Die aktuellen Vorwürfe gegen den Bürgermeister Sascha Hilpüsch und einen leitenden Mitarbeiter der Gemeinde sorgen für Unruhe in Namborn. Dabei geht es um missbräuchlich genutzte, genehmigte Nebentätigkeiten von Gemeindebediensteten.
Die aktuellen Vorgänge in Namborn, wie vom SR berichtet, drehen sich um Unregelmäßigkeiten beim Glasfaserausbau sowie um angeblich zugeschanzte Bauaufträge. Ein Beschäftigter der Bauabteilung des Rathauses wird beschuldigt, Gemeindeaufträge an sein eigenes Unternehmen weitergeleitet zu haben.
Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat sich mit den Vorgängen befasst, wie laut SR vom Saar-Innenministerium bestätigt wurde. Zusätzlich hat auch die Kommunalaufsicht des Landesverwaltungsamts begonnen, die Angelegenheit zu prüfen. Ole Franke, Chef der CDU-Fraktion im Gemeinderat, hat die Staatsanwaltschaft um weitere Untersuchungen gebeten.
Eine Stellungnahme der Freien Liste Namborn (FLN) soll Licht auf die Komplexität der Angelegenheit werfen und kritisiert gleichzeitig die jüngste Berichterstattung der Saarbrücker Zeitung.
Laut der FLN entspricht die Darstellung in der Saarbrücker Zeitung nicht der Wahrheit. Der Beschuldigte, der in den Vorwürfen genannt wird, sei nicht einfach nur ein Mitarbeiter eines der Gemeinde angegliederten Betriebes, sondern Leiter des Baubetriebshofes, Leiter des Bauamtes – Tiefbau und Leiter des Abwasserwerkes Namborn, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Gemeinde Namborn.
Die Vorwürfe kamen durch ein anonymes Schreiben ans Licht, das dem Fraktionsvorsitzenden der FLN am 5. März postalisch zugestellt worden ist. Sofort wurde der geschäftsführende Beamte der Gemeinde informiert und das Schreiben an ihn weitergeleitet. In einer darauffolgenden Ausschusssitzung des Rates wurde einstimmig beschlossen, die Angelegenheit der Kommunalaufsicht zu übergeben, um eine transparente und unabhängige Prüfung zu gewährleisten.
Zusätzlich hatte der Bürgermeister einen Rechtsanwalt aus Neunkirchen beauftragt. Dieser soll nicht nur die Vorwürfe prüfen, sondern auch Empfehlungen für das weitere Vorgehen abgeben. Diese Entscheidung des Bürgermeisters, den cvon der Gemeinde bezahlten Rechtsanwalt als „Sonderermittler“ einzusetzen, stößt bei der FLN auf Unverständnis. Sie betont, dass der Rat anders entschieden habe und unnötige Kosten vermieden werden sollten.
Die FLN ist der Ansicht, dass solche Vorwürfe von völlig unabhängigen und zuständigen Stellen überprüft werden müssen. Daher wurde das Schreiben auch der Polizei übergeben, um es an die Staatsanwaltschaft weiterzuleiten.
Die FLN fordert in ihrer Stellungnahme letztlich eine staatsanwaltliche Untersuchung der Vorwürfe und betont, dass der Bürgermeister definitiv von der Nebentätigkeit seines leitenden Mitarbeiters wusste, wie in einer Gemeinderatssitzung im Oktober 2023 vom Bürgermeister selbst bestätigt worden sei.



