Die Benkelberghalle in Sitzerath füllte sich zum 37. Neujahrsempfang bis auf den letzten Platz. Ortsvorsteherin Lieselene Scherer empfing die Gäste mit klaren Worten: „Sitzerath – gemeinsam gestalten wir die Zukunft. Ohne Ehrenamt kein lebendiges Dorf.“ Als besonderen Gast begrüßte sie Jonas Reiter, Landtagsabgeordneter und CDU-Kandidat für die kommende Bürgermeisterwahl.
Unter den zahlreichen Ehrengästen befanden sich Gesundheitsminister Dr. Magnus Jung, die weiteren Bürgermeisterkandidaten Henning Bock und Johannes Peter sowie Kreistagsmitglied Christian Braun. Auch Ortsvorsteher-Kollege Joachim Hahn aus Kastel, Vertreter der örtlichen Vereine, Jugendgruppen und Gewerbetreibende folgten der Einladung. Die Jagdpächter Roman und Antonia Schommer sowie die Unternehmer Sven Engelke und Josef Polzer vertraten die lokale Wirtschaft.
Scherer nutzte die Anwesenheit des Gesundheitsministers für einen dringenden Appell: „Besonders deutlich wird der politische Handlungsbedarf bei der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum. Jahrelange politische Diskussionen dürfen nicht weiter erfolglos bleiben. Der geplante Neubau einer Klinik mit 60 Betten kann nur dann eine Erfolgsgeschichte werden, wenn Planung, Finanzierung und Umsetzung konsequent zügig und ohne große Bürokratiehürden vorangetrieben werden, denn wer den ländlichen Raum erhalten will, muss ihn auch unterstützen!“
Schülerinnen der Kreismusikschule St. Wendel gestalteten unter Leitung von Claudia Wälder-Jene den musikalischen Rahmen. Sie präsentierten Händels „La Rejovoissance“ aus der Feuerwerksmusik sowie „Drei Nüsse für Aschenbrödel“. Nach der Pause folgten „4 Flöten und ein Schlitten“ von Joachim Johow und „Spaziergang im Schnee“.
Die Ortsvorsteherin blickte auf ein bewegtes Jahr 2025 zurück. Die Einwohnerzahl blieb mit 706 Bürgern stabil – sechs Sterbefälle standen sechs Geburten gegenüber. „Das ist ermutigend – aber kein Selbstläufer“, mahnte Scherer. Sie forderte Investitionen in bezahlbaren Wohnraum und funktionierende Infrastruktur.
Als Erfolge nannte sie das neue Bürger-Forum als generationenübergreifenden Treffpunkt sowie die Benkelberghalle als zentralen Veranstaltungsort für Kirmes und Weihnachtsmarkt. Eine Machbarkeitsstudie macht den Radweg nach Bierfeld-Nonnweiler wieder realistisch. Die Fremdwasserentflechtung in der Straße Im Oberdorf erfordert 1,5 Millionen Euro Investition.
Für 2026 stehen wichtige Projekte an: Das Neubaugebiet „Hintere Anwand“ soll erschlossen werden, der geförderte Neubau des Jugendhauses steht bevor, und ein neues Löschfahrzeug für die Feuerwehr befindet sich in der Ausschreibung. Die Freifläche bei der Grillhütte erhält eine eigene Zufahrt, ein Bouleplatz ist geplant.
Bürgermeisterkandidat Jonas Reiter nutzte seinen ersten öffentlichen Auftritt in dieser Rolle für eine persönliche Vorstellung. Der BWL-Master ist seit zwölf Jahren im Gemeinde- und Ortsrat aktiv, seit zwei Jahren Ortsvorsteher und Landtagsabgeordneter. „Zu Beginn auch von meiner Seite alles Gute und die besten Wünsche für das neue Jahr! So ein Neujahrsempfang ist ein Moment des Innehaltens. Man schaut zurück – und man blickt nach vorne. Und genau das möchte ich heute mit Euch tun.“
Reiter lobte Sitzeraths Zusammenhalt: „Was hier im Dorf an Zusammenhalt, Engagement und Ehrenamt gelebt wird ist heutzutage alles andere als selbstverständlich und genau deshalb seid Ihr alle auch ein Vorbild für andere.“ Nach reiflicher Überlegung habe er sich entschieden: „Ich will Bürgermeister der Gemeinde Nonnweiler werden. Aus Überzeugung und mit voller Kraft!“
Der Kandidat versprach, zunächst zuzuhören und ehrlich mit den Bürgern umzugehen. „Ehrlichkeit heißt für ihn auch, verantwortungsvoll mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger umzugehen. Nicht alles gleichzeitig zu versprechen, sondern klare Prioritäten zu setzen, sauber zu planen und Entscheidungen transparent zu erklären.“ Er betonte, sich nicht für einen Karriereschritt, sondern für eine Lebensaufgabe entschieden zu haben. Starker Applaus quittierte seine Ausführungen.
Scherer schloss mit einem Dank an alle Ehrenamtlichen: „Ihr Engagement ist die Stärke unseres Dorfes, es gibt Sitzerath Lebensqualität, macht uns zukunftsfähig und motiviert den Ortsrat, sich weiterhin mit voller Überzeugung für alle Bürgerinnen und Bürger einzusetzen.“ Mit einem Zitat von Ingo Zamperoni endete sie: „Bleiben Sie zuversichtlich. Packen wir das Jahr 2026 gemeinsam an – Sitzerath. Zusammen gestalten wir die Zukunft!“




