In den Herbstferien hatten 17 Jugendliche aus dem Landkreis St. Wendel die Gelegenheit, Großstadtluft zu schnuppern und dabei Wissenswertes über die österreichische Hauptstadt Wien und ihre Geschichte zu erfahren. Die Bildungsreise wurde organisiert und geleitet vom Pastoralen Raum Tholey unter der Federführung von Gemeindereferentin Anna Rolinger und Pastoralreferent Thomas Röder. Ein Schwerpunkt der Reise lag auf den Freiheiten des Grundgesetzes, insbesondere der Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Religionsfreiheit.
Nach der Anreise mit dem Zug unternahm die Gruppe von Jugendlichen ab 15 Jahren und jungen Erwachsenen einen Stadtrundgang, bei dem sie sich mit der Geschichte der Stadt Wien und ihrer Bedeutung im Herzen Europas auseinandersetzten. Dabei wurde deutlich, dass die ehemalige K&K-Monarchie als Vielvölkerstaat verschiedenen Menschengruppen eine Heimat bot. Ein Besuch des berühmten Stephansdoms, der sich in der Nähe der Unterkunft der Gruppe befand, durfte dabei nicht fehlen.
Am nächsten Tag erhielten die Jugendlichen bei einer Führung durch die Institutionen der Vereinten Nationen in Wien, einer von weltweit vier UNO-Städten, Einblicke in die Aufgaben und Arbeitsbereiche der globalen Organisation. Rund 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus über 125 Ländern arbeiten für die in Wien ansässigen UN-Organisationen. Die Bedeutung einer Demokratie und die gegenseitige Abhängigkeit der Nationen auf der Welt wurden während der Führung deutlich.
Der dritte Tag der Reise konzentrierte sich auf die Themen Presse- und Meinungsfreiheit. Die Gruppe besuchte die Studios des ORF und erhielt Einblicke hinter die Kulissen. Bei einer Stadtführung zum Thema Diversität mit den Schwerpunkten freie Entfaltung der Persönlichkeit und Gleichheit vor dem Gesetz setzten sich die Teilnehmer mit bewegenden Biografien von Wiener Bürgerinnen und Bürgern auseinander, insbesondere während der Habsburger Monarchie und der NS-Zeit.
Am österreichischen Nationalfeiertag, dem 26. Oktober, beschäftigte sich die Gruppe mit der politischen Entwicklung Wiens nach der Kaiserzeit und besuchte die Parade des Bundespräsidenten auf dem Heldenplatz. Am Freitag nahmen die Jugendlichen an einer Führung zum Thema „Street Art“ teil, bei der sie erlebten, wie Kunst im öffentlichen Raum auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam macht.
Die Reise endete mit einem Besuch im Generationen-Café Vollpension, einem Sozialunternehmen, das mehr als 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, darunter viele über sechzig Jahre alt, die allein leben und/oder von Altersarmut betroffen sind. Die Gemeindereferentin betonte: „Insgesamt konnten wir anhand der geschichtsträchtigen Stadt Wien erleben, wie bereichernd und wichtig es ist, dass die Freiheiten des Grundgesetzes für uns alle gelten und auch eingehalten werden.“
Die Jugendbildungsreise wurde durch Fördermittel für politische Bildung vom Kreisjugendamt des Landkreises St. Wendel, dem Landesjugendamt des Saarlandes und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ im Projekt Partnerschaft für Demokratie im Landkreis St. Wendel unterstützt.




