St. Wendel: Projektwoche an Nikolaus-Obertreis-Schule bringt Kindern das Handwerk näher

Die Klasse 2c der Nikolaus Obertreis Schule mit ihren fertigen Igeln

St. Wendel. Am vergangenen Freitag fand eine spannende Projektwoche der Klasse 2c der Nikolaus-Obertreis-Schule ihren Abschluss. Schreinermeister Andreas Kunz brachte den Schülerinnen und Schülern im Rahmen des Literaturprojektes „Du bist einmalig“ das Handwerk und die Arbeit mit Holz näher. Eine wichtige Aufgabe für ihn, weil viele junge Menschen nicht einmal mehr wissen, was ein Schreiner genau macht.

„Du bist einmalig“ lautet der Titel eines Buches von Autor Max Lucado, in dem es darum geht, seinen Selbstwert nicht von der Meinung anderer abhängig zu machen. Das Bilderbuch erzählt die Geschichte eines Holzschnitzers, der Holzpuppen, die sogenannten Wemmicks, erschaffen hat. Einem dieser Wemmicks erklärt er, warum es so, wie es ist, gut ist und es sich nicht von anderen Meinungen beeinflussen lassen soll. Diese Botschaft wollte die Klassenlehrerin der Klasse 2c, Frau Bard, ihren Schülerinnen und Schülern im Rahmen der Projektwoche vermitteln. An sieben verschiedenen Stationen konnten die Kinder sich kreativ ausleben und sich Gedanken darüber machen, warum sie selbst einmalig sind.


So gab es viel Bastelarbeit, wie „Buttons“, auf denen steht, dass man einmalig ist, T-Shirts, auf die die Kinder ihre Stärken schreiben konnten oder Sprechblasen auszufüllen, in die sie schreiben sollten, warum sie einmalig sind. Im Rahmen des Schulfestes, das am vergangenen Wochenende stattfand, konnten alle ihre Ergebnisse präsentieren.

Am letzten Tag der Projektwoche besuchte der Schreinermeister Andreas Kunz von der Schreinerei Kunz in Konken die Grundschule. Er brachte den Kindern die Arbeit mit Holz näher. Dazu brachte er kleine Holzblöcke mit, aus denen Igel werden sollten. Zunächst wurden die Blöcke in Form geschliffen, für die Stachel wurden Nägel in den Block gehämmert. Den Schülerinnen und Schülern machte es sichtlich Spaß und sie konnten sich in das Handwerk des Holzschnitzers aus dem Buch „Du bist einmalig“ hineinversetzen. Abschließend wurden die Igel mit Farbe bemalt. Die Kinder waren sehr zufrieden mit ihren Ergebnissen.

Kunz berichtet gegenüber wndn.de, dass es ihm ein wichtiges Anliegen war, die Schule zu besuchen und den Kindern etwas über sein Handwerk zu erzählen. Heutzutage haben es Handwerksberufe nicht leicht. Viele meinen, für einen Handwerksberuf müsse man keinen guten Schulabschluss besitzen, müsse viel harte Arbeit für wenig Geld verrichten, so Kunz. Als Inhaber eines Schreinereibetriebes hat er ganz genaue Vorstellungen von seinen Mitarbeitern. Er setzt eine Mittlere Reife voraus, hat aber die Erfahrung gemacht, dass man es mit einer Fachhochschulreife leichter in der Ausbildung hat. Auch die Digitalisierung geht an seinem Betrieb nicht vorbei. Verwirklichung von Praxis- und Gastronomieeinrichtungen sowie Laden- und Möbelbau setzen viele Kompetenzen voraus. „Unsere Kunden wollen bei der Planung sehen, wie das Ergebnis aussehen könnte. Deshalb arbeiten wir in dieser Phase überwiegend mit digitalen Medien“, erklärt der Schreinermeister. „Der Beruf des Schreiners ist so sehr vielfältig. Meine Mitarbeiter sind gefragt, eigene Ideen miteinzubringen. Kreativität ist gefordert und dann natürlich das Können, diese Ideen in die Tat umzusetzen“, führt er fort.

Kunz ist selbst viel an Schulen unterwegs, um seinen Beruf vorzustellen. Dabei hat er bereits erschrocken festgestellt, dass viele junge Menschen nicht einmal mehr wissen, was ein Schreiner genau macht.

„Ich sehe hier die Handwerksbetriebe in der Verantwortung, die Handwerksberufe attraktiver zu präsentieren. Junge Menschen brauchen mehr Gelegenheiten, sich informieren zu können. Mehr Infomessen und Schulbesuche durch Betriebe fände ich gut“, so Kunz. „Eine Ausbildung im Handwerksberuf bedeutet keineswegs, dass man in Zukunft schlechter verdienen wird, als wenn man ein Studium abschließt. Es gibt viele Möglichkeiten der Weiterbildung und auch an die Ausbildung könnte man noch ein Studium dranhängen. Darüber hinaus gibt es viele Betriebe, die einen Nachfolger suchen, was auch immer eine große Chance sein kann.“

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