„Marpingen könnte heute deutlich weiter sein“

„Fragen an die Opposition“ – Manfred Wegmann, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Gemeinderat Marpingen im Interview

Foto: CDU Marpingen

In unserer Interviewreihe „Fragen an die Opposition“ kommen die Fraktionen und Gruppen in den kommunalen Gremien zu Wort, die derzeit in der Minderheit sind. Sie sprechen über ihre politischen Schwerpunkte, die Zusammenarbeit im Rat, Kritik an der aktuellen Mehrheit – und darüber, wie sie ihre Rolle als Opposition verstehen und ausfüllen.

In dieser Ausgabe stellt sich die CDU-Fraktion im Gemeinderat Marpingen (Vorsitzender: Manfred Wegmann) den Fragen.

wndn.de: Stellen Sie sich bitte kurz vor!
Manfred Wegmann: Die CDU-Fraktion im Gemeinderat Marpingen besteht aus 14 engagierten Mitgliedern. Sechs von ihnen wurden bei der letzten Kommunalwahl erstmals in den Gemeinderat gewählt und bringen frische Ideen und neue Perspektiven ein. Fraktionsvorsitzender ist Manfred Wegmann, der gemeinsam mit dem gesamten Team für eine sachorientierte, bürgernahe Politik steht.

Was sind aktuell Ihre wichtigsten Themen und Anliegen im Gemeinderat?
Die Entwicklung der Ortsmitte in Marpingen, insbesondere der geplante Neubau der Grundschule, ist derzeit eines unserer wichtigsten und zugleich herausforderndsten Projekte. Dabei geht es nicht nur um die finanzielle Realisierbarkeit, sondern auch um eine durchdachte verkehrliche Anbindung und die Integration in das bestehende Ortsbild. Unser Ziel ist es, den Bedürfnissen von Kindern, Eltern und Lehrkräften ebenso gerecht zu werden wie den Anforderungen an eine lebendige Ortsmitte.

Wo sehen Sie die größten Versäumnisse oder Schwächen der aktuellen Mehrheit?
Nach unserem Empfinden hat sich die Gemeinde in den vergangenen Jahren zu wenig weiterentwickelt und wichtige Chancen wurden nicht genutzt. Wir sind überzeugt: Marpingen könnte heute deutlich weiter sein, wenn strategische Entscheidungen frühzeitiger und entschlossener getroffen worden wären. Im Vergleich sehen wir, dass andere Gemeinden in der Region bereits spürbar weiter vorangekommen sind – etwa bei der Ortsentwicklung oder Infrastruktur. Hier gilt es, Tempo aufzunehmen und versäumte Entwicklungen nachzuholen, um den Anschluss nicht zu verlieren.

Welche konkreten Vorschläge oder Alternativen bringen Sie ein?
Unser Vorschlag zur Gestaltung der Ortsmitte beruhte eher auf einer Verlagerung der Gesamtschule aus dem Ort heraus. Die Entscheidung ist nun anders gefallen und wir begleiten jetzt nur den Umbau im Zentrum. Fraglich ist für uns der Sinn der geplanten Umgehungsstraße am Sportplatz vorbei.
Zur Entwicklung gehört auch der Neubau von Gewerbegebieten. Hier wünschen wir uns von den Verantwortlichen in der Landesverwaltung und den zuständigen Gremien mehr Schnelligkeit und Druck. Die Fraktionen sind sich einig, dass etwas geschehen muss, aber es dauert alles viel zu lange.

Welche Ihrer Anträge oder Initiativen wurden zuletzt behandelt – mit welchem Ergebnis?
Wir haben in den vergangenen Monaten mehrere Anträge eingebracht, die aktuell kurz vor der endgültigen Entscheidung im Gemeinderat stehen und bereits einstimmig in den zuständigen Ausschüssen beschlossen wurden.

Dazu zählen unter anderem:

  • Eine Förderrichtlinie zum Erwerb und zur Sanierung leerstehender Altbauten in der Gemeinde Marpingen.
    Bürgerinnen und Bürger sollen künftig unbürokratisch einen Zuschuss in Höhe von bis zu 2.000 Euro für den Erwerb, die Sanierung oder auch den Abriss von leerstehenden Altbauten beantragen können. Ziel ist es, das Ortsbild zu verbessern und dem Leerstand entgegenzuwirken.

  • Ein Förderfonds zur freiwilligen Umwandlung von Steingärten in begrünte Vorgärten.
    Auch hier ist ein unbürokratischer Zuschuss von bis zu 750 Euro möglich – für alle, die ihre Vorgärten naturnah und klimafreundlich umgestalten möchten.

  • Zudem soll auf unsere Initiative hin ein Arbeitskreis zur kommunalen Wärmeplanung ins Leben gerufen werden.
    Dieser soll sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Verwaltung, der Fraktionen sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern zusammensetzen. Ziel ist es, gemeinsam tragfähige Konzepte für eine nachhaltige und zukunftssichere Wärmeversorgung in der Gemeinde zu entwickeln.

