St. Wendel: Diagnose Borderline- Ein Leben in Extremen- Interview mit Jennifer D.

„Ein Leben mit Borderline ist für mich, wie das Spiel eines Kindes auf einer Wippe,- mal bin ich oben, mal unten.“, so beschreibt ein Borderlinepatient seine Krankheit.

In dem einen Moment ist Jennifer himmelhoch jauchzend zu Mute und in der nächsten Sekunde ist sie zu Tode betrübt. Gerade noch fröhlich und positiv gestimmt und im nächsten Augenblick explosionsartig wütend. Wie Feuer und Eis.
Mangelnde Emotionsregulation, impulsives Verhalten, heftige Stimmungsschwankungen und krankhafte Ängste vor dem Verlassen werden, dies sind Facetten der Krankheit „Borderline.“, Der Name „Borderline“, zu Deutsch „Grenzlinie“ ist ein Hinweis darauf, dass die Betroffenen  sowohl psychotische, als auch neurotische Symptome aufweisen.
Die Borderline- Persönlichkeitsstörung, oder auch Emotional Instabile Persönlichkeitsstörung genannt, ist eine schwerwiegende, psychiatrische Erkrankung, die das Leben aller Borderliner zu einer wahren Achterbahnfahrt werden lässt. Betroffene leiden unter anderem unter einer extremen, inneren Anspannung und einem gestörten Selbstbild. Darüber hinaus werden die intensiven Gefühlszustände und selbstschädigendes Verhalten, wie beispielsweise Selbstverletzung, Essstörungen, Kaufsucht oder Drogenmissbrauch, von Borderlinepatienten immer wieder als besonders belastend beschrieben.
Die Ursachen für die Entstehung einer solchen Erkrankung liegen, nach heutigen Kenntnissen, häufig in der Kombination aus genetischer Veranlagung einerseits und traumatischen Ereignissen, wie etwa Gewalt und Missbrauch, andererseits.
Laut der „SHG Klinik Sonnenberg“ in Saarbrücken leiden etwa 1,5% der Bevölkerung an Borderline. Bei einer Therapie werden in erster Linie die fehlende Gefühlskontrolle, die innere Anspannung und das daraus resultierende, selbstschädigende Verhalten primär behandelt. Die Leidensfaktoren werden häufig als unerträglich beschrieben.

Wie sich ein Leben im nahezu dauerhaften Erregungszustand anfühlt, weiß Jennifer D. aus St. Wendel ganz genau. Jennifer ist 25 Jahre alt, von Beruf Friseurin und Tätowiererin. Sie leidet seit circa 10 Jahren an Borderline. Wir durften mit ihr über ihr Leben im Ausnahmezustand sprechen.

 

Wie würdest du das Leben als Borderlinerin beschreiben?

 

