St. Wendeler Kreistag fasst Beschlüsse zu Ostertalbahn und fordert Stärkung des Marienkrankenhauses

KT 300326 I: Ole Franke und Landrat Udo Recktenwald Fotograf: Lukas Kowol

Am 30. März 2026 tagte der Kreistag des Landkreises Sankt Wendel mit einer umfangreichen Tagesordnung von 24 Punkten. Zu Beginn der Sitzung wurde Ole Franke (CDU) als Nachfolger von Mike Meisberger vereidigt, der sein Mandat niedergelegt hatte.

Ein zentrales Thema der Sitzung war die Zukunft der Ostertalbahn. Die Museumsbahn-Strecke zwischen Ottweiler und Schwarzerden wird seit 1999 vom Landkreis von der Deutschen Bahn gepachtet. Der Vertrag verlängert sich automatisch jährlich, sofern keine Kündigung erfolgt. Am Endpunkt der Strecke in Schwarzerden plant das Rüstungsunternehmen KNDS eine Erweiterung. Für diese Expansion benötigt die Firma ein direkt an den Gleisen gelegenes Grundstück, das sich im Besitz des Landkreises befindet. Die Kreistagsmitglieder stimmten dem Verkauf zu. Gleichzeitig beschloss das Gremium einstimmig, eine Rechtsanwaltskanzlei mit der Prüfung aller rechtlichen Fragen und möglichen Optionen bezüglich der künftigen Betreiberrolle des Landkreises zu beauftragen.

Mit nur einer Gegenstimme genehmigte der Kreistag Änderungen bei den Schulbusverbindungen zur Gemeinschaftsschule Türkismühle und zur Waldorfschule Walhausen. Derzeit nutzen 462 Schülerinnen und Schüler aus Rheinland-Pfalz die Busse zur Schule in Türkismühle. Die Fahrzeuge verkehren teilweise bis weit in den Landkreis Birkenfeld hinein und verursachen jährliche Kosten von rund 500.000 Euro für den Landkreis Sankt Wendel. Seit der Einführung des Deutschland-Tickets entwickelte sich dieser Service zu einem finanziellen Verlustgeschäft. Angesichts der angespannten Haushaltslage entschied der Kreistag, die Streckenführungen zu reduzieren. Ein weiterer Grund für diese Maßnahme ist das Fehlen eines Schulsachkostenausgleichs zwischen dem Saarland und Rheinland-Pfalz. Während saarländische Landkreise untereinander die Sachkosten für Gastschüler erstatten, existiert eine solche Regelung über Landesgrenzen hinweg nicht. Die Kreistagsmitglieder waren sich einig, dass hier dringend eine Lösung auf Länderebene gefunden werden muss.

Einstimmig verabschiedete der Kreistag eine Resolution zur Zukunft des Marienkrankenhauses in St. Wendel. Das Gremium fordert den Träger, die Marienhaus-Gruppe, dazu auf, den Krankenhausstandort zukunftsfähig zu gestalten. In der Resolution heißt es: „ein landesweit gleichwertiges Angebot im Interesse der Daseinsvorsorge und damit auch der medizinischen Versorgung zu erreichen.“ Der Landkreis signalisierte seine Bereitschaft, bei einer möglichen Verlagerung der Kinderklinik nach St. Wendel unterstützend tätig zu werden. Diese Resolution steht im Zusammenhang mit der laufenden Krankenhausplanung des Landes und den Überlegungen zur künftigen Struktur der Krankenhäuser in St. Wendel und Neunkirchen.

Weitere Beschlüsse der Sitzung betrafen die Vorstellung eines Kultur- und eines Sportkonzepts für die Region. Der Kreistag genehmigte außerdem die Einrichtung von Berufsorientierungsräumen an weiterführenden Schulen und die Fortsetzung der Partnerschaft für Demokratie. Zudem wurde eine neue Vereinbarung mit dem Land zur digitalen Medienausleihe an Schulen beschlossen, die das bisherige analoge System der Schulbuchausleihe ersetzt und höhere Zuwendungen des Landes an die Schulträger vorsieht.

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