St. Wendel erhöht Müllgebühren, aber Windelpauschale bleibt seit Jahren unverändert

Die Sozialdemokraten im St. Wendeler Stadtrat fordern eine deutliche Anhebung der städtischen Windelpauschale. Die finanzielle Unterstützung für die Entsorgung von Einwegwindeln soll von derzeit 25 Euro auf 60 Euro pro Jahr steigen. Auch die Förderung für wiederverwendbare Windelsysteme und Stoffwindeln soll entsprechend angepasst werden.

Die SPD-Fraktion begründet ihren Vorstoß mit der Entwicklung der Abfallgebühren in der Kreisstadt. Während die Müllgebühren seit der Einführung der Windelpauschale im Jahr 2006 mehrfach angehoben wurden – bei der jüngsten Erhöhung teilweise um bis zu 60 Prozent – blieb die Pauschale selbst über Jahre hinweg unverändert. Da in St. Wendel die Abfallgebühren nach Gewicht berechnet werden, entstehe für betroffene Haushalte eine besondere finanzielle Belastung.

„Familien mit kleinen Kindern oder Menschen, die auf Inkontinenzprodukte angewiesen sind, verursachen diesen zusätzlichen Müll nicht freiwillig. Gerade weil in St. Wendel nach Gewicht abgerechnet wird, entsteht hier eine besondere Belastung. Deshalb ist es nur fair, die Unterstützung endlich an die Realität anzupassen“, erläutert die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Réka Klein die Initiative ihrer Fraktion.

Der Fraktionsvorsitzende Marc André Müller verweist auf die soziale Bedeutung der vorgeschlagenen Maßnahme: „Natürlich müssen wir aktuell sehr genau auf die Finanzen der Stadt schauen. Aber gerade in schwierigen Zeiten zeigt sich, ob Solidarität nur ein Schlagwort ist oder tatsächlich gelebt wird. Wer Windeln braucht, hat keine Wahl. Deshalb halten wir diese Unterstützung für richtig und notwendig.“

Die Sozialdemokraten sprechen sich dafür aus, notwendige Einsparungen im städtischen Haushalt an anderen Stellen vorzunehmen. Kritisiert werden insbesondere Ausgaben, die nach dem Gießkannenprinzip erfolgen, ohne gezielt Menschen zu unterstützen, die auf Hilfe angewiesen sind. Die Fraktion betont, dass soziale Gerechtigkeit auch in Zeiten knapper Kassen Priorität haben müsse.

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