Die Polizei durchsucht seit den frühen Morgenstunden des 6. Mai 2026 bundesweit Wohnungen von mehr als 36 mutmaßlichen Mitgliedern zweier rechtsextremer Jugendorganisationen. Die Razzien richten sich gegen die Gruppen „Deutsche Jugend Voran“ (DJV) und „Jung und Stark“ (JS) und finden in zwölf Bundesländern statt.
Im Saarland konzentrieren sich die Durchsuchungen auf die Landkreise Neunkirchen und St. Wendel. Dort wird gegen eine 27-jährige Person ermittelt, die der Mitgliedschaft in der mutmaßlich rechtsextremistischen kriminellen Vereinigung „Jung und Stark“ verdächtigt wird. Neben dem Saarland sind Bayern, Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz von den Durchsuchungsmaßnahmen betroffen.
Die Beschuldigten sind überwiegend Jugendliche und junge Erwachsene, von denen einige bereits in der Vergangenheit durch Gewalttaten aufgefallen sind. Viele der 36 Verdächtigen gelten als Führungspersonen innerhalb der beiden Organisationen. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft sind sowohl „Jung und Stark“ als auch die „Deutsche Jugend Voran“ bundesweit organisiert und verfügen über Regionalgruppen in verschiedenen Bundesländern. Die Mitglieder nutzen soziale Medien zur Vernetzung und treffen sich regelmäßig. Bei diesen Zusammenkünften soll zu Gewalttaten gegen politische Gegner sowie gegen vermeintlich Pädophile aufgerufen werden. Die Sicherheitsbehörden schätzen, dass beide Gruppen jeweils mehrere Hundert Mitglieder haben. Der Generalbundesanwalt hat das Verfahren aufgrund der besonderen Bedeutung des Falls an sich gezogen und stuft beide Gruppen als kriminelle Vereinigungen ein.



