Tholey investiert in neues Freizeithaus St. Mauritius – Millionenförderung steht bereit

Foto: Gemeinde Tholey

In der Gemeinde Tholey hat der Gemeinderat einstimmig grünes Licht für den Umbau und teilweisen Neubau des Freizeithauses St. Mauritius gegeben. Das Vorhaben mit einem Volumen von rund 8,7 Millionen Euro soll der Gemeinde endlich wieder einen Ort für größere kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen bieten. Gleichzeitig legte das Gremium die finanzielle Grundlage für das Projekt fest.

Hintergrund des Vorhabens ist ein spürbarer Mangel an geeigneten Räumlichkeiten. Bürgermeister Andreas Maldener verwies darauf, dass der Bedarf weit über den Ortsteil Tholey hinausgehe: „Die bestehenden Kulturhallen in Hasborn-Dautweiler und Theley sind stark ausgelastet und werden zudem für den Schul- und Vereinssport benötigt. Dadurch stehen sie für größere oder mehrtägige Veranstaltungen nur eingeschränkt zur Verfügung.“ Das bestehende Gebäude soll grundlegend saniert und durch einen Neubau ergänzt werden.

Die Planungen hatte der Rat bereits im Juli 2025 anerkannt. Seitdem liefen Abstimmungen mit dem Ministerium für Inneres, Bauen und Sport, die im Juni 2026 in eine grundsätzliche Finanzierungszusage mündeten. Auf dem Gelände selbst sind die Vorarbeiten abgeschlossen: Sowohl die Kampfmittelsondierung als auch die Untersuchungen des Landesdenkmalamtes blieben ohne Befund, sodass die Fläche als bebaubar gilt. Im Umfeld hatte die Gemeinde zuvor bereits vier Gebäude erworben und abreißen lassen. Auch der marode alte Veranstaltungssaal wurde zurückgebaut.

Bei der Finanzierung setzt die Gemeinde auf mehrere Säulen. Von den Gesamtkosten gelten etwa sechs Millionen Euro als förderfähig. Daraus werden rund vier Millionen Euro an Bundes- und Landesmitteln aus der Städtebauförderung erwartet, verteilt auf die Programmjahre 2027 und 2028. Zusätzlich sollen 2,5 Millionen Euro aus dem sogenannten Sondervermögen des Länder- und Kommunalinfrastrukturfinanzierungsgesetzes einfließen. Der Gemeinde stehen aus diesem Topf insgesamt 6,23 Millionen Euro zur Verfügung, von denen ein Teil bereits für den Kindercampus und das Feuerwehrgerätehaus in Hasborn-Dautweiler verwendet wurde. Weitere geplante Maßnahmen wie energetische Sanierungen von Hallen und Dorfgemeinschaftshäusern sowie Straßenbauprojekte sollen ebenfalls daraus finanziert werden. Nach aktuellem Stand verblieben dafür noch rund drei Millionen Euro.

Nach Abzug aller Fördermittel ergibt sich für die Gemeinde ein Eigenanteil von zunächst rund 2,25 Millionen Euro. Dieser soll durch eine zusätzliche Bedarfszuweisung des Landes weiter sinken. Je nach Höhe dieser Unterstützung rechnet die Verwaltung letztlich mit einem kreditfinanzierten Restbetrag zwischen 1,1 und 1,7 Millionen Euro. Dafür ist eine Sonderkreditaufnahme erforderlich, für die laut Bürgermeister Maldener bereits eine mündliche Zusage der Hausspitze des Innenministeriums vorliegt. Die schriftliche Bestätigung stehe noch aus.

Maldener betonte die Tragweite des Beschlusses: „Mit dieser Entscheidung wird ein Projekt auf den Weg gebracht, das weit über den Ortsteil Tholey hinaus Bedeutung hat. Entscheidend ist, dass ein großer Teil der Investition über unterschiedliche Fördermöglichkeiten finanziert werden kann und der bei der Gemeinde verbleibende Anteil dadurch deutlich reduziert wird.“ Zugleich entstehe „eine Veranstaltungsstätte, die Möglichkeiten eröffnet, die es in dieser Form bislang in der Gemeinde nicht gibt.“

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