Historiker beleuchten Marienerscheinungen von 1876 in Marpingen neu

Vor 150 Jahren ereignete sich in Marpingen ein Vorfall, der das kleine saarländische Dorf zu einem Wallfahrtsort machte und bis nach Berlin für Aufsehen sorgte. Drei achtjährige Mädchen berichteten im Sommer 1876, ihnen sei im Härtelwald die Jungfrau Maria erschienen. Diese Nachricht verbreitete sich rasant und zog innerhalb weniger Wochen Zehntausende Pilger nach Marpingen. Die Behörden des Deutschen Kaiserreichs schritten ein, und die Angelegenheit wurde vor Gericht verhandelt. Selbst die preußische Regierung befasste sich mit den Vorfällen.

Anlässlich des 150. Jahrestages veranstalten die Gemeinde Marpingen, die Stiftung Marpinger Kulturbesitz und das Geschichtsforum Alsweiler einen Diskussionsabend am Donnerstag, 11. Juni 2026, um 19 Uhr im Pfarrheim Alsweiler. Die Veranstaltung widmet sich der wissenschaftlichen Aufarbeitung der damaligen Geschehnisse vor dem Hintergrund des Kulturkampfes und der religiösen Strömungen jener Zeit.

Als Diskussionsteilnehmer konnte der Historiker Prof. Dr. David Blackbourn von der Vanderbilt University in Nashville/Tennessee gewonnen werden, der mit seinem Werk „Marpingen, das deutsche Lourdes“ die maßgebliche wissenschaftliche Aufarbeitung der Ereignisse verfasst hat. Mit ihm diskutieren Prof. Dr. Gabriele Clemens von der Universität des Saarlandes, Prof. Dr. Christoph Nonn von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf sowie der ehemalige saarländische Innenminister Dr. Richard Dewes. Die Gesprächsleitung übernimmt der Saarbrücker Historiker Dr. Paul Burgard.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenfrei. Interessierte werden gebeten, ihre Plätze unter Angabe von Name und Personenzahl per E-Mail an tomstoermer@t-online.de zu reservieren. Die Organisatoren erwarten einen aufschlussreichen Abend, der eine der bemerkenswertesten Episoden der saarländischen Geschichte aus wissenschaftlicher Sicht neu einordnet.

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