Wie gelingt es Ihnen, auch aus der Opposition heraus Einfluss zu nehmen?
Die SPD verfügt im Gemeinderat über keine eigene Mehrheit. Daher sind bei allen wichtigen Themen Absprachen zwischen den demokratischen Fraktionen erforderlich. Wir haben mit der SPD-Fraktion eine konstruktive Zusammenarbeit vereinbart, bei der wir viele Anliegen gemeinsam vorantreiben, um unsere Gemeinde weiterzuentwickeln und politischen Stillstand zu vermeiden. Zudem stellen wir mit Frank Weirich einen Beigeordneten – und damit auch den Vertreter des Bürgermeisters.

Wird Ihrer Meinung nach der Opposition ausreichend Gehör geschenkt?
Ja, wir erleben die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Opposition insgesamt als konstruktiv und respektvoll. Unsere Anliegen und Vorschläge finden Gehör, und es besteht ein offener Austausch, der eine sachorientierte Kommunalpolitik ermöglicht.

Welche Rolle sollte eine Opposition auf kommunaler Ebene Ihrer Ansicht nach spielen?
Die Opposition sollte kritisch, aber konstruktiv agieren – das heißt: den Finger in die Wunde legen, die Arbeit der Mehrheitsfraktion genau beobachten und hinterfragen, wo es nötig ist. Gleichzeitig sehen wir es als unsere Verantwortung, eigene Ideen und Vorschläge einzubringen, um die Gemeinde aktiv mitzugestalten. Denn: Alle im Gemeinderat vertretenen Fraktionen haben von den Bürgerinnen und Bürgern den Auftrag erhalten, sich für das Wohl der Gemeinde einzusetzen – unabhängig von ihrer Rolle als Mehrheits- oder Oppositionsfraktion.

Wie erleben Sie die Zusammenarbeit mit der Verwaltung und den anderen Fraktionen?
Zur Verwaltung besteht ein guter Kontakt und die Zuarbeit ist wirklich gut. Mit den anderen Fraktionen besteht ein demokratisches Verhältnis.
Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung ist konstruktiv und zuverlässig. Der Austausch erfolgt auf Augenhöhe, und die Zuarbeit durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist sehr engagiert und professionell. Mit den anderen Fraktionen im Gemeinderat pflegen wir ein respektvolles und demokratisches Miteinander.

Wie halten Sie Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern – was hören Sie aktuell am häufigsten?
Wir bewegen uns mit der Fraktion viel im Ort und sind auf den meisten Veranstaltungen zu finden. Außerdem sind fast alle der Fraktionsmitglieder in Vereinen und Institutionen tätig.
Das Thema Neubau der Grundschule und der Umbau der Ortsmitte ist immer wieder präsent, aber auch die medizinische Versorgung, insbesondere durch Fachärzte, wird oft hinterfragt. Auch die Verkehrssituation, insbesondere das Parken in den Nebenstraßen, wird immer wieder genannt.

Wir sind als Fraktion viel im Ort unterwegs und auf den meisten Veranstaltungen präsent. Zudem sind fast alle unsere Fraktionsmitglieder in Vereinen, Organisationen oder Institutionen aktiv – so bleiben wir im ständigen Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern und nehmen aktuelle Anliegen direkt auf.

Besonders häufig angesprochen werden derzeit:

  • der geplante Neubau der Grundschule und die damit verbundene Umgestaltung der Ortsmitte,

  • die medizinische Versorgung, insbesondere das Fehlen von Facharztangeboten,

  • sowie die Verkehrssituation – vor allem das Parken in engen Nebenstraßen.
    Diese Themen greifen wir auf und bringen sie aktiv in unsere Arbeit mit ein.

Was motiviert Sie persönlich, sich politisch zu engagieren?
Die Aussicht und die Hoffnung, etwas bewegen zu können. Von der Seitenlinie zu meckern ist keine Kunst, sich einzubringen sehr wohl.

Was war bisher Ihr größter Erfolg – und Ihre größte politische Enttäuschung?
Die gewonnene Wahl zum Ortsvorsteher in Marpingen war sicherlich ein Highlight und die Jahre danach, aber genauso die verlorene Wahl danach, obwohl die Resonanz aus der Bevölkerung zu meiner Amtszeit überwiegend positiv war.

Was sind Ihre politischen Ziele bis zur nächsten Kommunalwahl?
Unser Ziel ist es, die Themen, die wir im Wahlkampf versprochen haben, Schritt für Schritt umzusetzen. Dabei stehen für uns vor allem konkrete Verbesserungen im Alltag der Bürgerinnen und Bürger, eine nachhaltige Ortsentwicklung sowie eine verantwortungsvolle Finanzpolitik im Mittelpunkt. Wir wollen bis zur nächsten Kommunalwahl sichtbare Fortschritte erzielen und zeigen, dass Verlässlichkeit, Sachorientierung und Bürgernähe unser politisches Handeln prägen.

Vielen Dank für das Interview! 

Kontakt: 

Internet: https://www.cdu-marpingen.de/

Facebook: https://www.facebook.com/CDUMarpingen/

Instagram: https://www.instagram.com/cdu_gv_marpingen/

Weitere interessante Artikel:

ANZEIGEN

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Blätterbarer Katalog 2026 mit 44 Seiten:

Weitere Informationen zu den neuen „Gudd-Zweck-STERNZEICHEN-ETIKETTEN“ finden Sie hier:
https://www.gudd-zweck.de/fyi/ho-roos-kop/