IHK meldet gestiegene Gründungszahlen im Saarland bei weiterhin negativem Saldo

Die Zahl der Firmengründungen im Saarland ist 2025 deutlich angestiegen. Nach Angaben der IHK Saarland wagten 2.882 Menschen den Schritt in die gewerbliche Selbstständigkeit – ein Plus von 11,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Wachstumsrate liegt damit über dem Bundesdurchschnitt von 7,2 Prozent.

Trotz dieser positiven Entwicklung hinkt das Saarland bei der Gründungsdynamik weiterhin hinterher. Pro einer Million Einwohner entstanden im Saarland 2.859 neue Unternehmen, bundesweit waren es 3.318. Die Differenz von 459 Gründungen zeigt, dass die strukturellen Herausforderungen bestehen bleiben.

„Der deutliche Abstand zum Bund zeigt, dass das Saarland sein unternehmerisches Potenzial noch nicht ausschöpft und im Standortwettbewerb zurückfällt. Die gestiegenen Gründungszahlen sind zwar ein positives Signal, sie reichen aber nicht aus, um die bestehende Lücke nachhaltig zu schließen“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé.

Die Unternehmenswerkstatt Saarland begleitete 2025 insgesamt 447 Projekte im Bereich Gründung und Nachfolge – ein Anstieg von 27 Prozent gegenüber den 351 Projekten des Vorjahres. Zusätzlich erhielten 304 Gründungsinteressierte individuelle Beratungen.

Besonders besorgniserregend zeigt sich die Bilanz zwischen Neugründungen und Geschäftsaufgaben. Bereits zum zweiten Mal in Folge schlossen mehr Unternehmen als neue entstanden. Mit einem Minus von 302 Betrieben fällt der Saldo negativ aus. Die Zahl der Liquidationen stieg um 8,2 Prozent, während sie bundesweit leicht zurückging. Besonders stark betroffen sind die Branchen Handel, Gastgewerbe und Bauwirtschaft.

„Der negative Gründungssaldo ist kein kurzfristiges Phänomen, sondern Ausdruck struktureller Schwächen“, warnt Thomé. „Wenn dauerhaft mehr Unternehmen vom Markt verschwinden als neu entstehen, verliert der Standort an wirtschaftlicher Dynamik, Innovationskraft und Beschäftigungsperspektiven.“

Positive Entwicklungen zeigen sich bei substanziellen Gründungen. Die Zahl der Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen stieg um 9,5 Prozent auf 1.093 mit einem positiven Saldo von 249. Unternehmensnachfolgen nahmen um 15,6 Prozent zu und erreichten einen Überschuss von 42. Demgegenüber steht ein stark negativer Saldo von minus 603 bei Kleingewerbetreibenden.

Die IHK fordert konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Gründungsbedingungen. Nötig seien ein konsequenter Bürokratieabbau, steuerliche Entlastungen und bessere Finanzierungsmöglichkeiten. Thomé plädiert für eine „echte Entfesselungsoffensive für Gründer“ mit weniger Bürokratie und schnelleren Verfahren.

Als weitere Maßnahme schlägt die IHK einen verpflichtenden „Start-up-Check“ bei neuen Gesetzen vor. Dieser soll die Auswirkungen auf Gründungsvorhaben prüfen und unnötige Belastungen vermeiden. Zusätzlich sollten junge Unternehmen in den ersten Jahren von Statistik- und Meldepflichten entlastet werden.

Programme wie das Starter-Stipendium und der Business Angels Starterfonds haben bereits zu Verbesserungen bei der Gründungsinfrastruktur geführt. Diese Impulse reichten jedoch nicht aus, um die strukturellen Standortnachteile auszugleichen, so die IHK.

Der vollständige IHK-Gründerreport kann unter der Kennziffer 9.765 auf der Website www.saarland.ihk.de heruntergeladen werden.

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