Touristinformation zieht um

Gemeinde Tholey pachtet ehemaliges Schwesternhaus der Abtei

Abtei Tholey Barockgarten

„Die Gemeinde Tholey übernimmt als Pächterin das Besucherzentrum der Benediktinerabtei im ehemaligen Schwesternhaus in der ,Römerallee` und wird dort eine gemeinsame Touristinformation für die Gemeinde und die Abtei betreiben.“ Dies teilten Bürgermeister Hermann Josef Schmidt und Abt Mauritius Choriol mit. Der Tholeyer Gemeinderat stimmte den entsprechenden Plänen in seiner jüngsten Sitzung am 21. April zu.

Im Herbst 2020 wurde das zuvor aufwendig renovierte einstige Schwesternhaus als Eingangspforte in die Welt des ältesten Klosters Deutschlands für die Gäste eröffnet. Nach der Wiedereröffnung der Abteikirche mit ihren Richterfenstern avancierte die Abtei zu einem Besuchermagneten. Im Erdgeschoss konnten die Gäste sich mit Informationen und Eintrittsticktes zum Besuch der Klosteranlage versorgen, zudem wurde hier ein Klosterladen untergebracht. Wegen der Corona-Pandemie musste das Besucherzentrum allerdings schon bald schließen.
In der Folge entschieden die Mönche, es künftig nicht wieder selbst zu betreiben. Die eigens dazu gegründete GmbH soll aufgelöst werden. In einem Gespräch zwischen Abt und Bürgermeister fand man jedoch eine Lösung: Noch engere
Kooperation! Konkret bedeutet dies, dass die Gemeinde Tholey das Gebäude pachtet und als gemeinsame zentrale Anlaufstelle für Touristinnen und Touristen nutzen wird. Dazu werden vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Rathaus verlassen und ihre Büros im ersten Stock des frisch renovierten früheren Schwesternhauses beziehen.
Das Erdgeschoss werden Gemeinde und Abtei gemeinsam als Touristinfo und Informationszentrum nutzen. Das Touristik-Team der Gemeinde wird dort zukünftig alle Anfragen beantworten.



Die Mönche werden aber auch weiterhin präsent sein, denn sie sind Ansprechpartner und Aufsicht in der Kirche und werden an den Wochenenden öffentliche Führungen anbieten. Gäste können sich täglich außer dienstags sogar an den Wochenenden mit Infomaterial versorgen oder Souvenirs erwerben. Durch die Konzentration der Touristinfo einem Standort können nicht nur personelle Kapazitäten besser ausgenutzt werden. Es bringt den zusätzlichen Vorteil, dass die Abteigäste hier auch reichlich Informationen über die anderen touristischen Destinationen, wie den Schaumberg, den Vicus Wareswald, das Hofgut Imsbach oder die Johann-Adams-Mühle sowie über das Radfahren und Wandern finden werden. Somit werden auch sie von der neuen Einrichtung profitieren. Für diesen Zweck stehen immerhin mehr als 150 Quadratmeter allein im Erdgeschoss mit multimedialer Ausstattung zur Verfügung. Barrierefrei und damit behindertengerecht gibt es nicht nur Platz für Infomaterial, wie Flyer, Prospekte oder Merchandiseprodukte, sondern auch Raum für den Empfang von Gruppen. Hinzu kommen selbstverständlich sanitäre Einrichtungen, ebenfalls behindertengerecht.

Für die Anpachtung des Besucherzentrums von der Benediktinerabtei wird die Gemeinde laut Gemeinderatsbeschluss einen Betrag von 1.000 Euro pro Monat zahlen. Die Nebenkosten teilen sich Gemeinde und Abtei. Als Pachtdauer wurden zunächst fünf Jahre vereinbart, mit der Option auf Verlängerung um jeweils fünf Jahre auf insgesamt 20 Jahre.
Vereinbart wurde zudem, der Benediktinerabtei eine Pachtvorauszahlung in Höhe von 20.000 Euro zahlen. Mit diesem Geld wird das Kloster das Außengelände des Besucherzentrums fertig herrichten. Der monatliche Pachtpreis wird dafür im Gegenzug in den ersten 40 Monaten der Vertragslaufzeit auf 500 Euro reduziert.

„Die Abtei mit der Klosterkirche und den Richterfenstern war vor dem coronabedingten Tourismusstopp bereits ein Besuchermagnet. Mit dem Schaumberg, dem Vicus Wareswald, dem Hofgut Imsbach oder der Johann-Adams-Mühle gibt es in der Gemeinde Tholey weitere höchst attraktive Ziele. Wir rechnen mit etwa 100.000 Gästen im Jahr. Neben der Schaffung der nötigen verkehrstechnischen Infrastruktur, die wir beispielsweise durch die Anlage neuer Parkmöglichkeiten schaffen, ist eine Touristinformation als zentrale Anlaufstelle absolut notwendig. Im ehemaligen Schwesternhaus wurden dafür bereits die idealen Voraussetzungen geschaffen. Ich hoffe, dass wir den Umzug unserer Tourismusabteilung bis Juni abgeschlossen haben und wir so schnell wie möglich wieder touristische Besucher im Schaumberger Land begrüßen können. Wir werden auf jeden Fall vorbereitet sein“, so Bürgermeister Hermann Josef Schmidt.

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