Ein Leben voller Engagement – Ein Mann der Tat

St. Wendel: Gerhard Koepke zum Ehrenbürger ernannt

v.l.n.r. Bürgermeister Peter Klär und Gerhard Koepke (Foto: Karin Schüßler)

Mögen die Bürgerinnen und Bürger in St. Wendel stets Wohlergehen erfahren und vor Katastrophen und Unglücken bewahrt bleiben. In der Stadt soll ein gerechtes soziales Miteinander herrschen, das insbesondere die Bedürfnisse der Schwächsten berücksichtigt.

Der Ehrenbürger Gerhard Koepke brachte diese Gedanken als seinen Wunsch für die Bürgerinnen und Bürger von St. Wendel sinngemäß zum Ausdruck, indem er sie vor den geladenen Gästen im Mia-Münster-Haus vortrug, nachdem er sie ins Goldene Buch der Stadt eingetragen hatte. Vorher hatte Bürgermeister Peter Klär ihm die Ehrenbürgerurkunde verliehen.

Gerhard Koepke trägt sich im Goldenen Buch der Stadt St. Wendel ein (Foto: Karin Schüßler)

Seinen Worten fühlte und fühlt sich der frühere Pfarrer und Superintendent Gerhard Koepke sein ganzes Leben lang verpflichtet. Dies war und ist zu spüren, wenn man Koepkes Worten und Taten folgt. Gerhard Koepke hat seinen Glauben nicht nur gepredigt, er lebt ihn.

Ehrung von drei Ehrenbürgern der Stadt St. Wendel – der Dritte im Bunde

Nachdem Michael Schultheis und Klaus Bouillon bereits im vergangenen Jahr zu Ehrenbürgern der Kreisstadt St. Wendel ernannt wurden, erhielt am vergangenen Donnerstag (23. August 2024) „last, not least“ auch der frühere Pfarrer und Superintendent der Evangelischen Kirchengemeinde St. Wendel, Gerhard Koepke, die Ehrenbürgerwürde. Die Verleihung erfolgte durch Bürgermeister Peter Klär aufgrund eines Stadtratsbeschlusses vom 16.11.2023. In St. Wendel wird diese Auszeichnung an Personen vergeben, die sich in herausragender Weise um das Wohl der Stadt verdient gemacht haben. Bereits seit dem Jahre 1869 besteht diese Tradition.

Gerhard Koepkes Verdienste für die Stadt

Nach der Begrüßung von Gerhard Koepke und seiner Familie sowie der anwesenden Gäste stellt Bürgermeister Peter Klär das herausragende Engagement des neuen Ehrenbürgers vor. „Gerhard Koepke steht stets für die Werte und Errungenschaften der Bürgergesellschaft ein und hat durch sein vielfältiges Wirken hier Maßstäbe in unserer Stadt gesetzt. Dabei war er nie ein Mann der großen Worte, sondern stets ein Mann der Tat, ein Fürsprecher des bürgerlichen Engagements, welches er vorbildhaft vorlebte.“ Klär erzählt humorvoll, wie es den ehemaligen Pfarrer nach St. Wendel verschlagen hatte, dass dessen Liebe zu seinem neuen Wohnort stetig wuchs und die gute Lebensqualität unserer Stadt der Grund war, zu sagen: „Hier bleiben wir“. Neben Koepkes außerordentlichem Engagement liegt ihm seine Familie sehr am Herzen. Und als Hobbykoch tobt er sich zu Hause gerne kulinarisch aus.

Gerhard Koepke ist bekannt für seine vielfältigen Projekte in der Wohlfahrtspflege, mit denen er sich für benachteiligte Menschen einsetzt. Besonders hervorzuheben sind sein Engagement in der Hospizarbeit als Vorsitzender der Christlichen Hospizhilfe und seine Mitarbeit in der Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz Saarland. Als stellvertretender Vorsitzender der „Arbeitsmarkt-Initiative St. Wendel“ setzt er sich für die Integration sozial benachteiligter Personen in den Arbeitsmarkt ein. Zudem engagiert er sich im Vorstand der Lebenshilfe St. Wendel und bringt seinen Sachverstand in den Beirat der Herzogin-Luise-Stiftung ein. Das soziale Wohnbauprojekt „Oberthaler Straße“, das in den 1990er Jahren zehn Wohnungen schuf, ging auf ihn zurück mit finanziellen Beteiligungen der Landeskirche, des Finanzministeriums sowie der Kirchengemeinde, ebenso wie die Projektbegleitung des KiTa-Neubaus der Gesamtkirchengemeinde St. Wendel im Jahr 2019. Besonders hervorzuheben sind sein Einsatz für die Demokratie als Vorsitzender des Adolf-Bender-Zentrums, seine Mitarbeit im Beirat der Dr. Walter-Bruch-Stiftung (Museum im Mia-Münster-Haus in St. Wendel) sowie seine vielfältigen Vereinstätigkeiten.

