Die CDU- und SPD-Fraktionen sowie die FDP im Gemeinderat Spiesen-Elversberg haben sich in einer gemeinsamen Erklärung hinter den weiteren Ausbau der Ursapharm-Arena an der Kaiserlinde gestellt. Gleichzeitig übten sie deutliche Kritik daran, dass eine von der Gemeinde beauftragte Rechtsanwaltskanzlei bei der Unteren Bauaufsichtsbehörde die Ablehnung des aktuellen Bauantrags für die Erweiterung der Nordtribüne beantragt hat – ohne die Fraktionen vorab einzubinden. Die drei Fraktionen erfuhren nach eigenen Angaben erst aus der öffentlichen Berichterstattung von diesem Schritt.
Der Gemeinderat hatte zwar einer anwaltlichen Prüfung und Begleitung des Verfahrens grundsätzlich zugestimmt. Aus Sicht von CDU, SPD und FDP war damit jedoch keine Zustimmung zu einer konkreten inhaltlichen Stellungnahme oder gar zu einem Antrag auf Ablehnung verbunden. Die Fraktionen seien weder über den genauen Inhalt des Schreibens noch über die darin enthaltene Forderung informiert oder an der Abstimmung dieser Position beteiligt gewesen. Bei einem Projekt dieser Tragweite erwarten die Fraktionen eine frühzeitige, transparente und verlässliche Einbindung der kommunalpolitischen Gremien. Dass dies nicht geschehen sei, bezeichneten sie als nicht akzeptabel.
Am 26. Juni 2025 hatte der Gemeinderat den Bebauungsplan „Umbau und Erweiterung der Ursapharm-Arena an der Kaiserlinde“ einstimmig beschlossen und damit die kommunalpolitischen Voraussetzungen für die Weiterentwicklung des Stadions geschaffen. Die Planungen sehen einen Endausbau auf insgesamt 15.500 Zuschauerplätze vor – derzeit weist die SV Elversberg noch 10.000 Plätze aus. Für Versammlungsstätten mit mehr als 5.000 Besucherplätzen verlangt das saarländische Landesrecht ein Sicherheitskonzept; bei Stadien oberhalb von 10.000 Plätzen gelten zusätzliche Anforderungen.
Notwendige Prüfungen zu Brandschutz, Rettungswegen, Verkehr, Erschließung und Sicherheit stellten die Fraktionen ausdrücklich nicht infrage. Die rechtliche und fachliche Bewertung des Bauantrags obliege der zuständigen Unteren Bauaufsichtsbehörde. Die Fraktionen begrüßten, dass die SV Elversberg erforderliche Unterlagen ergänzen wolle, um eine zeitnahe Genehmigung zu ermöglichen. Laut einem Bericht des Saarländischen Rundfunks unter Berufung auf eine SVE-Stellungnahme vom 1. September 2026 hat der Verein die Nachreichung von Unterlagen angekündigt.
Die drei Fraktionen riefen alle Beteiligten – Gemeinde, Landkreis, Verein, Stadiongesellschaft und zuständige Behörden – dazu auf, die offenen Fragen zügig und konstruktiv zu klären. Die SV Elversberg sei ein bedeutender Teil der Gemeinde und ein wichtiger sportlicher, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Impulsgeber für die gesamte Region. Sicherheit und Weiterentwicklung seien keine Gegensätze. Jetzt brauche es Zusammenarbeit statt Schuldzuweisungen, um den Weg für eine rechtssichere und zukunftsfähige Weiterentwicklung freizumachen.




