Die CDU Nonnweiler hat ihren Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 31. Mai 2026 bestimmt. In einer Mitgliederversammlung wählten die Christdemokraten Jonas Reiter mit überwältigender Mehrheit zu ihrem Spitzenkandidaten. Von 65 abgegebenen Stimmen entfielen 64 auf den 29-jährigen Landtagsabgeordneten und Ortsvorsteher von Primstal – das entspricht einer Zustimmung von 98,5 Prozent.
Der studierte Betriebswirt, der nächste Woche seinen 30. Geburtstag feiert, kündigte in seiner Bewerbungsrede vor vollem Haus im Castellum einen bedeutenden Schritt an: Unabhängig vom Wahlausgang werde er nicht erneut für den Landtag kandidieren. „Ich möchte den Landtag gegen das Rathaus eintauschen und setze alles auf die Nonnweiler-Karte!“, erklärte Reiter. Er bewerbe sich nicht für einen Karriereschritt, sondern für seine Lebensaufgabe.
In seiner Vorstellungsrede skizzierte der seit 2014 im Gemeinderat und Ortsrat aktive Politiker seine Vision für Nonnweiler. „Mir war es immer wichtig, nicht nur Politik in Saarbrücken zu machen, sondern vor allem vor Ort in unserer Gemeinde. Über den Sommer habe ich mir dazu viele Gedanken gemacht und tief in mir gespürt, dass meine wahre Leidenschaft der Kommunalpolitik gilt. Ich kenne meine Gemeinde und weiß, dass sie enormes Potenzial hat. Aber Potenzial allein reicht nicht – man muss es auch nutzen“, betonte Reiter. Es gebe viele Bereiche, in denen sich die Gemeinde in den vergangenen Jahren nicht weiterentwickelt oder sogar zurückentwickelt habe.
Konkret stellte der Kandidat mehrere Reformvorhaben in Aussicht. Das Rathaus solle zu einem bürgerfreundlichen Dienstleister werden – mit Samstagsöffnungszeiten und ohne Terminzwang. „Was wäre, wenn man im Rathaus als Bürger wieder mit offenen Armen empfangen wird? Wenn man keinen Termin braucht? Wenn die Gemeinde als echter Dienstleister gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern auftritt? Mit Öffnungszeiten am Samstag? Ich weiß – das klingt erst einmal revolutionär. Für andere Verwaltungen ist das längst Alltag“, führte Reiter aus.
Die Wirtschaftsförderung soll nach seinen Plänen wieder zur Chefsache werden. Neben der Pflege bestehender Unternehmenskontakte plant er die Wiederbelebung eines Unternehmerstammtischs und die Einführung eines Gemeinde-Gutscheins, der in örtlichen Tankstellen, Gastronomiebetrieben und Geschäften eingelöst werden kann. Auch die Gewerbegebiete sollen wieder zu Aushängeschildern der Gemeinde werden.
Im Tourismusbereich sieht Reiter erhebliches Verbesserungspotenzial. Das Nationalparktor, in das über zehn Millionen Euro investiert wurden, bleibe derzeit unter seinen Möglichkeiten. Für den Peterberg kündigte er eine bereits eingebrachte Initiative an, die zumindest wieder Toiletten, eine überdachte Sitzgelegenheit sowie Getränke- und Snackautomaten vorsieht.
Der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Christian Braun würdigte in seiner Vorschlagsrede Reiters Qualitäten: „Als langjähriges Gemeinderatsmitglied und als Ortsvorsteher beweist Jonas Reiter tagtäglich, dass er gute Ideen hat und diese auch verlässlich umsetzt. Er ist ansprechbar, hört zu und nimmt unterschiedliche Interessen ernst. Durch seine Tätigkeit als Landtagsabgeordneter ist er auf Landesebene bestens vernetzt und weiß, wen man anrufen muss – davon wird die Gemeinde Nonnweiler unmittelbar profitieren.“
Unterstützung erhielt Reiter auch von höherer Parteiebene. CDU-Generalsekretär Frank Wagner und der CDU-Kreisvorsitzende Andreas Maldener, Bürgermeister der Nachbargemeinde Tholey, bescheinigten dem Kandidaten die nötige Erfahrung und hervorragende Kontakte in die Landes- und Kreispolitik.
Bis zur Wahl im Mai 2026 will Reiter vor allem den Dialog mit den Bürgern suchen und freut sich nach eigenen Angaben über Hinweise, Vorschläge und persönliche Gespräche. Auch nach einem möglichen Wahlsieg wolle er für alle Einwohner ansprechbar und erreichbar bleiben.





