Was hat es mit dem verschwundenen mittelalterlichen Dorf Wallesweiler auf sich – und wie hängt es mit dem noch heute existierenden Wallesweiler Hof zusammen? Diesen Fragen geht seit November 2024 eine Arbeitsgruppe des Vereins für Heimatgeschichte Bliesen e. V. nach. Über ihre bisherigen Erkenntnisse berichtet sie bei einem lokalhistorischen Vortragsabend am Sonntag, 18. Oktober 2026, um 17 Uhr im Gemeindezentrum Bliesen. Der Eintritt ist frei.
Ausgangspunkt der Forschung ist ein bemerkenswerter Befund: Schriftliche Quellen belegen ein mittelalterliches Dorf namens Wallesweiler in der Landschaft zwischen Bliesen und Alsfassen, von dem heute keine sichtbaren Spuren mehr existieren. Rund eineinhalb Kilometer entfernt, etwas abseits der Straße zwischen Bliesen und Winterbach, steht jedoch der Wallesweiler Hof. Zwei Orte tragen denselben Namen – der eine blieb bestehen, der andere verschwand.
Die Arbeitsgruppe hat zahlreiche historische Dokumente zusammengetragen und ausgewertet, darunter eine Grenzbeschreibung aus dem Jahr 1433, die sogenannte Bannbezirkelung von Wallesweiler. Neben den schriftlichen Quellen fließen auch mündliche Überlieferungen in die Untersuchung ein: Sagen und Erzählungen, die sich um den Hof und das verschwundene Dorf ranken. Erst aus der Verknüpfung beider Quellenarten ergibt sich nach Angaben der Forscher ein aussagekräftiges Bild. Dieses zeige nicht nur das Ende eines Dorfes, sondern einen Siedlungsraum, in dem sich Orte, Besitzverhältnisse und Zuständigkeiten über Jahrhunderte hinweg veränderten. Manche bisherige Annahme lasse sich bestätigen, anderes müsse neu bewertet werden – und manche Spuren führten weiter zurück als zunächst vermutet. Abgeschlossen ist die Forschung noch nicht. Beim Vortragsabend sollen auch alte Fundberichte zur Sprache kommen, die bis heute zu Spekulationen anregen. Der Verein lädt alle Interessierten herzlich ein.




