Die SPD-Stadtratsfraktion St. Wendel will Licht ins Dunkel der städtischen Wohnungsplanung bringen. Mit einem neuen Antrag fordert die Fraktion eine professionelle Wohnraumbedarfsanalyse für die Stadt. „Planung ohne Daten ist wie Heimwerken ohne Maßband – es geht schief“, begründet Fraktionsvorsitzender Marc André Müller den Vorstoß.
Die Initiative reagiert auf mehrere als unzureichend bewertete Antworten der Stadtverwaltung in den vergangenen Monaten. Besonders kritisch sieht die SPD das Fehlen eines Leerstandskatasters und die veraltete Bauinteressentenliste, die teilweise bis in die 1980er Jahre zurückreicht. Auch die kürzlich vorgelegte Baulückenbilanz bezeichnet die Fraktion als unvollständig, da sie wichtige innerstädtische Entwicklungspotenziale außer Acht lasse.
Die geplante Analyse soll durch ein unabhängiges Fachbüro durchgeführt werden und zentrale Fragen beantworten: Wie viele Wohnungen werden in welchen Größen benötigt? Wo existieren Engpässe oder Leerstände? Wie entwickelt sich der Bedarf an altersgerechtem und bezahlbarem Wohnraum? Müller warnt vor den finanziellen Folgen einer verfehlten Wohnungsbaupolitik, besonders im Hinblick auf den demografischen Wandel: „Für eine Stadt, in der alle gut wohnen können.“



