Die Kreisstadt St. Wendel darf sich als erste Kommune im Saarland mit dem Label „StadtGrün naturnah“ schmücken. Am 22. September nahmen der Leiter des Umweltamtes, Tim Recktenwald, und seine Stellvertreterin Stefanie Theobald die Auszeichnung in Bronze bei der offiziellen Verleihung in Frankfurt am Main entgegen. Vergeben wird das Label vom Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“, das damit Städte und Gemeinden würdigt, die ihre öffentlichen Grünflächen ökologisch und nachhaltig pflegen und gestalten.
Bürgermeister Peter Klär betont: „Unsere Auszeichnung zeigt, dass wir einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt im Saarland leisten. Das Label würdigt unsere geleistete Arbeit und nimmt dabei gezielt Projekte wie den neu gestalteten Rezé-Platz, innerstädtisches Grün, unsere Lehr- und Erlebnispfade sowie die Schaffung von Lebensräumen für den Weißstorch und andere heimische Tierarten in die Bewertung auf.“ Konkret fließen unter anderem der Einsatz heimischer Pflanzen, der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger sowie eine ökologisch ausgerichtete Grünflächenpflege in die Bewertung ein. Auch Maßnahmen in den Bereichen Umweltbildung, Bürgerbeteiligung und die Berücksichtigung von Biodiversitätsaspekten in der kommunalen Planung spielen eine Rolle.
Eine angepasste Pflege – etwa durch selteneres Mähen – kann artenreichere Vegetationsbestände fördern und zusätzliche Lebensräume für Insekten schaffen. Höherer Bewuchs trägt zudem dazu bei, Böden vor Austrocknung zu schützen und die Versickerung von Regenwasser zu verbessern.
St. Wendel gehört zu insgesamt neun Kommunen, die das Label in diesem Jahr erstmals erhalten haben. Insgesamt wurden 15 Kommunen ausgezeichnet, bundesweit tragen mittlerweile 90 Städte und Gemeinden das Label. Die Auszeichnung in Bronze markiert den Einstieg – das Label kann auch in Silber und Gold erreicht werden und ist jeweils drei Jahre gültig. Danach müssen die Kommunen nachweisen, welche Maßnahmen aus ihrem Maßnahmenplan umgesetzt wurden.
Das Labeling-Verfahren umfasst eine Bestandsaufnahme bisheriger Aktivitäten, eine Vor-Ort-Begutachtung durch Fachleute sowie die Begleitung durch eine lokale Arbeitsgruppe. Bewertet werden sowohl bereits umgesetzte Maßnahmen als auch konkrete und verbindliche Vorhaben. Das Label wurde von 2016 bis 2021 gemeinsam mit fünf Pilotkommunen entwickelt und vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert.