„Mit einem Wort: anstrengend! Wenn ich traurig bin, bin ich besonders traurig, wenn ich wütend bin, kann ich in jeder Sekunde maximal explodieren und wenn ich glücklich bin, habe ich das Gefühl vor lauter Endorphinen regelrecht  zu platzen. An dem einen Tag bin ich hochmotiviert und könnte Bäume ausreißen und am nächsten Tag fällt es mir schwer die Couch zu verlassen. Es ist so nervenaufreibend wie wir Borderliner uns fühlen. Das ständige Auf und Ab wird zur regelrechten Dauerbelastung. Natürlich geht es jedem Menschen mal besser und mal schlechter, aber ein Borderliner, muss diese Hochs und Tiefs täglich ertragen. Für uns Betroffene fühlt es sich an wie ein permanenter Kampf gegen sich selbst. Es fällt so schwer sich und seine Gedanken zu akzeptieren. Häufig würde ich gerne anders denken, anders fühlen, anders aussehen, jemand anders sein. Gesund sein. Ich stehe ständig unter enormer innerlicher Anspannung. Es ist eine wahre Härteprobe die negativen Gefühle und die daraus entstehende innere Anspannung auszuhalten und sie nicht mit Hilfe von selbstschädigendem Verhalten betäuben zu wollen. Sich auf produktive Art und Weise abzulenken und sich eben nicht durch Drogen, Geld ausgeben, Selbstverletzungen oder sonstige, selbstzerstörerische Praktiken kurzfristige Linderung zu verschaffen, das ist für einen Borderliner eine wahre Kunst. Ähnlich wie bei anderen Suchtpatienten, die nicht daran denken, dass das gefährliche Verhalten, wie etwa täglicher Alkoholkonsum, auf Dauer zu ernstzunehmenden Schwierigkeiten führen kann. Wir denken in erster Linie kurzfristig, das ist menschlich.
Manchmal habe ich so wenig Selbstbewusstsein, dass ich mich nicht in die Öffentlichkeit traue und mich einfach nur schäme. Jeder Tag ist kräftezehrend und von ständigen Hochs und Tiefs gekennzeichnet.
Speziell für nahestehende Personen ist das Verhalten von uns Borderlinern oftmals schwer nachvollziehbar. Ich habe schon viele „Freunde“ oder auch Partner verloren, weil sie mit meiner Krankheit nicht klargekommen sind. Teilweise verstehe ich es, aber ich finde es schwach.
Ich gehe mit meinem Partner sehr offen um. Wir sehen uns gemeinsame Videos zu meiner Krankheit an, lesen darüber und ich habe schon recht früh damit begonnen ihm zu erklären, wann ich Zeit für mich brauche und in welchen Situationen er sich am besten wie verhält. Natürlich muss ich kontinuierlich versuchen an mir zu arbeiten. Ich kann meine Krankheit nicht einfach als Ausrede für mein Fehlverhalten nutzen. Ich muss stets reflektieren und mir Gedanken darüber machen, was ich wie in welcher Situation verändern möchte. Das Ganze ist einfach schwer für mich.“

Jennifer, seit wann weißt du, dass du an Borderline leidest? Wie ist es dazugekommen?

„Mein Vater hat meine Mutter und mich verlassen, als ich 13 Monate alt war. Ich bin dann bei meiner Mutter groß geworden, die mit der alleinigen Erziehung völlig überfordert war. Durch die Schläge, die ich jahrelang von ihr und ihren Partnern ertragen musste, fühlte ich mich nach und nach immer wertloser. Ein normales Familienleben hatte ich nie. Ich hatte keine Bezugsperson, niemand, der für mich da war, keine Schulter zum Anlehnen.

Mit 13 Jahren begann ich das erste Mal mich selbst zu verletzen. Ich war übermäßig leicht reizbar und sehr schnell aggressiv. Ich hielt den Druck, der sich jeden Tag in mir aufbaute einfach nicht aus. Ich wurde in der Schule häufig Opfer von Mobbingattacken, ich war immer anders, fühlte anders. Zwei Jahre später lieferte mich meine Mutter in die SHG-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Kleinblittersdorf ein. Hier blieb ich ein halbes Jahr lang. Ich habe dort viel über die sogenannten „Skills“ gelernt, die man anwenden soll, um seine innere Anspannung in den Griff zu bekommen, ohne sich selbst zu schaden. Während der Zeit in der Psychiatrie hat das auch relativ gut funktioniert, aber innerlich hatte das damals nichts in mir verändert. Ich hatte versucht mich auf die Therapie einzulassen, aber ich war einfach noch nicht bereit. Ich denke, dass ich damals auch noch zu jung war, ich konnte und wollte, das Einzige, was mir Druckausgleich verschaffte, nicht aufgeben. In dieser Klinik wurde auch erstmalig die Diagnose gestellt. Darauf aufbauend bin ich seit Beendigung des Klinikaufenthalts in psychologischer Behandlung.“

 

Laut der ICD 10 Klassifikation für psychische Störungen muss man mindestens fünf der neun Kriterien erfüllen um die Diagnose „Borderline“ zu erhalten.
Welche der neun Symptome, die zum Krankheitsbild einer Borderlinerin gehören, hast du? Worunter leidest du am Meisten?
 

  1. Das verzweifelte Bemühen tatsächliches oder imaginäres Verlassen werden abzuwehren.
    Jennifer: Das trifft bei mir eindeutig zu. Ich habe extreme Verlustängste, was meinen Partner betrifft, denn er ist meine Hauptbezugsperson. Wir sind zwar noch nicht so lange zusammen, aber es fühlt sich an, als seien wir schon ewig verbunden. Mein Partner weiß auch von meinen Ängsten, wir sprechen offen darüber. Bei meinen Freunden sind diese Ängste nicht ganz so stark ausgeprägt. Ich wurde schon sehr oft enttäuscht, ich habe mich da seelisch etwas distanziert.“ 
  2. Instabile und intensive, zwischenmenschliche Beziehungen, die durch einen Wechsel zwischen extremer Idealisierung und Entwertung gekennzeichnet sind.

