Wer kann den Bayern in der neuen Saison gefährlich werden?

Im Jahr 2013, kurz vor dem umstrittenen Wechsel von Mario Götze zum FC Bayern, warnte Jürgen Klopp, damaliger BVB-Trainer, vor sogenannten „schottischen Verhältnissen“ in der Bundesliga. Heute, nach der sechsten FCB-Meisterschaft in Folge, scheint genau dies eingetreten zu sein. Die nationale Dominanz der Bayern ist seit 2013 ungebrochen und erinnert an die Serienmeisterschaften von Celtic Glasgow. Zu den sechs Ligatiteln gesellen sich weitere Erfolge im DFB Pokal und dem Ligapokal. Spannung sieht anders aus. Wird sich daran in der neuen Saison etwas ändern?

Die obligatorische Schwächephase nach Großturnieren

In den letzten 20 Jahren gelang es neben den Bayern mit Werder Bremen, VFB Stuttgart, dem VFL Wolfsburg und Borussia Dortmund lediglich vier Teams, die deutsche Meisterschaft zu gewinnen. Auffällig waren die Schwächephasen des Rekordmeisters nach Welt- oder Europameisterschaften. Sowohl in den Jahren 2007 und 2009, als auch 2011 schafften es die Bayern nicht, ihren Titel zu verteidigen. Obwohl die Ligatitel 2015 und 2017 gezeigt haben, dass die Bayern auch nach Großturnieren Meister werden können, machen sich die „Verfolger“ für die neue Saison Hoffnungen auf schwächelnde Bayern.

Spanische oder schottische Verhältnisse?

Unter Jürgen Klopp etablierte sich der BVB als zweite Kraft in der Bundesliga. Dortmunds Präsident Aki Watzke sprach vom „zweiten Leuchtturm“ im deutschen Fußball. Doch mit dem Abgang wichtiger Stützen wie Lewandowski, Hummels oder Gündogan, wurde es auch für den BVB schwierig, diesen hohen Standard zu halten. So wurden aus den vermeintlich spanischen Verhältnissen nach und nach die befürchteten schottischen Verhältnisse.

Auch die gute Arbeit anderer Vereine ließ diese gegenüber dem BVB deutlich aufholen. RB Leipzig überzeugt durch intelligente Transferpolitik und einen aggressiven Spielstil, der FC Schalke hat mit Tedesco einen Trainercoup gelandet, und auch Bayer Leverkusen liefert Woche für Woche überzeugende Leistungen ab und ist auf dem besten Weg in die Champions League. So geht es auf den Plätzen 2 bis 6 zwar eng zu, wirklich gefährlich scheint den Bayern aber trotzdem niemand zu werden. Dementsprechend gering ist auch die Quote bei Stakers Deutschland auf einen weiteren Meistertitel für den FCB.

Wildern bei der Konkurrenz

Es gibt viele Gründe für die Dominanz der Bayern. Während Uli Hoeneß immer wieder die jahrzehntelange gute Arbeit seines Vereins hervorhebt, ist es insbesondere die Transferpolitik der Bayern, die von den Gegnern kritisiert wird. Tatsächlich lässt sich der Eindruck nicht vermeiden, als schwäche der FC Bayern aufkommende Konkurrenten durch gezielte Transfers. Egal ob Ze Roberto und Ballack von Leverkusen, Lewandowski und Hummels vom BVB oder Goretzka von Schalke – stets werben die Münchener wichtige Säulen der gegnerischen Mannschaften ab. Selbstverständlich betonen die Verantwortlichen immer wieder, dass in erster Linie die eigene Mannschaft gestärkt werden solle, allerdings wird der Nebeneffekt des geschwächten Konkurrenten gerne in Kauf genommen.

Ein neuer Trainer als Hoffnung für die Gegner?

Zur neuen Saison übernimmt der aktuelle Trainer von Eintracht Frankfurt, Niko Kovac, den Trainingsbetrieb an der Säbener Straße. Zwar überzeugte der Kroate mit seiner Arbeit bei der Eintracht, trotzdem äußern einige Experten Zweifel an dessen Eignung als Bayerntrainer. So unterscheiden sich die Ansprüche zwischen Frankfurt und München immens. Zudem muss Kovac beweisen, dass er einen mit Ausnahmekönnern gespickten Kader moderieren kann. Die Konkurrenten können nur hoffen, dass der neue Trainer eine gewisse Eingewöhnungszeit braucht. So oder so wird der Titel höchstwahrscheinlich nur über die Bayern gehen.

 

Share on facebook
Share on whatsapp
Share on twitter
Share on linkedin
Share on telegram

ANZEIGEN