Agenda 2029 – Das hat der Landrat noch vor

Landrat Udo Recktenwald

Gestern, am 10.02.2026, hat Landrat Udo Recktenwald in St. Wendel seine Agenda für die letzten Jahre seiner Amtszeit vorgestellt. Bis 2029 will er in neun verschiedenen Bereichen noch Projekte umsetzen und auf den Weg bringen, bevor er mit dem Erreichen der Altersgrenze aus seinem Amt ausscheidet.

Im Fokus seiner Arbeit wird jedoch ein zentrales Thema stehen: die Rahmenbedingungen für die kommunale Ebene zu verbessern, sodass gemeinsam mit Bund und Ländern ein Neustart geschaffen werden kann. Denn die aktuelle Lage, in der sich die Kommunen und der Landkreis derzeit befinden, kann so in Zukunft nicht weitergetragen werden. Das bundesweite Problem, dass Kommunen und Landkreise immer mehr Aufgaben zugewiesen bekommen, aber immer weniger finanzielle Mittel erhalten, soll nun durch gezielte Fragen, die Aufhebung untergesetzlicher Normvorschriften und den Abbau von Bürokratiehindernissen angegangen werden.
Wer hat welche Aufgabe zu tragen? Welche Ebene muss was leisten? Wie werden Aufgaben finanziell gestemmt? Dies ist nicht nur auf interner Ebene relevant. Auch den Bürgerinnen und Bürgern soll wieder mehr Eigenverantwortung zugesprochen werden. Landkreis und Kommunen sollen nicht länger nur als Reparaturbetrieb für die Gesellschaft fungieren, sondern wieder ihren ursprünglichen Aufgaben nachkommen.

Neun Bereiche nannte Landrat Udo Recktenwald, in denen er nun konkrete Umsetzungen plant:

1. Arbeitsmarkt und Wirtschaft

In diesem Bereich werden neben der Weiterentwicklung und Sicherung des Arbeitsmarktes sowie der Wirtschaftsförderung zwei Prioritäten gesetzt. Zum einen soll das Projekt rund um das Missionshaus mit Fokus auf ein Mehrgenerationenhaus, mit Bezügen zu wissenschaftlicher Expertise und in Verbindung mit Smart City, vorangebracht werden. Zum anderen liegt der Fokus auf dem Wirtschaftszweig der Rüstungsindustrie. Die drei Großunternehmen Diehl Defence, HIL und KNDS sollen die Unterstützung erhalten, die sie benötigen, um das Potenzial der Firmen für die Region sicherzustellen. Auch die Nutzung der Ostertalbahn wird im Rahmen von KNDS künftig ein Thema sein.

2. Digitalisierung

Diese soll nach innen und außen im Zusammenspiel von analoger und moderner Technik umgesetzt werden. Projektausläufe und Auswertungen, wie etwa Smart City bis Ende 2027, werden thematisiert. Die Digitalisierung der Dorfgemeinschaftshäuser, KI-Strategien für Verwaltung und Wirtschaftsförderung sowie abrufbarer ÖPNV-Verkehr stehen im Mittelpunkt.

3. Katastrophenschutz

Die Baumaßnahmen rund um das Katastrophenschutzzentrum im Hofeld-Mauschbach sollen bis Ende nächsten Jahres abgeschlossen werden. Bevölkerungsschutz und zivile Sicherheit werden durch ein Schulungszentrum im Wert von 2,6 Millionen Euro, durch eine zentrale Anlaufstelle für die Hilfsorganisationen sowie durch die Einbindung der Bevölkerung sichergestellt.

4. Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Ziel des Landrates ist es nach wie vor, eine eigene Energiegesellschaft auf den Weg zu bringen, um über Windenergie und Photovoltaik Erträge zu erwirtschaften, die auch vor Ort in den Kommunen bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommen. Endziel wäre es, im Bereich Strom und Wärme autark zu werden.

5. Tourismus

Der Fokus liegt hier auf nachhaltigem Tourismus rund um den Bostalsee. Der Campingplatz soll neu ausgerichtet und kleinere Projekte, wie der Umbau der Surfschule, fertiggestellt werden. Bauliche Großmaßnahmen werden nicht mehr geplant. Stattdessen sollen Wander- und Fahrradwege rund um den Bostalsee, den Schaumberg und den Nationalpark attraktiver gestaltet werden.

6. Nachhaltige Regionalentwicklung

Die derzeit vom Landkreis freiwillig geführte Regionalentwicklung soll künftig eine zugelassene Aufgabe der Landkreise werden. Dadurch hätten sie mehr Handlungsspielraum und Möglichkeiten. Ein wichtiger Punkt ist dabei, die ärztliche Versorgung im Nordsaarland sicherzustellen, wozu auch die Angliederung der Kinderklinik an das Marienkrankenhaus in St. Wendel gehört, um eine langfristige Standortsicherung der Klinik zu gewährleisten. Versorgungssicherheit und Infrastruktur unter dem Gesichtspunkt der Gleichberechtigung für alle Bürgerinnen und Bürger haben Priorität.

7. Soziale Themen

Der soziale Bereich, welcher die eigentliche Kernaufgabe des Landkreises darstellt, soll durch Familienstärkungskonzepte gefördert werden. Beratungszentren, Hilfsangebote und Inklusion sollen stärker miteinander vernetzt werden. Auch die Ehrenamtsförderung erhält dabei einen hohen Stellenwert.

8. Bildung

Im Bereich der Bildung wird weiterhin in die Schulen investiert. Allerdings soll hier künftig genauer hingeschaut werden. Ein großes Thema ist die Auswirkung von Schülerinnen und Schülern aus Rheinland-Pfalz, die saarländische Schulen besuchen. Die Kosten für rund ein Drittel der Jugendlichen an den Gemeinschaftsschulen Freisen und Türkismühle werden vollständig vom Saarland getragen. Hinzu kommen entstehende Mehrkosten durch Schulbusse, die weit nach Rheinland-Pfalz fahren, sowie notwendige Anbaumaßnahmen aufgrund des erhöhten Zulaufs. Die Schulen waren im vergangenen Jahr aufgrund der hohen Kosten gezwungen, durch Losverfahren unter anderem Schülerinnen und Schüler aus den eigenen Gemeinden abzuweisen. Dieses Problem soll nun behoben werden. Des Weiteren wird der Landkreis keine weiteren Kosten für die Schulbuchausleihe übernehmen. Dies soll wieder in die Eigenverantwortung der Eltern fallen, wie es ursprünglich vorgesehen war. Die Digitalisierung durch Tablets ist zunächst nur für die weiterführenden Schulen geplant.

9. Demokratie und Teilhabe

Das Thema Eigenverantwortung wird hier als zentraler Ansatzpunkt genannt. Durch Förderprogramme soll ein realistischer Bezug der Gesellschaft zu Politik und Demokratie geschaffen werden. Die Stärkung der Zivilgesellschaft und der Partizipation, das Verständnis für Demokratie sowie das Übernehmen eigener Verantwortung sollen der Gesellschaft Antworten darauf geben, warum Handlungsträger nicht immer alles umsetzen können und was Bürgerinnen und Bürger selbst tun können, um diese Probleme zu lösen.

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