Ein 38-jähriger Saarländer hat mit seinem Rallyeauto einen Großbrand bei Reichenbach im Hunsrück ausgelöst. Rund 22 Hektar Wald und Wiesen standen in Flammen, bevor die Einsatzkräfte das Feuer unter Kontrolle bringen konnten. Wie die Kreisverwaltung Birkenfeld mitteilte, war der Fahrer auf einem asphaltierten Feldweg unterwegs, als ein technischer Defekt an seinem Fahrzeug auftrat. Für diese Testfahrt besaß er keine Genehmigung. Die Nachlöscharbeiten sind inzwischen abgeschlossen – auch die Nacht sei ruhig verlaufen, so ein Sprecher der Feuerwehr am Samstag.
Zeitweise bekämpften rund 220 Einsatzkräfte die Flammen. (Wir berichteten)
Der betroffene Feldweg ist für den regulären Straßenverkehr nicht freigegeben – nur landwirtschaftliche Maschinen dürfen ihn befahren. Eine Genehmigung hätte der Fahrer bei der Ortsgemeinde Reichenbach beantragen müssen. Ortsbürgermeister Uwe Nees bestätigt, dass ein solcher Antrag nie eingegangen sei. Ein Bekannter des Fahrers habe zwar vor gut einem Monat bei ihm angefragt, ob Testfahrten auf dem Feldweg möglich wären. „Ich hab gesagt, dass ich grundsätzlich nichts dagegen habe, weil hier in der Vergangenheit schon Profisportler geübt haben“, sagt Nees. Voraussetzung wäre allerdings gewesen, dass für Sicherheit gesorgt, die Kreisverwaltung und die Feuerwehr eingebunden sowie Streckenposten und Absperrungen eingerichtet worden wären. „Ich hätte auch nicht erwartet, dass jemand auf die Idee kommt, bei dieser Witterung eine Testfahrt zu unternehmen“, so der Ortsbürgermeister.
Die Polizei hat das Fahrzeug sichergestellt und Ermittlungen eingeleitet. „Aktueller Stand ist der, dass wir wissen, dass der Brand in einem Zusammenhang steht mit einem Fahrzeug, was da durchgefahren ist“, bestätigt Michael Notzon, Sprecher des Polizeipräsidiums Trier. Die Testfahrt ohne Genehmigung stelle keine Straftat dar, sondern lediglich eine Ordnungswidrigkeit. „Das kann vielleicht ein Bußgeld von circa 50 Euro nach sich ziehen“, so Notzon. Deutlich teurer könnte es für den Fahrer werden, sollte er für den Feuerwehreinsatz und den entstandenen Schaden haften müssen – die Ortsgemeinde beziffert diesen auf einen Millionenbetrag. „Über etwaige Rechtsfolgen und Haftungsfragen kann erst nach Abschluss der Ermittlungen Auskunft erteilt werden“, schreibt Axel Munsteiner von der Kreisverwaltung Birkenfeld. „Wir stehen bei den Ermittlungen noch ganz am Anfang und wissen noch nicht, ob sich jemand strafbar gemacht hat“, ergänzt Polizeisprecher Notzon.
Auch beim ADAC war die Fahrt nicht registriert. Pressesprecher Marco Hillmann erklärte, alle offiziellen Test- und Einstellungsfahrten würden angemeldet. „Wir hatten über die Fahrt bei Reichenbach keinerlei Informationen“, so Hillmann. Ob der 38-Jährige an der Eifel-Mosel-Rallye teilnehmen wollte, werde noch ermittelt. Die Rallye selbst, die am Freitag mit einem offiziellen Testdurchlauf in Maring-Noviand begonnen hat, werde trotz des Brandes und der anhaltenden Hitze und Trockenheit stattfinden. Das bestätigten sowohl der ADAC als auch die Kreisverwaltungen Trier-Saarburg und Bernkastel-Wittlich. Das Sicherheitskonzept stehe seit Monaten, zusätzlich würden Brandwachen eingesetzt.




