St. Wendeler Land: Arbeitslosenquote sinkt auf 3,7 Prozent

Im April waren im Kreis St. Wendel 1.715 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 59 weniger als im März und 61 weniger als vor einem Jahr (minus 3,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote betrug im April 3,7 Prozent, das waren 0,1 Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr.

„Die leichte Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt lässt die Arbeitslosenzahlen weiter sinken“, so die Feststellung von Jürgen Haßdenteufel, Chef der Agentur für Arbeit Saarland. „Von der guten Entwicklung der vergangenen Wochen haben dabei die Männer stärker profitiert als die Frauen. Das ist typisch für den saisonalen Aufwärtstrend. Während der Wintermonate ruhten viele Außenarbeiten und hiervon waren vor allem männliche Arbeitnehmer betroffen. Jetzt nehmen die Aufträge und Einstellungen wieder zu. Auch der Tourismus und die Gastronomie bekommen mit Beginn der Freiluftsaison neuen Schwung. Für die nächsten Wochen rechne ich mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit“, so Haßdenteufel.

Die Arbeitslosenquoten aller saarländischen Landkreise im Vergleich:
Landkreis St. Wendel: 3,7 Prozent
Landkreis Merzig-Wadern: 4,9 Prozent
Landkreis Saarlouis: 5,5 Prozent
Saarpfalz-Kreis: 5,4 Prozent
Landkreis Neunkirchen: 8,0 Prozent
Regionalverband Saarbrücken: 9,3 Prozent

Jeden Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung. In den letzten vier Wochen meldeten sich 170 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos. Das waren 11 mehr als vor einem Jahr. Auf der anderen Seite haben 160 Personen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beendet, 36 weniger mehr als im März und 42 weniger als im Vorjahr.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung

Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen in April um 51 auf 764 gesunken und lag um 23 unter dem Vorjahreswert. Im aktuellen Monat waren 415 Männer arbeitslos, 30 weniger als im März. Bei den Frauen ist die Arbeitslosigkeit um 21 auf 349 gesunken. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren waren 98 Personen gemeldet, 7 weniger als im März und so viele wie vor einem Jahr. In der Altersgruppe 50Plus waren 337 Menschen arbeitslos, 21 weniger als im März.

Entwicklung in der Grundsicherung für Arbeitslose

Die Arbeitslosigkeit beim Jobcenter des Kreises ist im April geringfügig um 8 auf 951 Personen gesunken, das waren 38 weniger Arbeitslose als vor einem Jahr (minus 3,8 Prozent). Rund 380 der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen waren bereits ein Jahr und länger arbeitslos. Dies entspricht einem Anteil von 40,2 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit um 30 Personen. Im April waren 280 Ausländer arbeitslos gemeldet, 70 mehr als vor einem Jahr. Der Ausländeranteil an den Arbeitslosen betrug im April 29,3 Prozent.

Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit)

Die Unterbeschäftigung lag im Bereich der Arbeitslosenversicherung im April bei 1.010 Personen. Das waren 3,7 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende lag die Unterbeschäftigung im April bei 1.826 Personen (plus 12,9 Prozent zum Vorjahr).

In die Unterbeschäftigung werden neben den registrierten Arbeitslosen auch die Personen einbezogen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder aus anderen Gründen nicht als Arbeitslose gezählt werden.

Stellenmarkt

Im Monat April waren bei dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit 742 offene Stellen gemeldet. Dies waren 170 oder 30,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die meisten offenen Stellen gibt es in der Zeitarbeit, im Handel, im Gastgewerbe und im Bereich der freiberuflichen/wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungen. Auch im Baugewerbe, im Verarbeitenden Gewerbe und im Gesundheits- und Sozialwesen werden neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht.

Ausbildungsmarkt

Im Kreis St. Wendel wurden seit Beginn des Ausbildungsjahres im vergangenen Oktober 440 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 2,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig suchten 470 junge Menschen eine Ausbildungsstelle über die Arbeitsagentur, 8,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Am statistischen Zähltag im April waren noch 250 Stellen unbesetzt und 280 Jugendliche unversorgt.

Noch gute Chancen für 2017
In vielen Betrieben sind die Einstellungsverfahren derzeit noch nicht abgeschlossen und es bieten sich noch zahlreiche Ausbildungsmöglichkeiten. Die Berufsberatung der Arbeitsagentur Saarland rät daher den Jugendlichen, spätestens jetzt zu starten und die Angebote zu nutzen. Vor allem sollten sie für berufliche Alternativen offen sein und bei der Suche auch mal einen Blick über die Kreisgrenze werfen.

Hilfen der Arbeitsagentur
Neben der Vermittlung von Ausbildungsstellen bietet die Arbeitsagentur Beratung zu Ausbildungsvoraussetzungen, Bewerbungsverfahren und Berufsausbildungsbeihilfe an. Und wenn die schulischen Leistungen nicht stimmen, kann sie die Bewerberinnen und Bewerber mit vielen Fördermöglichkeiten unterstützen. Je früher sich Jugendliche mit der Agentur für Arbeit in Verbindung setzen, desto eher können individuelle Lösungsansätze für die Ausbildung gefunden werden.

TOP 10 der offenen Ausbildungsstellen
Offene Ausbildungsstellen gibt es noch in allen Berufsbereichen. Am häufigsten werden im Kreis St. Wendel noch Auszubildende für folgende Berufe gesucht:

Verkäufer/in (25)
Kaufmann/-frau im Einzelhandel (22)
Kfz.mechatroniker PKW-Technik (20)
Koch/Köchin (12)
Fachverkäufer/-in Lebensmittelhandwerk – Bäckerei (12)
Anlagenmechaniker/in Sanitär-/Heizungs- und Klimatechnik (11)
Hotelfachmann/frau (10)
Elektroniker/-in Energie- und Gebäudetechnik (9)
Fachverkäufer/-in Lebensmittelhandwerk – Fleischerei (8)
Restaurantfachmann/frau (7)

Kontakt
Ein Termin bei der Berufsberatung kann über die kostenfreie Hotline 0800 4 5555 00, beim Berufsberater in der Schule oder vor Ort bei der Agentur für Arbeit vereinbart werden. Arbeitgeber, die freie Ausbildungsstellen melden möchten, können sich an den Arbeitgeber-Service unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 4 5555 20 wenden.

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