Altkanzler Schröder übernimmt neuen Posten bei Globus in Russland

Von Bernd Schwabe in Hannover - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=189382114

St. Wendel/Moskau. Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) soll einen neuen Posten in Russland übernehmen. Nach Medienberichten wurde er in den Aufsichtsrat der Hyperglobus LLC berufen, die das russische Globus-Geschäft betreibt. Schröder soll dort für die strategische Entwicklung der Supermarktkette mitverantwortlich sein. Für das Saarland ist die Personalie auch deshalb von Interesse, weil Globus seine Wurzeln und seinen Sitz in St. Wendel hat. Das Russland-Geschäft wurde allerdings 2025 aus der deutschen Globus Holding ausgegliedert.

Über die Berufung Schröders berichtete zunächst das russische Online-Wirtschaftsmedium RBC unter Berufung auf einen Unternehmenssprecher. Demnach soll der frühere Bundeskanzler künftig im Aufsichtsrat der Hyperglobus LLC sitzen.

Zu seinen Aufgaben soll insbesondere die strategische Entwicklung des Unternehmens in Russland gehören.

Russisches Geschäft wurde 2025 ausgegliedert

Bei Hyperglobus handelt es sich um das frühere Russland-Geschäft der deutschen Globus-Gruppe. Im Jahr 2025 wurde das russische Unternehmen in eine eigenständige Gesellschaft abgespalten.

Die dortigen Märkte werden weiterhin unter der Marke Globus betrieben. Die Berufung Schröders betrifft damit das russische Unternehmen und nicht unmittelbar die deutsche Globus Holding mit Sitz in St. Wendel.

Die Trennung ist für die Einordnung der Personalentscheidung von Bedeutung: Obwohl die russischen Märkte weiterhin unter dem bekannten Namen auftreten, handelt es sich seit der Abspaltung um ein eigenständiges Unternehmen.

Schröder betont wirtschaftliche Beziehungen

Schröder selbst verwies nach Angaben von RBC in einer Pressemitteilung auf die aus seiner Sicht hohe Bedeutung, wirtschaftliche Beziehungen und Investitionen in Russland aufrechtzuerhalten.

Dabei hob er insbesondere den Lebensmittelsektor als einen grundlegenden Bereich der wirtschaftlichen Zusammenarbeit hervor.

Der neue Aufsichtsratsposten reiht sich in Schröders langjährige wirtschaftliche Verbindungen nach Russland ein.

Russland-Verbindungen sorgen seit Jahren für Kritik

Schröders Beziehungen nach Russland sind seit Jahren Gegenstand politischer Auseinandersetzungen. Der frühere Bundeskanzler hatte nach seiner Amtszeit verschiedene Positionen bei russischen Unternehmen beziehungsweise im Zusammenhang mit russischen Energieprojekten übernommen.

Auch nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine wurden seine Beziehungen nach Russland und zum russischen Präsidenten Wladimir Putin wiederholt öffentlich kritisiert.

Mit dem Aufsichtsratsposten bei Hyperglobus kommt nun eine weitere wirtschaftliche Funktion in Russland hinzu. Nach den bislang vorliegenden Informationen soll Schröder dabei insbesondere an der strategischen Entwicklung des Einzelhandelsunternehmens mitwirken.

Für die deutschen Globus-Märkte bedeutet die Berufung keine entsprechende Personalentscheidung: Schröders neuer Posten betrifft die russische Hyperglobus LLC, deren Geschäft 2025 von der deutschen Globus Holding abgespalten wurde.

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