, auf das Thema Digitalisierung im Besonderen ein Augenmerk zu legen, ist anhand der gesellschaftlichen Entwicklung nicht von der Hand zu weisen. Während Schüler*innen in Online-Lerngruppen bereits per Smartphone wichtige Informationen verbreiten, mussten sie ihre Vereinsmitgliedschaft nicht selten noch per Fax senden und Werbung für die nächste Vereinsveranstaltung wurde einzig im ortsansässigen Mitteilungsblatt verbreitet.

Das hat jahrelang so auch gut funktioniert, spiegelt aber die Lebensrealität heute nicht mehr wider. Daher hat sich der Landkreis St. Wendel im Projekt Hauptamt stärkt Ehrenamt mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) einen Partner gesucht, der die Digitalisierung mitbegleitet.



Auch die Dorf-App „Dorf-Funk/ DorfNews“ ist nun auch ein wichtiger Baustein im Projekt „Hauptamt stärkt Ehrenamt“. Mit der App können die Bürger Fragen und Gedanken der Dorfgemeinschaft mitteilen (z.B. „Die Glocken haben geläutet. Ist jemand gestorben?“). Vereine können Mitteilungen verfassen (z.B. Spiel-Ergebnisse, Mitgliedergesuche oder Veranstaltungen) und Gewerbetreibende können über beispielsweise veränderte Öffnungszeiten informieren. So trägt die App dazu bei, dass das Dorfleben auf digitalem Wege stattfinden kann.Vor allem auch während der Zeit des Corona-Lockdowns wurde die App stark genutzt, um ehrenamtliche Einkaufs- und Hilfsdienste zu koordinieren.

Die App startete 2019 in Hasborn-Dautweiler und wurde im Sommer 2020 auf die gesamte Gemeinde Tholey ausgeweitet. In weiteren Gemeinden im Landkreis stieß die Anwendung ebenfalls auf großes Interesse. Demnach wird nun auch die App in weitere Teile des Landkreises ausgerollt. Der WFG-Mitarbeiter Julian Schneider und der Ehrenamtler Norbert Schwab unterstützen die Einführung der Dorfapp. Beide haben bei der Umsetzung eine klare Idee vor Augen: „Wir möchten es schaffen, dass die Dorfapp irgendwann in allen Orts- und Stadtteilen des Landkreises verfügbar ist.“

„Ob Natur-, Kultur-, oder Sportvereine, gemeinnützige Organisationen, Initiativen oder ehrenamtlich Engagierte: Wir stehen jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung und unterstützen bei der täglichen Vereins- und Ehrenamtsarbeit.“, motiviert Tina Noack, Vereinsmitglieder dazu, sich helfen zu lassen. 

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