„Diese besonderen Leistungen sollen mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde eine entsprechende Wertschätzung erfahren“, so Bürgermeister Klär.

Gerhard Koepkes Blick auf eigenes Wirken in St. Wendel

Die verspätete Ehrung von Gerhard Koepke ist seiner Krebserkrankung geschuldet, auf die er in seiner persönlichen Rede mit berührenden Worten einging. Offen schilderte er sein Befinden nach der Diagnose im November vergangenen Jahres, geht auf belastende Therapien ein und dankt seinen Freunden und seiner Familie, allen voran, seiner Frau Gabi, die ihm alle die Unterstützung und den Halt schenkten, die er in dieser schweren Zeit brauchte. „Das letzte CT und MRT lassen hoffen, dass alles gut ausgeht“, so Koepke zuversichtlich über seinen derzeitigen Gesundheitszustand.

Gerhard Koepke geht auf seinen Werdegang in St. Wendel ein. Nach drei bis fünf Jahren stand für das Ehepaar Koepke fest: „Hier bleiben wir, hier kann man gut leben“. Koepke bringt seine Liebe für unsere Stadt und unseren Landkreis „voller Leben“ zum Ausdruck. Er mag die Menschen, er schätzt die Lebensqualität. Als evangelischer Pfarrer in unserer Stadt spricht er aber auch darüber, dass es nicht immer einfach war. Nur 8 bis 10 % der Bevölkerung sind evangelisch und verstreut über den ganzen Landkreis. „Einer evangelischen Pfarrei standen 16 katholische Pfarreien gegenüber“. Die katholische Übermacht machte es dem evangelischen Pfarrer nicht einfach. Gerhard Koepke schwärmt aber auch von seinen Jahren im Kirchendienst, schwärmt von besonderen Gottesdiensten wie Jazz-Gottesdiensten, Mundart-Gottesdiensten, Marathon-Gottesdiensten und einem Umwelt-Gottesdienst in der Mott sowie weiterhin von Ausstellungen in Zusammenarbeit mit dem Museum der Stadt, Kulturveranstaltungen sowie den Bildern von Isabelle Federkeil in der evangelischen Stadtkirche. Ein Highlight ist für ihn – gegen alle Widerstände – die ökumenische Kindertagesstätte in Niederlinxweiler. Mit heftigen, für ihn schockierenden, verbalen Resonanzen hatte Pfarrer Koepke Anfang der 90er Jahr auch im Zusammenhang mit dem Sozialen Wohnungsbau in der Oberthaler Straße zu kämpfen.

Gerhard Koepke schildert seinen Lebensweg, geprägt von zahlreichen Stationen und seinem Engagement in verschiedenen Bereichen. Neben seiner Tätigkeit als Pfarrer setzte er sich intensiv für die Arbeitsmarktinitiative und die Lebenshilfe ein, zusätzlich zu den bereits vom Bürgermeister erwähnten Aktivitäten. Jedoch stieß er auch auf Widerstand seitens seiner Kirche wegen seiner Aktivitäten außerhalb der kirchlichen Gemeinschaft.

Zwei markante Meilensteine in seinem Leben nach dem Ruhestand sind seine Tätigkeit als erster Vorsitzender der Christlichen Hospizhilfe mit 80 Ehrenamtlichen und sein Wirken als Vorsitzender des Adolf-Bender-Zentrums für Demokratie und Menschenrechte. Er betont die Notwendigkeit der Wachsamkeit gegenüber rechtsradikalen Tendenzen, eingedenk der Geschichte unseres Landes.

Drei Jahrzehnte Engagement

Über fast drei Jahrzehnte hat sich Gerhard Koepke mit großem Einfühlungsvermögen und Engagement in St. Wendel eingebracht, wobei sein Wirken weit über den kirchlichen Bereich hinausreicht und bis heute fortbesteht. „Dies soll nun mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde eine entsprechende Wertschätzung erfahren“, so Bürgermeister Peter Klär, während er Gerhard Koepke die Ehrenbürgerurkunde überreichte. Anlässlich von Gerhard Koepkes 72. Geburtstag vor Tagen überreichte Peter Klär Gerhard Koepke und seiner Frau Gabi nachträglich eine Schwarzwälder Kirschtorte, weil Koepke diesen Kuchen liebt.

Überreichung der Geburtstagstorte durch Bürgermeister Klär
v.l.n.r.: Gabi Koepke, Peter Klär, Gerhard Koepke (Foto: Karin Schüßler)

Musikalische Begleitung

Musikalisch begleitet wurde die Ehrung von den Klängen des St. Wendeler Pianisten Bernd Mathias am Flügel.

Pianist Bernd Mathias am Flügel (Karin Schüßler)

 

 

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