Die Arbeitslosigkeit im Saarland ist im Juli erneut gestiegen und hat wieder die Marke von 40.000 überschritten. Wie aus den am 31. Juli von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Zahlen hervorgeht, setzt sich der Negativtrend auf dem saarländischen Arbeitsmarkt fort. Besonders die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in der Industrie geht weiter zurück.
IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé ordnete den Anstieg zwar als saisonüblich ein – die Sommerferien fielen in diesem Jahr vollständig in den Juli –, zeigte sich aber dennoch besorgt. „Der Druck auf den saarländischen Arbeitsmarkt nimmt weiter zu und die wirtschaftliche Erholung bleibt fragil“, sagte Thomé. Das Reformpaket der Bundesregierung enthalte zwar „einige richtige und längst überfällige Ansätze“, die Unternehmen stünden aber weiterhin unter erheblichem Kosten- und Wettbewerbsdruck. „Ohne konsequente Strukturreformen wird es nicht gelingen, Beschäftigung nachhaltig zu sichern und neue Arbeitsplätze zu schaffen“, betonte der IHK-Hauptgeschäftsführer. Konkret forderte er mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit, spürbare Entlastungen bei Steuern, Abgaben und Energiekosten sowie einen entschlossenen Bürokratieabbau.
Kritik übte Thomé zudem an der geplanten Abschaffung der Minijobs. „Gerade im Handel, im Gastgewerbe und in vielen Dienstleistungsbereichen sind sie ein wichtiges Instrument, um Personal flexibel einzusetzen. Ihr Wegfall würde diese Branchen zusätzlich belasten, ohne dass daraus ein erkennbarer Mehrwert für den Arbeitsmarkt entsteht“, warnte er. Aus Sicht der Wirtschaft bestehe hier dringender Korrekturbedarf.