Jennifer: „ Dieses Kriterium erfülle ich nicht.“

 

  1. Identitätsstörung: eine ausgeprägte und anhaltende Instabilität der Selbstwahrnehmung und des Selbstbildes.
    Jennifer: „ Eigentlich, tief in mir, kenne ich meine Fähigkeiten, aber es gibt immer wieder einige Tage, an denen ich nicht in den Spiegel schauen möchte. An solchen Tagen bin ich sehr selbstkritisch oder sogar selbstzerfleischend. Dann kann ich kein gutes Haar an mir lassen. An diesen Tagen denke ich stets „Ich bin ein Nichtsnutz, ich kann gar nichts, warum lebe ich überhaupt? 
  2. Impulsivität in mindestens zwei selbstschädigenden Bereichen, z.B. Geldausgeben, Essstörungen, Kaufsucht, Sex, Substanzmittelmissbrauch, usw.
    Jennifer: „ Schon in meiner Teenagerzeit hielt ich strikte Diät und zählte täglich Kalorien. Ich war und bin immer sehr unzufrieden mit mir. Es war irgendwann so schlimm, dass ich magersüchtig Heute kann ich besser damit umgehen. Ich achte auf mein Gewicht und passe auf, nicht „dick“ zu werden, aber dieses Thema beherrscht mich nicht mehr.
    Was Rauschmittel angeht, habe ich bereits mit 16 Jahren begonnen Cannabis zu rauchen. Schnell nahm ich auch andere Drogen. Von Extasy, über Amphetamine, bis hin zu Heroin habe ich alles genommen. Gott sei Dank habe ich mich mit 18 Jahren einem freiwilligen Entzug in der SHG Klinik Sonnenberg unterzogen. Seitdem wurde ich bis heute auch nicht mehr rückfällig. Die Schmerzen, die ich während des Entzugs erfahren musste waren höllisch, so etwas möchte ich nie wieder durchleben. Heute bin ich stark genug um ohne Drogen auszukommen. Mein einziges Laster ist heute das Rauchen Die sonstigen Beispiele für impulsives Verhalten waren bei mir noch nie ein Thema.“
     
  3. Wiederholtes, selbstschädigendes Verhalten (Selbstverletzungen) oder suizidales Verhalten (hierunter fallen auch Drohungen oder Andeutungen)
    Jennifer: „ Wie bereits beschrieben, ist das Thema Selbstverletzung schon seit 12 Jahren ein Bestandteil meines Lebens. Ich habe mich auch zweimal lebensbedrohlich verletzt, so dass ich auf die Intensivstation musste. Ich wäre in beiden Fällen fast verblutet. Das waren solche Tage in meinem Leben, an denen ich einfach keine Kraft mehr hatte. Beim zweiten Mal beispielsweise, kam einfach alles zusammen. Ich hatte einen schlimmen Streit mit meiner Mutter, mein Vater hatte sich plötzlich bei mir gemeldet und mein Freund hatte mich verlassen. Ich wollte einfach nicht mehr. Die Verletzungen, die ich mir damals zugezogen hatte, dienten natürlich dem Abfall meiner massiven, inneren Anspannung, aber es war auch ein Hilfeschrei.
    Seit einiger Zeit habe ich mich nicht mehr (lebensbedrohlich) verletzt und ich denke, dass ich das auch zukünftig schaffen werde.“

 

 

  1. Ausgeprägte Stimmungsschwankungen, eine Mischung aus Angst, Wut, Verzweiflung, Trauer und Depression.
    Jennifer: „ Zuerst bin ich gut gelaunt, dann reicht ein Blick, ein Wort oder derartiges und meine Stimmung ist im Keller. In einer solchen Situation werde ich sehr schnell wütend, traurig oder introvertiert. Manchmal bin ich dann nicht in der Lage ein Wort zu sprechen. Das passiert sehr oft und sehr schlagartig. Es fällt mir dann sehr, sehr schwer mich wieder aufzuraffen und positiv zu denken.“

