Die Kreisstadt St. Wendel hat ein neues Veranstaltungsformat ins Leben gerufen, das Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung enger vernetzen soll. Beim ersten sogenannten „St. Wendel Innovation Circle“ am Montag, 11. Juni, im Museum St. Wendel drehte sich alles um die Frage, wie junge Menschen frühzeitig für die Region begeistert und an den Standort gebunden werden können. Rund um diese Herausforderung kamen Vertreter aus Hochschule, Unternehmen und Kommune zusammen, um Perspektiven aufzuzeigen und Kooperationen anzustoßen.
Besonders die Zusammenarbeit mit dem Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier stand im Mittelpunkt. Prof. Klaus Helling, Dekan des Fachbereichs Umweltwirtschaft/-recht, betonte die bestehenden Verbindungen und das Potenzial für eine Vertiefung: „Der Umwelt-Campus Birkenfeld kooperiert seit vielen Jahren erfolgreich mit Unternehmen und Einrichtungen im St. Wendeler Land, aber es bestehen noch Potenziale diese Zusammenarbeit weiter zu vertiefen. Das von der Stadt St. Wendel initiierte Wirtschaftsforum „St. Wendel Innovation Circle“ bietet dazu eine tolle Plattform und sollte unbedingt als regelmäßiges Format etabliert werden.“ In den Impulsbeiträgen wurde deutlich, dass Wissenschaft und Praxis auf vielen Ebenen voneinander profitieren können – etwa durch duale Studiengänge, Praktika, Abschlussarbeiten, Projektkooperationen und den Transfer von Forschungsergebnissen in Unternehmen und Kommune.
Matthias Bruch, Geschäftsführer der Globus Holding GmbH & Co. KG, unterstrich aus Unternehmenssicht die Bedeutung von Nachwuchsförderung und früher Talentbindung. Zugleich warb er für mehr Selbstbewusstsein der Region: „Wir reden oft über das, was uns fehlt. Viel wichtiger ist aber, selbstbewusst auf das zu schauen, was wir haben: eine hohe Lebensqualität, Sicherheit, Natur, engagierte Menschen und starke Gemeinschaften. Gerade in einer Zeit, in der viele nach Vertrautheit, Zugehörigkeit und Heimat suchen, hat St. Wendel unglaublich viel zu bieten.“
In einer anschließenden Gesprächsrunde berichteten Julian Schneider, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft St. Wendeler Land, Vanessa Agné, Referentin für Nachhaltigkeit der Globus Gruppe, und Citymanagerin Carina Clüsserath von ihren persönlichen Karrierewegen und konkreten Erfahrungen an der Schnittstelle von Hochschule, Unternehmen und Region. Dabei wurde deutlich: Fachkräftesicherung beginnt nicht erst bei der Stellenausschreibung, sondern dort, wo junge Menschen einen Bezug zu einem Ort und seinen Möglichkeiten entwickeln.
Gerade für eine Mittelstadt im ländlich geprägten Raum stellt die Abwanderung junger Menschen nach Schule, Ausbildung oder Studium eine zentrale Herausforderung dar. Gleichzeitig verfüge St. Wendel über eine hohe Lebensqualität, kurze Wege, starke Unternehmen sowie ein lebendiges Vereins- und Kulturleben. Bürgermeister Peter Klär kündigte an, das Format mit weiteren Schwerpunkten fortzusetzen: „Der Fokus der Auftaktveranstaltung unseres neu geschaffenen St. Wendel Innovation Circle lag auf Studierenden und jungen Talenten. In den kommenden Veranstaltungen werden wir weitere Schwerpunkte setzen, die für die Zukunft des Wirtschaftsstandortes St. Wendel und unserer Stadtentwicklung von Bedeutung sind. Lassen Sie den Abend deshalb als Einladung verstehen, St. Wendel gemeinsam weiterzudenken — als Wirtschaftsstandort, als Lebensmittelpunkt und als Ort, an dem junge Menschen Perspektiven finden.“ Den gelungenen Auftakt wertete Klär als Bestätigung: „St. Wendel will Zukunft aktiv gestalten — gemeinsam mit starken Partnern, regionalen Unternehmen und mit Perspektive für junge Menschen.“





