Podiumsdiskussion beleuchtete Deutschlands Widerstandsfähigkeit und regionale Perspektiven

Fotos: Saskia Wita (v.l.n.r.: Roland Theis, Franziska Fiack, Jonas Reiter, Ralf Schlaak, Christian Seel)

Die Benkelberghalle in Sitzerath war mit etwa 120 Besuchern gut gefüllt, als dort über die Zukunft der regionalen Sicherheit und Wirtschaft debattiert wurde. Der Bürgermeisterkandidat Jonas Reiter hatte zur Podiumsdiskussion mit dem Titel „Gesellschaftliche Resilienz und industrielle Stärke – Perspektiven für unsere Region“ eingeladen. Die zweistündige Veranstaltung drehte sich um Verteidigungspolitik, wirtschaftliche Chancen und den Schutz der Bevölkerung.

Zu Beginn stellte Reiter die zentralen Leitfragen des Abends: Wie lässt sich Deutschlands Widerstandsfähigkeit erhöhen und wie wird die Gesellschaft insgesamt krisenfester? Diese Themen diskutierten der Bundestagsabgeordnete Roland Theis, Ralf Schlaak als Leiter des Diehl Defence Standorts, die ehemalige Bundeswehrhauptmann Franziska Fiack und Christian Seel, der im Saarland für die zivil-militärische Kooperation zuständig ist.

Seel eröffnete die Diskussion mit einem klaren Statement zur aktuellen Sicherheitslage. „Ich habe keinerlei Interesse daran, dass es Krieg gibt, aber wenn wir Krieg verhindern wollen, müssen wir uns verteidigungsfähig machen“, erklärte er. Zudem unterstrich er die Notwendigkeit einer engen Verzahnung zwischen staatlichen Institutionen, der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft: „Gesamtverteidigung geht nur gemeinsam, Hand in Hand.“

Konkrete wirtschaftliche Perspektiven für die Region präsentierte Schlaak. Der Rüstungskonzern Diehl Defence plane Investitionen von insgesamt etwa 1,5 Milliarden Euro über alle Standorte hinweg. In Nonnweiler könnte die Belegschaft von derzeit 800 auf 1.100 bis 1.200 Mitarbeiter aufgestockt werden. Die volle Auftragsbücher garantierten die Beschäftigung für die kommenden Jahre.

Diese Entwicklung ordnete Theis in einen größeren Rahmen ein. Eine starke Verteidigungsindustrie biete nicht nur ökonomische Vorteile, sondern sei auch aus Sicherheitsgründen unverzichtbar: „Wir brauchen eine europäische Verteidigungsindustrie, die stark ist, die souverän ist und die auch autark ist.“ Er machte außerdem deutlich, dass Sicherheit eine Gemeinschaftsaufgabe darstelle. Bürger könnten sich beispielsweise bei der Bundeswehr, der Feuerwehr oder dem Technischen Hilfswerk einbringen oder durch eigene Vorsorgemaßnahmen aktiv werden.

Die gesellschaftlichen Auswirkungen sicherheitspolitischer Entwicklungen beleuchtete Fiack aus ihrer Perspektive als frühere Jugendoffizierin. Sie beobachte bei jungen Menschen ein gestiegenes Verständnis für Verteidigungsthemen. Die Debatte über eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht werde jedoch weiterhin kontrovers geführt.

Ein wichtiger Diskussionspunkt war auch die Vorbereitung auf Krisen und der Schutz der Bevölkerung. Die Teilnehmer waren sich einig, dass Deutschland seine bestehenden Strukturen an neue Gefahrenlagen anpassen müsse. Seel hob dabei die lokale Ebene hervor: „Wenn es darauf ankommt, muss man seine Partner kennen.“

Das Publikum nutzte die Gelegenheit für zahlreiche Nachfragen. Dabei kamen auch sensible Punkte zur Sprache, etwa die Sicherheitsvorkehrungen bei Diehl Defence, Fragen zum Waffenexport und moralische Überlegungen zur Rüstungsproduktion.

Reiter bewertete die Veranstaltung als Erfolg: „Die große Resonanz und die intensive Beteiligung zeigen, dass Themen wie Sicherheit, Verteidigungsfähigkeit und Resilienz längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind – insbesondere bei uns in der Gemeinde Nonnweiler.“ Er bedankte sich bei den Diskussionsteilnehmern und dem interessierten Publikum für den konstruktiven Austausch.

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