 

  1. Ein chronisches Gefühl der Leere
    Jennifer: „ Ich sitze oft alleine da und denke und fühle gar nichts. Ich muss immer versuchen mich zu beschäftigen, sonst verändert sich die Leere in meinem Kopf schnell und entwickelt sich zu negativen Gedanken, die mich sehr schnell beherrschen und alles sinnlos erscheinen lassen.“

 

  1. Heftige, unangemessene Wut oder Schwierigkeiten diese zu kontrollieren.
    Jennifer: „Der kleinste Funken reicht um an die Decke zu gehen. Ich verliere sehr rasch die Kontrolle über meine Gefühle. Viele Situationen triggern, also aktivieren, negative Gedanken oder Ereignisse meiner Vergangenheit, dann werde ich schnell ungemütlich und schlage auch mal über die Stränge. Ich kann meine Gefühle in diesem Moment nicht kontrollieren, es ist ein automatisierter Prozess, der dann abläuft. Im Nachhinein fühlt es sich an, als hätte ich neben mir gestanden, als sei ich nicht ich selbst gewesen. Erst wenn ich etwas Abstand gewinnen kann, ist es mir wieder möglich klarer zu denken, negative Gedanken zu relativieren und in meinem Kopf zu korrigieren. Im Nachhinein tut es mir immer sehr leid, wenn ich mal wieder explosionsartig wütend wurde und mich falsch verhalten habe, aber in dem Moment selbst, kann ich mich dem Ganzen nicht entziehen, alles geht dann viel zu schnell.“

 

  1. Vorübergehende, stressbedingte, paranoide Vorstellungen oder schwere dissoziative Symptome.
    Jennifer: „ Dies ist bei mir nicht zutreffend. Ich habe noch nie unter Wahnvorstellungen oder einer Art „Weggetreten sein“ gelitten.“ 

Am Meisten leide ich unter der Komplexität dieser Erkrankung. Meine Krankheit steht mir immer wieder im Weg, es ist für mich wie eine Art Dauerleiden. Es ist nicht einfach nur ein Problem, das man hat. Es kommt so viel zusammen und das hält man manchmal einfach nicht aus.

Wie schaffst du es diese Symptome im Alltag zu kompensieren?

 Die Dialektisch-Behaviorale Therapie nach Marsha Linehan wird speziell bei Borderlinern eingesetzt. Es geht darum die Selbst- oder auch typabhängige Fremdgefährdung, zu der Borderliner neigen, einzudämmen und konstruktiv umzuwandeln. Dazu setzen wir, wie bereits angesprochen, „Skills“ ein. Das sind „Fertigkeiten“, um unsere Anspannung in eine andere Richtung zu lenken. Ablenkung ist das A und O. Das lernt man in jeder borderlinespezifischen Therapie.

Ich bin ein kreativer Mensch und ich bastele sehr viel und gerne. Meine Haustiere lenken mich auch gut ab. Mit einem Hamster, einem Fisch, einer Katze und einem Hund, bin ich oft ganz schön auf Trab. Ich gehe auch gerne schwimmen und versuche so oft es geht, etwas mit meinen Freunden zu unternehmen. Beruflich versuche ich gerade mich als Tätowiererin selbstständig zu machen, denn Langeweile ist das pure Gift für einen Borderliner. Man darf dem ewigen Grübeln und der negativen Gedankenspirale keinen Raum geben.““

Seit wann befindest du dich in psychologischer beziehungsweise psychiatrischer Behandlung?
Welche therapeutischen Maßnahmen wurden ergriffen?

