Das Bundesprojekt für Neuzugewanderte zieht Bilanz

Foto: Markus Schmitt

Das vom Bund geförderte Programm „Bildungskoordination für Neuzugewanderte“ ist erfolgreich abgeschlossen worden. Das gibt der Landkreis St. Wendel bekannt. In den vergangenen vier Jahren waren zwei Mitarbeiter der Kommunalen Arbeitsförderung – Jobcenter des Landkreises St. Wendel für die Umsetzung des Programms zuständig. Hauptziel war es, Bildungsangebote für Zugewanderte sowie Bildungsanbieter in den Gemeinden zu ermitteln und stärker in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Zudem, Doppelstrukturen in der Bildungsarbeit abzuschaffen, vorhandene Strukturen zu nutzen sowie Lücken in den Angeboten zu minimieren. Zum Abschluss des Projektes stellten Thomas Schmidt, Dezernent in der Kommunalen Arbeitsförderung, und die beiden Bildungskoordinatoren Constanze Baus und Patrick Hemm die Projektergebnisse vor. Coronabedingt in einer Videokonferenz mit der Transferagentur Kommunales Bildungsmanagement Rheinland-Pfalz – Saarland, die als Projektpartner das Bundesbildungsministerium vertritt.



„Integration kann immer nur vor Ort in den Gemeinden, Städten und Landkreisen gelingen und auch nur dann, wenn die verschiedenen Akteure abgestimmt und vernetzt handeln. Hierfür sind Bestandsaufnahmen und Kooperationsstrukturen erforderlich“, sagt Landrat Udo Recktenwald. „Eine Herkulesaufgabe, die in unserem Landkreis in den vergangenen vier Jahren vorbildlich bewältigt wurde.“

„Bildung ist entscheidend, damit die Integration von Neuzugewanderten gelingt. Wie vielfältig Bildungsangebote speziell für diese Zielgruppe sein können, ist uns bei der Bestandsaufnahme aller Angebote deutlich geworden“, erklären die Koordinatoren Baus und Hemm. Für Flüchtlinge sei es anfangs schwierig gewesen, die Angebotsvielfalt zu überblicken. Das breite Spektrum habe selbst Bildungsakteure vor die Herausforderung gestellt, passgenaue Angebote für die individuellen Bedürfnisse von Neuzugewanderten herauszufiltern. Den Bildungskoordinatoren war es daher wichtig, einen Überblick über die Angebotsvielfalt zu gewinnen und eine Abstimmung der beteiligten Akteure untereinander zu ermöglichen. „Neben dem Zugang von Flüchtlingen zu Sprachförderangeboten spielten insbesondere auch der Zugang zu allgemein- und berufsbildenden Maßnahmen sowie zu Angeboten bei der Integration in den Arbeitsmarkt eine besondere Rolle für die Arbeit der Bildungskoordinatoren“, ergänzt Thomas Schmidt.



Durch die Einbeziehung möglichst vieler an Bildung beteiligter Akteure gelang es den Koordinatoren, bereits vorhandene Ressourcen optimal zu nutzen und mit gezielter Gremienarbeit den Informationsfluss zwischen den beteiligten Akteuren zu sichern. Mittels Leuchtturmprojekten setzten Baus und Hemm zudem wichtige Impulse für die künftige Arbeit mit Neuzugewanderten im Jobcenter St. Wendel. Sie schulten hierbei etwa hauptamtliche, aber auch ehrenamtliche Multiplikatoren zu den Themen Hochschulzugang und Ausbildung in Deutschland und erstellten Informationsmaterial für die Hochschul- und Ausbildungsberatung junger Flüchtlinge.

Da es ein Ziel des Projekts war, möglichst große Transparenz über die Angebote für die Zielgruppe der Neuzugewanderten und für Bildungsträger zu schaffen, gaben Baus und Hemm regelmäßig einen Newsletter heraus und konzipierten zusätzlich einen Wegweiser für die Arbeit mit Flüchtlingen. Symbolisch schickten sie nun zum Projektabschluss das erste Exemplar des Wegweisers per Mausklick an ihren Projektpartner, die Transferagentur Kommunales Bildungsmanagement Rheinland-Pfalz – Saarland. Der Wegweiser ist das Ergebnis der jahrelangen Sammlung und Koordinierung und enthält Angebote für Neuzugewanderte aus den Themenfelder Migration und Sprache, frühkindliche Bildung und Familie, Berufs- und Hochschulausbildung, Arbeit und Beruf, alltägliche Hilfen und Notsituationen sowie Freizeit und Ehrenamt.

Der Wegweiser ist auch auf der Webseite des Landkreises St. Wendel online: www.landkreis-st-wendel.de/bildung-kultur-ehrenamt/bildungskoordination-fuer-neuzugewanderte.

Seit Ende 2014 wurden insgesamt 2984 Flüchtlinge im Landkreis St. Wendel aufgenommen. Aktuell sind es noch 1747, davon 718 Kinder unter 18 Jahren. 90 Prozent stammen aus Syrien, drei Prozent aus Eritrea, jeweils zwei Prozent aus Afghanistan und dem Irak.

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