Saar-Arbeitsmarkt kommt weiter nicht in Schwung

Die Entwicklung auf dem saarländischen Arbeitsmarkt bleibt nach Einschätzung von Wirtschaft und Opposition angespannt. Zwar habe der Mai eine leichte Frühjahrsbelebung gebracht, von einer echten Dynamik könne jedoch keine Rede sein.

Der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Saarland, Frank Thomé, erklärte mit Blick auf die aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit: „Dieses schwache Plus darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es dem saarländischen Arbeitsmarkt zunehmend schwerfällt, Arbeitslose wieder in Beschäftigung zu bringen.“

Als Ursachen nennt die IHK geopolitische Unsicherheiten, hohe Kostenbelastungen und ausbleibende strukturelle Reformen. Viele Unternehmen seien deshalb bei Neueinstellungen zurückhaltend. Besonders betroffen sei das Verarbeitende Gewerbe, das sich in einem immer härteren internationalen Wettbewerb behaupten müsse.

Thomé fordert einen wirtschaftspolitischen Kurswechsel. Deutschland brauche „niedrigere Lohnnebenkosten, weniger Bürokratie, wettbewerbsfähige Energiepreise, steuerliche Entlastungen und mehr Flexibilität im Arbeitsrecht“.

Auch die CDU-Landtagsfraktion Saarland äußerte sich kritisch zu den aktuellen Zahlen. Der arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitische Sprecher Christopher Salm sprach von einem „ernsten Warnsignal für den Wirtschaftsstandort Saarland“.

Besonders problematisch sei der Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Laut Salm lag deren Zahl im März im Saarland um 0,9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bundesweit habe der Rückgang lediglich 0,2 Prozent betragen.

Kritisch bewertet die CDU vor allem die Entwicklung einzelner Branchen. Während Beschäftigung vor allem im Gesundheitswesen, Sozialwesen und in der öffentlichen Verwaltung wachse, seien im Verarbeitenden Gewerbe 5.300 Arbeitsplätze und im Handel weitere 1.000 Stellen weggefallen.

Salm erklärte: „Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist der Kern unseres Wohlstands.“ Entscheidend sei deshalb, dass neue Arbeitsplätze insbesondere in Industrie, Mittelstand, Handwerk, Handel und Dienstleistungen entstünden.

Zugleich griff die CDU die Landesregierung politisch an. Die SPD sei 2022 mit dem Ziel angetreten, die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Saarland auf 400.000 zu steigern. „Die heutigen Zahlen zeigen: Die Realität ist eine völlig andere“, so Salm.

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