Tholey: Schwesternhaus wird neue Tourist-Information

Touristinfo Tholey
Touristinfo Tholey, Foto: Gemeinde Tholey

Die neue gemeinsame Tourist-Information der Gemeinde Tholey und der Benediktinerabtei in der Tholeyer Römerallee war eine Station beim diesjährigen „Tag der Architektur“, an dem die Architektenkammer des Saarlandes alljährlich der Öffentlichkeit herausragende architektonische Leistungen präsentiert. Das Gebäude in der Römerallee war als zweigeschossiges Gebäude in den späten 60iger Jahren des letzten Jahrhunderts entstanden und diente der Abtei Tholey zunächst als Schwesternheim. Zuletzt hatte es lange leer gestanden. Anlass zur Umnutzung des Gebäudes war die Sanierung der Klosters, die mit dem Einbau der Chorfenster in der Kirche durch den Künstler Gerhard Richter ihren Höhepunkt erreichte und sich zu einem touristischen Hotspot entwickeln wird. Daher benötigte die Abtei ein Gebäude, welches die Besucher empfängt, auf den Ort einstimmt und sie dann gezielt in die Klosteranlage führt.

Wie der für den Umbau verantwortliche Architekt Jens Stahnke von der FLOSUNDK architektur und urbanistik GmbH erklärte, stellt das Gebäude mit seiner städtebaulichen Lage zwischen Klosteranlage und Ortszentrum eine ideale  Pforte in die Welt des Klosters dar. Konzeptioneller Ansatz der Architekten war es, sehr respektvoll mit der Gebäudesubstanz umzugehen. In beiden Geschossen wurden die nicht tragenden Elemente entfernt, so entstand eine Abfolge von Raumnischen, die dem Raum Struktur und Rhythmus verleihen. Die kleinen Fensteröffnungen wurden in Paaren zusammengeführt und bis zum Boden vergrößert. Auf diese Weise wurde der Bezug zum Außenraum, d.h vor allem zur Klosteranlage wesentlich verstärkt und präsenter. Durch die Öffnung der Fassade an der Nordseite entstand ein neuer Haupteingang, wodurch eine Trennung zwischen dem Besucherzentrum/Tourist-Information und den Büroräumen im Obergeschoss ermöglicht wurde.

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Für Alexander Schwehm, den Präsidenten der Architektenkammer des Saarlandes (AKS), wurde mit dem Umbau des Gebäudes und der damit einhergehenden Umnutzung mit Unterstützung von Architektur Zukunft geschaffen. Auch Bürgermeister Hermann Josef Schmidt und Abt Mauritius Choriol lobten den gelungen Umbau, der sich ebenso durch Funktionalität wie durch seine städtebaulichen Akzente auszeichne. Im September /Oktober 2020 eröffnete die Abtei in dem umgebauten Gebäude zunächst ihr Besucherzentrum. Dieses musste wegen des Lockdowns während der Corona-Pandemie allerdings wieder schließen. In der Folge entschieden die Mönche, es künftig nicht wieder selbst zu betreiben.

Wie Bürgermeister Hermann Josef Schmidt erläuterte, fand man gemeinsam mit dem Abt jedoch eine Lösung: Diese lautete „noch engere Kooperation!“ Konkret bedeutet dies, dass die Gemeinde Tholey das Gebäude pachtete und als gemeinsame zentrale Anlaufstelle für Touristinnen und Touristen nutzen wird. Die offizielle Eröffnung ist bereits am 14. Juli. Der Tholeyer Gemeinderat stimmte den entsprechenden Plänen in seiner Sitzung am 21. April 2021 zu. Dazu sind mittlerweile bereits vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Rathaus in Büros im ersten Stock des frisch renovierten Gebäudes gezogen. Das Erdgeschoss nutzen Gemeinde und Abtei gemeinsam als Tourist-Information und Informationszentrum. Das Touristik-Team der Gemeinde wird dort zukünftig alle Anfragen beantworten. Die Mönche werden aber auch weiterhin präsent sein, denn sie sind Ansprechpartner und Aufsicht in der Kirche und werden an den Wochenenden öffentliche Führungen anbieten. Gäste können sich nach der Eröffnung täglich außer dienstags sogar an den Wochenenden mit Infomaterial versorgen oder Souvenirs erwerben. Durch die Konzentration der Tourist-Info einem Standort können nicht nur personelle Kapazitäten besser ausgenutzt werden. Es bringt den zusätzlichen Vorteil, dass die Abteigäste hier auch reichlich Informationen über die anderen touristischen Destinationen, wie den Schaumberg, den Vicus Wareswald, das Hofgut Imsbach oder die Johann-Adams-Mühle sowie über das Radfahren und Wandern finden werden. Somit werden auch sie von der neuen Einrichtung profitieren. Für diesen Zweck stehen immerhin mehr als 150 Quadratmeter allein im Erdgeschoss mit multimedialer Ausstattung zur Verfügung. Barrierefrei und damit behindertengerecht gibt es nicht nur Platz für Infomaterial, wie Flyer, Prospekte oder Merchandiseprodukte, sondern auch Raum für den Empfang von Gruppen. Hinzu kommen selbstverständlich sanitäre Einrichtungen, ebenfalls behindertengerecht.

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