Sitzung des Kreistages St. Wendel am 9. November 2020

Kreistagssitzung in der Aula des Gymnasium Wendalinum (1.Oktober)

Die jüngste Sitzung des Kreistages des Landkreises St. Wendel fand an einem besonderen Datum statt: Vor 82 Jahren, am 9. November 1938, brannten in Deutschland Synagogen, jüdische Menschen wurden misshandelt, jüdische Geschäfte geplündert. Seit 2009 erinnert der Landkreis St. Wendel mit einer Kranzniederlegung am einstigen Standort der St. Wendeler Synagoge an die so genannte „Reichspogromnacht“ –  Coronabedingt in diesem Jahr ohne Gäste, stellvertretend für den Kreistag legte Landrat Udo Recktenwald den Kranz nieder. Da die Sitzung an diesem bedeutenden Datum stattfand, informierte der Landrat zu Beginn über die Erinnerungskultur im Landkreis St. Wendel, die einen verantwortungsvollen Umgang mit der NS-Vergangenheit der Region anstrebt und den Opfern würdig gedenken möchte. Der Landkreis sehe sich, so der Landrat, als Initiator, Unterstützer und Partner bei der Erinnerungsarbeit, beim Aufbau und der Verankerung einer verantwortungsvollen Erinnerungskultur. Neben der jährlichen Kranzniederlegung am 9. November unterstütze der Landkreis Schulen, Vereine, Forscher, Organisationen und Gruppen, die sich mit der NS-Zeit in der Region auseinandersetzen, habe Stolpersteine verlegt, führe jährlich am 27. Januar eine Gedenkveranstaltung durch, habe das Thema Erinnerungskultur im Bildungs-Netzwerk St. Wendeler Land, das außerschulische Lernorte und Bildungseinrichtungen verbinde, verankert. Recktenwald bekräftige die Bedeutung der Erinnerungsarbeit, damit die Geschehnisse von damals nicht vergessen werden und als Stärkung der Demokratie.



Der Kreistag wurde ebenso über die aktuelle Corona-Lage im Landkreis informiert. 38 Mitarbeiter der Kreisverwaltung, die nicht dem Gesundheitsamt angehören, seien in der Kontaktnachverfolgung tätig. Hinzu kommen 19 Bundeswehrsoldaten; jüngst wurden sechs weiter Kontaktnachverfolger eingestellt. Aufgrund der hohen Anzahl der Fälle kam es in der Vergangenheit zu Verzögerungen bei der Übermittlung negativer Testergebnisse sowie der schriftlichen Quarantänebescheide.

Mit einer Gegenstimme verabschiedete das Gremium den Entwicklungsplan für die Kindertageseinrichtungen 2021 bis 2023. Über 22 Millionen Euro sollen demnach investiert werden. 85 weitere Krippenplätze und 287 Kindergartenplätze entstehen. Ohne Gegenstimme sprach sich der Kreistag für die Anschaffung von 50 mobilen Luftreinigungsgeräten für die Schulen aus. Diese Anschaffung wird zu 100 Prozent vom Ministerium für Inneres, Bauen und Sport getragen.



Ebenfalls einstimmig beschloss der Kreistag die Fortsetzung des Kreisbäderkonzeptes für weitere drei Jahre. Über die Kreisumlage werden die Bäder im Kreis bezuschusst. Für eine Fortsetzung hatten sich bereits die Bürgermeister der Kreiskommunen ausgesprochen. Der Kreistag genehmigte nun dafür jährlich 490.000 Euro.

Auch über die Entgelte am Bostalsee wurde abgestimmt. Diese bleiben unverändert.

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