Bei einer außerordentlichen Delegiertenversammlung in der Mehrzweckhalle Urexweiler hat der Kreisfeuerwehrverband St. Wendel einen neuen Vorsitzenden gewählt. Marcus Gierend, bisher stellvertretender Vorsitzender, wurde in geheimer Abstimmung mit überwältigender Mehrheit zum Nachfolger von Günter Burkholz bestimmt, der nach vier Jahren nicht erneut kandidierte.
Der Marpinger Bürgermeister Volker Weber würdigte zu Beginn der Versammlung das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrleute. „Insbesondere die Waldbrandereignisse in den letzten Wochen haben gezeigt, wie wichtig gut funktionierende Feuerwehren sind“, so Weber. Den neuen Herausforderungen müsse man sich uneingeschränkt stellen, und die Wehren müssten bestmöglich ausgestattet werden. „Und was den Katastrophenschutz betrifft, ist St. Wendel ein Vorzeigelandkreis; denn hier hat man die Zeichen der Zeit frühzeitig erkannt.“ Brandinspekteur Dirk Schäfer untermauerte dies mit konkreten Zahlen: Von Juni bis August seien die Feuerwehren bei insgesamt 95 Wald- und Vegetationsbränden im Einsatz gewesen – auch außerhalb des Landkreises. Oft sei man dabei an die Grenze der Belastbarkeit gestoßen.
Burkholz blickte in seinem Bericht auf seine Amtszeit zurück. Ein wesentliches Ziel sei die Einführung einer basisdemokratischen Struktur gewesen, bei der jeder Löschbezirk unabhängig von seiner Größe einen Delegierten stellt. „‚Von der Basis für die Basis‘ lautet unser Motto“, erklärte Burkholz. Der Kreisfeuerwehrverband sei in allen Fachausschüssen des Landesverbandes vertreten und unterhalte auf Kreisebene eigene Fachausschüsse für Brandschutzerziehung, vorbeugenden Brandschutz sowie Alters- und Ehrenabteilungen. Insgesamt vertritt der Verband die Interessen von mehr als 3.000 Mitgliedern. Nach dem Finanzbericht von Klara Schorr erteilte die Versammlung dem Vorstand auf Empfehlung der Kassenprüfer Jochen Becker und Christoph Wolf Entlastung.
Die Wahlhandlungen leitete Ehrenbrandinspekteur Hans-Josef Keller, unterstützt von den Vizepräsidenten des Landesverbandes Claus Kürsteiner und Gerhard Sauer als Wahlhelfer. Neben Gierend als neuem Vorsitzenden wurden die stellvertretenden Vorsitzenden Paul Haupenthal und Klaus-Peter Schorr für weitere vier Jahre in ihren Ämtern bestätigt. Da durch Gierends Aufstieg dessen bisherige Stellvertreterposition frei wurde, wählte die Versammlung Diakon Michael Stephan, Feuerwehrseelsorger im Landkreis St. Wendel, einstimmig als dritten Stellvertreter.
Der neue Vorsitzende hob die Verdienste seines Vorgängers hervor. Burkholz sei es gelungen, den Verband vor vier Jahren aus einer tiefen Krise wiederauferstehen zu lassen. Der Verband genieße heute hohes Ansehen, und die dortigen Expertisen seien sehr gefragt. Auch Landesfeuerwehrverbandspräsident Manfred Rippel lobte die Wahl: „Marcus Gierend ist prädestiniert für die Nachfolge von Günter Burkholz.“ Insbesondere im Bereich des Satzungswesens habe Gierend hervorragende Arbeit geleistet. Burkholz übergab seinem Nachfolger symbolisch ein Strahlrohr „mit viel Verantwortung und vielen guten Wünschen“.
Den Höhepunkt der Versammlung bildete eine Überraschung für den scheidenden Vorsitzenden: Manfred Rippel zeichnete den sichtlich überraschten Günter Burkholz mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold aus – der höchsten Anerkennung für Verdienste im Feuerwehrwesen. Burkholz gehört seit 1970 der Feuerwehr an, war zwölf Jahre Löschbezirksführer in seinem Heimatort Güdesweiler und 24 Jahre stellvertretender Wehrführer der Gemeinde Oberthal. Seit 2022 hatte er den Kreisfeuerwehrverband St. Wendel als Vorsitzender geführt.