„Seit meinem 16. Lebensjahr und der Beendigung des Klinikaufenthaltes befinde ich mich in regelmäßiger therapeutischer Behandlung mit krankheitsspezifischer Gesprächs- und Verhaltenstherapie. Bedingt durch mehrere Umzüge, musste ich den Psychologen unglücklicherweise immer wieder wechseln. Das ist schwierig, weil man quasi immer wieder bei Null beginnen muss. Seit ich in St. Wendel wohne, suche ich einen neuen Therapieplatz. Ich möchte eine Traumatherapie beginnen, ich stehe bereits auf einigen Wartelisten, bis dato hat sich aber leider noch Nichts ergeben. Ich halte mich selbst über Wasser und versuche alleine klarzukommen. Es ist schwierig, weil die meisten Psychologen einen Aufnahmestopp und viel zu lange Wartezeiten haben. In Neunkirchen gibt es zumindest eine Notfallsprechstunde.
Ich habe 6 Jahre lang unter anderem Doxepin, ein Antidepressivum, genommen. Eine psychiatrische Behandlung mit medikamentöser Therapie oder eine stationäre Behandlung möchte ich momentan nicht.

„Menschen, die ihre Erkrankungen öffentlich zur Schau stellen, wollen nur im Mittelpunkt stehen.“ Wie äußerst du dich zu dieser Aussage?

 

 Ich kann diesen Gedanken nachvollziehen, aber in meinem Fall trifft dies nicht zu. Ich gebe nichts darauf, was andere Menschen über mich sagen könnten. Manche Menschen sollten einfach mal lernen respektvoll und tolerant miteinander umzugehen. Ich spreche hier und heute nicht das erste Mal über meine Krankheit. Ich mache regelmäßig Videos auf verschiedenen sozialen Plattformen um über meine Erkrankung aufzuklären. Ich möchte informieren und helfen. Ich zeige mich stets von beiden Seiten. Ich mache lustige Spaßvideos, aber auch ernstere „Aufklärungsvideos“. Ich denke so erkennt man den Kontrast zwischen den Welten, zwischen denen wir Borderliner so stark hin- und hergerissen werden, sehr deutlich.“

Was wünschst du dir am Meisten?

 

„Allen Menschen, die Borderline haben könnten, sich aber nicht ganz sicher sind, rate ich sich dringend Hilfe zu suchen. Ganz gleich ob zuerst im familiären Kreis oder unter Freunden. Hauptsache ihr macht den ersten Schritt. Darüber hinaus solltet ihr euch eine professionelle Unterstützung suchen, das ist immens wichtig. Lasst euch helfen, denn nur so könnt ihr erfahren, ob ihr wirklich unter Borderline oder einer anderen Erkrankung leidet und was ihr tun könnt, damit es euch besser geht. Ich drücke euch die Daumen.

Für mich wünsche ich mir, dass ich weiterhin stark bleibe. Ich versuche meine Krankheit zu akzeptieren und so gut es geht damit zu leben. Ich wollte dieses Interview machen, weil ich die Krankheit „Borderline“ mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken möchte. Es ist mir ein persönliches Anliegen die Unwissenheit einiger Menschen ein wenig zu zerstreuen. Es gibt so viele Leute, die sich mit Borderline gar nicht auskennen und Vorurteile haben. Ich bin froh, dass man mittlerweile zumindest mal offen über Krankheiten wie Depressionen spricht. Meiner Meinung nach sollte die Öffentlichkeit sich viel mehr mit solchen Themen auseinandersetzen. Ich habe häufig das Gefühl, dass Borderline eine Tabu- Krankheit ist, mit deren Betroffenen viele Menschen vorurteilsbehaftet nichts zu tun haben möchten.

 

Ich möchte mich bei wndn.de bedanken, dass ich die Möglichkeit bekommen habe über meine Erkrankung zu sprechen. Weiterhin hoffe ich, dass ich Betroffenen zeigen konnte, dass sie nicht alleine sind und dass ich es geschafft habe dem ein oder anderen zu vermitteln, dass nicht nur physische Erkrankungen ernst zu nehmen sind.“

An Borderline zu leiden kann ein Fluch, aber gleichermaßen auch ein Segen sein.
Borderliner sind oftmals besonders kreativ, empathisch, belastbar und willensstark.

„Borderline ist für mich eine Gabe, denn ich kann fühlen, was andere nicht fühlen können. Ich kann sehen was andere nicht sehen können und ich kann verstehen, was viele nicht verstehen können.“ [ Sarah Monique]
Allen Borderline- Patienten wünschen wir Zuversicht, Kraft und eine erfolgreiche Therapie.

 

Share on facebook
Share on whatsapp
Share on twitter
Share on linkedin
Share on telegram

ANZEIGEN