Cybermobbing: “Ist mein Kind ein Opfer oder ein Bully?”

Meinungsfreiheit im Netz, die meistens als übermäßige Freizügigkeit wahrgenommen wird, zeigt ein überdurchschnittlich hohes Maß an Aggression in der Gesellschaft. Harmlosem Informationsaustausch bevorzugen viele harmlose Internetgewalt. Welche Gestalten Cybermobbing annimmt und wie man an eigenem Kind erkennt, ob es die anderen mobbt oder selber gemobbt wird, versuchen wir hier zu erklären. 

Online-Mobbing und seine Konsequenzen

Cybermobbing ist mehr als nur Wut und Gemeinheit. Dies ist ein unbewusstes aggressives Verhalten, das aus einer echten oder einem illusionären Dysbalance der Macht resultiert. Mobbing neigt dazu, sich zu wiederholen und lässt das Opfer ruhelos und gestresst werden. 

Die Folgen können katastrophal sein. Wir haben alle von den Mobbing-Opfern gehört, die aus diesem Grund Selbstmord begangen haben. Die Opfer von Mobbing sowie Cybermobbing tendieren, die Schule zu schwänzen, Motivation zu verlieren und auch später als Erwachsene negative Auswirkung dieser Erfahrung zu erleben: viel häufiger werden ehemals Gemobbte krank und haben psychische Probleme.

Wenn Sie glauben, dass Ihr Kind dem virtuellen Mobbing ausgesetzt ist,..

…kommt das Kind im Idealfall zu Ihnen und erzählt, dass es gemobbt wird. Aber wenn es darüber schweigt und Sie sehen, dass es traurig oder gedankenverloren ist, beginnen Sie das Gespräch selbst. Sagen Sie, dass Sie bemerkten, dass etwas nicht stimmt, beschreiben Sie im Detail, welche Veränderungen Sie im Kind sehen, aber machen Sie keine Bewertungen, Sarkasmus oder Belehrungen. Erstellen Sie für Ihr Kind eine ungefährliche Atmosphäre, in der es sich traut, Ihnen über seine Gefühle und Gedanken zu erzählen. Stellen Sie offene Fragen, wie zum Beispiel: „Es scheint mir, dass du in letzter Zeit traurig bist, ist etwas passiert, was dich enttäuscht hat? Lass uns darüber reden“.

Seien Sie geduldig. Erzählen Sie Ihrem Kind über eigene Erfahrungen und reagieren Sie nicht dramatisch, wenn das Kind Ihnen von Bulling-Fällen erzählt, die Sie schockieren oder ärgern. Zeigen Sie Empathie, denken Sie, hören Sie zu, lassen Sie das Kind wissen, dass es beliebige Gedanken haben kann, aber überzeugen Sie es, dass niemand es verdient, ein Mobbing-Opfer zu sein.

Wenn Ihr Kind ein Bully ist,..

…werden Sie das vielleicht für eine lange Zeit nicht erkennen können. Viele Eltern erfahren über solches Benehmen ihrer Kinder zufällig, durch moderne Apps für Kindersicherung wie mSpy und andere. Wenn Sie aber schon bestimmt wissen, dass Ihr Kind andere beleidigt, dann wird es Ihr erster Impuls sein, es streng zu bestrafen. Strafe wird jedoch schlechtes Verhalten nicht korrigieren, sondern nur das Vertrauen zwischen dem Kind und dem Erwachsenen zerstören. Sie müssen den Wunsch des Kindes, den Anderen zu schaden, durch den Wunsch ersetzen, gegenüber den Anderen freundlich zu sein. 

Lassen Sie das Kind sehen, was es falsch gemacht hat, und helfen Sie ihm, Wege zu finden, wie das Problem gelöst werden kann. Konzentrieren Sie sich darauf, was das Kind zu diesem Verhalten geführt hat, und helfen Sie ihm zu verstehen, dass er durch die Übernahme der Verantwortung für seine Handlungen seine eigene Integrität und Selbstachtung wiederherstellt. Denken Sie daran, dass zu diesem Verhalten des Kindes innere Beschwerden bzw. Schmerzen führen. Wenn wir uns positiv wahrnehmen, müssen wir niemanden beleidigen. Und denken Sie daran, dass gerade sein Verhalten schlecht ist, und nicht das Kind selbst. Sagen Sie das auch dem Kind unbedingt. 

Elternsein kann manchmal echt schwierig werden, aber Ihre Kinder sind es wert, gehört und unterstützt zu sein!

Share on facebook
Share on whatsapp
Share on twitter
Share on linkedin
Share on telegram

ANZEIGEN