Hepatitis-Fälle im Saarland gehen zurück – Ministerium mahnt dennoch zur Wachsamkeit

Symbolbild

Anlässlich des Welt-Hepatitis-Tages hat das saarländische Gesundheitsministerium die Bevölkerung dazu aufgerufen, sich stärker mit dem Thema Hepatitis auseinanderzusetzen. Unter dem Motto „Lass uns Klartext reden“ stehen Aufklärung, Impfschutz, frühzeitige Diagnose und Behandlung im Mittelpunkt. Bürgerinnen und Bürger sollen Fehlinformationen und Vorurteile abbauen und bestehende Angebote zur Prävention und Versorgung aktiv nutzen.

Das Ministerium betont, dass Hepatitis keineswegs nur ein Problem ferner Länder sei – auch im Saarland würden regelmäßig Infektionen festgestellt. Viele Erkrankungen verliefen zunächst ohne eindeutige Beschwerden, weshalb es entscheidend sei, Risiken zu kennen, den eigenen Impfstatus zu überprüfen und angebotene Tests wahrzunehmen. Wer früh von einer Infektion erfahre, könne behandelt werden und zugleich andere schützen. Die Zahlen zeigen dabei einen positiven Trend: Für das Meldejahr 2025 wurden im Saarland insgesamt 246 Hepatitis-B-Fälle an das Robert Koch-Institut übermittelt – im Vorjahr waren es noch 362.

Die fünf Haupttypen der Virushepatitis A bis E unterscheiden sich deutlich voneinander. Gegen Hepatitis A und B stehen wirksame Impfstoffe zur Verfügung. Eine chronische Hepatitis B lässt sich mit antiviralen Medikamenten behandeln, wodurch das Fortschreiten einer Leberzirrhose verlangsamt, das Leberkrebsrisiko gesenkt und die Lebenserwartung verbessert werden kann – allerdings muss die Therapie häufig dauerhaft fortgeführt werden. Gegen Hepatitis C, die hauptsächlich durch Kontakt mit infiziertem Blut übertragen wird, gibt es bislang keinen Impfstoff. Eine Hepatitis-D-Infektion ist nur in Kombination mit Hepatitis B möglich, weshalb auch hier die Impfung den wirksamsten Schutz bietet. Hepatitis E wird in Industrieländern vor allem über kontaminierte Lebensmittel übertragen.

Das Ministerium empfiehlt konkret, den Impfschutz gegen Hepatitis A und B entsprechend den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission ärztlich klären zu lassen. Bei möglichen Risiken oder Unsicherheit sollten Betroffene ihre Hausärztin, ihren Hausarzt oder eine Beratungsstelle ansprechen. Gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren können im Rahmen des einmaligen Gesundheits-Check-ups ein Screening auf Hepatitis B und C in Anspruch nehmen. Zudem sollten keine Spritzen, Nadeln oder Utensilien zum Drogenkonsum geteilt werden, bei Tätowierungen und Piercings auf hygienische Standards geachtet und Kondome genutzt werden, da insbesondere Hepatitis B auch sexuell übertragen werden kann.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft virale Hepatitis weiterhin als eine der führenden infektiösen Todesursachen weltweit ein. Laut ihrem Global Hepatitis Report 2026 lebten im Jahr 2024 schätzungsweise 240 Millionen Menschen mit chronischer Hepatitis B und 47 Millionen mit chronischer Hepatitis C. Rund 1,3 Millionen Menschen starben im selben Jahr an den Folgen, insbesondere an Leberzirrhose und Leberkrebs.

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